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23.02.2018 | Energie | Im Fokus | Onlineartikel

Dämmung der Heizungsrohre gesetzlich Pflicht und effizient

Autor:
Frank Urbansky

Bei Neubauten und im Sanierungsfall ist eine Dämmung der Heizungsrohre gesetzlich vorgeschrieben. Diese Maßnahme ist aufgrund der hohen Verluste, die nah am Wärmeerzeuger auftreten, absolut sinnvoll.

Dämmung von wärme- oder kälteführenden Leitungen ist immer sinnvoll. Denn diese bestehen in der Regel aus Metall – sie sind daher zwar ein guter Wärmeleiter, aber ein schlechter Wärmespeicher, was hohe Verluste bedingt. "Auslegungstemperatur 55/45 °C, zentrales Verteilsystem innerhalb der wärmeübertragenden Umfassungsfläche, innen liegende Stränge und Anbindeleitungen, Standard-Leitungslängen nach DIN 4701-10, Tab. 5.3-2, Pumpe auf Bedarf ausgelegt (geregelt, Δp konstant), Rohrnetz hydraulisch abgeglichen, Wärmedämmung der Rohrleitungen", beschreiben die Springer Vieweg-Autoren Wolfgang M. Willems, Kai Schild und Diana Stricker die Normen und Elemente einer diesbezüglichen Dämmung auf Seite 98 ihres Buchkapitels Wärmeschutz

Empfehlung der Redaktion

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Wärmeschutz

Erläuterung wärmeschutztechnischer Begriffe und Darstellung der unterschiedlichen Anforderungen an den Wärmeschutz und deren Berechnung und Bemessung.


Seit 2009 verlangt die damalige Fassung der Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) die Dämmung der Heizungsrohre bei Sanierungsfällen im Bestand sowie im Neubau, denn viele alte Heizungsanlagen arbeiten mit Vorlauftemperaturen von 80 °C und mehr. Entsprechend groß sind die Verluste an Wärme, die über die Leitungen ohne Dämmung abgegeben werden. 

Hohe Verluste drohen

Wie groß diese Verluste sein können, hat die Ostfalia Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel ermittelt. Je Meter Heizungsrohr und Jahr konnten bis zu 265 Kilowattstunden Wärmeverluste ermittelt werden. Bei einem normalen Einfamilienhaus mit gut 20 Metern Leitungslänge wären das 5.300 Kilowattstunden. Zum Vergleich: Ein gut gedämmtes Haus im KfW-70 Standard, der in Deutschland sehr verbreitet ist, benötigt etwas mehr als das doppelte an Heizenergie im Jahr – für das gesamte Gebäude!
Dieser enormen Einsparung stehen relativ geringe Investitionskosten gegenüber. Eine Dämmung mit Polyetylen (PE) kostet je laufenden Meter etwa zwei Euro. In Frage kommen auch Kautschuk oder Mineralwolle, die jedoch deutlich teurer sind. Die Dämmung wird als so genannte 100-Prozent-Dämmung ausgelegt. Das bedeutet, die Dämmschicht ist genauso dick wie der Rohrdurchmesser. Das ist übrigens auch der Wert, der durch die EnEV verlangt wird. Möglich ist aber auch eine 200-Prozent-Dämmung, die etwa im Passivhausbau verwendet wird.

Herstellungsenergie geringer

Die Dämmung ist immer, sowohl investiv als auch energetisch, der richtige Weg. "Die Herstellungsenergie von Dämmung ist um ein Vielfaches geringer als deren Einsparungen in einem üblichen Zyklus von 30 Jahren und mehr. Dämmung benötigt sehr wenig Rohmaterial, denn sie besteht gerade wegen ihrer Dämmwirkung im Wesentlichen aus Luft", bringt das Springer Vieweg-Autor Stefan Oehler in seinem Buchkapitel Praxisbeispiel einer ganzheitlichen Sanierung auf Seite 157 auf den Punkt.

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