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26.04.2017 | Energie | Im Fokus | Onlineartikel

Die Energiewende braucht mehr Innovationen

Autoren:
Ulrike Fettke M.A., Dr. Gerhard Fuchs

Die Autoren des Buches "Lokale Impulse für Energieinnovationen" informieren über den Stand der Energiesystem-Transformation, identifizieren Engführungen und entwickeln Vorschläge für deren Behebung.

Eine umwelt- und sozialverträgliche Transformation des Energiesystems kann anhand drei zentraler Maßnahmenbereiche, dem Ausbau der Produktion von Strom und Wärme durch regenerative Energieträger, der Verringerung des Ressourcenverbrauchs und der Steuerung von Angebot und Nachfrage untersucht werden, die sich in den Innovationsimpulsen Bürgerwindanlagen, Contracting, Mini-/Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Intelligenten Infrastrukturen darstellen lassen. Im Buch Lokale Impulse für Energieinnovationen wird der Stand dieser Innovationen untersucht, Engführungen identifiziert, die einer weiteren Diffusion der Impulse entgegenstehen, und Vorschläge für deren Behebung entwickelt.

Empfehlung der Redaktion

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Bürgerwindanlagen als Innovationsimpuls – Die Entstehung und Entwicklung situativer lokaler Governance-Arrangements im Kontext der Energietransformation

Vor dem Hintergrund der Transformation des Energiesystems geht der Beitrag der Frage nach, wie situative Governance-Arrangements rund um Bürgerwindprojekte entstehen und sich entwickeln können. Zu diesem Zweck werden zwei Bürgerwindprojekte in bayerischen Gemeinden untersucht und systematisch miteinander verglichen.


Bürgerwindanlagen - rund 50 Prozent der onshore installierten Anlagenleistung in Deutschland - werden mit hochkonzentrierten lokalen Veränderungsdynamiken und -potentialen assoziiert, da sich bislang nicht im Energiesystem aktive Akteure um neue dezentralisierte Organisationsmodelle bemühen. Über die finanzielle Beteiligung der Bürger, ihre konzeptionelle und organisatorische Einbindung sowie das Engagement lokaler Akteure in den Phasen der Initiierung, Planung und Durchführung kann ein Beitrag zur Stärkung der Bürgerbeteiligung und -teilhabe an der Transformation des Energiesystems erfolgen. Angesichts der sich verschlechternden regulatorischen Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung sind die Initiativen vermehrt auf professionelle Expertise angewiesen. 

Energieeffizienz und Investitionserleichterung durch Contracting

Energiedienstleistungen, wie das Energie-Contracting, werden zunehmend angeboten. Energie-Contracting kann zur Effizienzsteigerung, Reduktion von CO2-Emissionen und Investitionserleichterungen eingesetzt werden. Das mit einem Marktanteil von 86 Prozent verbreitetste Modell, das Wärmeliefer-Contracting, kommt oft in kommunalen Liegenschaften zum Einsatz, wo ein initiales Engagement der Energieabnehmer Voraussetzung ist. Regenerative Energieträger werden von den etablierten Akteuren des Energiesystems als auch kleineren, an der Entwicklung von kundennahen Dienstleistungen orientierten Unternehmern fakultativ eingesetzt, weswegen fallabhängig radikale oder graduelle Veränderungsimpulse für das Energiesystem entstehen. Trotz der großen potentiellen Vorteile von Contracting ist die Anzahl erfolgreicher Realisierungsbeispiele überschaubar. Regulatorische Unsicherheit und aufwändige Kooperationsprozesse sind zwei der Hindernisse, die angegangen werden müssen.

Energieeffizienz und Flexibilisierung mittels Mini-/Mikro-KWK

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) steigert die Energieeffizienz im Gebäudebestand und der Energieumwandlung, unterstützt die Substitution fossiler durch regenerative Energieträger und bietet durch eine flexible Bereitstellung gesicherter Energieleistung die Möglichkeit, schwankende Bereitstellung von Energie auszugleichen und zur Flexibilisierung der Stromversorgung beizutragen. Insbesondere Stadtwerke bieten Strom- und Wärmelieferung durch Mini-/Mikro-KWK an. So wird eine radikale Dezentralisierung ermöglicht, die lokale Koordinationsleistungen, wie eine Absprache zwischen Energieanbieter, Handwerk und Kunden erfordert, aber nicht notwendigerweise mit der Nutzung von regenerativ erzeugter Energie verknüpft ist. Erst jüngste Novellierungen einschlägiger Gesetzes reduzierten die lange Zeit herrschende regulatorische Unsicherheit. Ob damit die erhoffte schnelle Verbreitung der KWK unterstützt wird, ist noch unklar.

Auslotung von Felixibilisierungspotenzial via Smart Grid

Die drastische Veränderung der Energieträgerstruktur im Energiebereich erfordert eine Erhöhung zeitlicher und räumlicher Flexibilitäten im Stromversorgungssystem und zwischen den verschiedenen Energiesektoren. Mittels des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologien wird versucht, Endverbraucher und weitere, die Flexibilität des Stromversorgungssystems unterstützende, infrastrukturelle Elemente mit dem Stromnetz (Smart Grid) zu verknüpfen und so die Koordination zwischen Stromerzeugung, Stromnachfrage und Speichermöglichkeiten möglichst kosteneffizient zu gestalten und zur Netzstabilität beizutragen. Der transformative Charakter des Innovationsimpulses für das Energiesystem bestimmt sich in Abhängigkeit von der Lösung zentraler Herausforderungen wie des Diskurses um zentrale – dezentrale Architekturen oder Regeln des Zugriffs auf Netze. Die meisten Projekte zu intelligenten Infrastrukturen sind aktuell noch im Experimentierstadium. Für die nahe Zukunft ist aber mit einer sehr dynamischen Entwicklung zu rechnen.

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