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Energiearmut im regulierenden Wohlfahrtsstaat

Energieunternehmen als sozialpolitische Akteure im deutsch-britischen Vergleich

  • 2025
  • Buch

Über dieses Buch

Unter den Bedingungen der europäischen Liberalisierung erfolgt die Leistungserbringung im Bereich der öffentlichen Energiegrundversorgung durch Unternehmen unter Marktbedingungen. Dabei kommt es in zentralen Bereichen der öffentlichen Grundversorgung zu Spannungen und Widersprüchen zwischen der wirtschaftlichen Logik des Marktes (Wettbewerb) und der gesellschaftspolitischen Logik der Grundversorgung (Universalität). Diese qualitative Mehrebenenanalyse untersucht mittels einer Politikfeldanalyse sowie Unternehmensfallstudien die Auswirkungen dieser Entwicklung auf das Verhältnis von Wirtschaft und Sozialstaat, oder genauer auf das Verhältnis von Unternehmen und Sozialpolitik. Im Mittelpunkt steht dabei ein internationaler Vergleich der regulierenden Sozialpolitik in Deutschland und Großbritannien auf Makro- und Mesoebene.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. 1. Einleitung

    Martin Gibson-Kunze
    Zusammenfassung
    In modernen Gesellschaften hat Energie eine zentrale Bedeutung. Indem immer mehr gesellschaftliche Bereiche technologisiert sind, steigt auch die Abhängigkeit von Energie. Die Wirtschaft ist in ihren Produktionsprozessen auf Energie angewiesen; die (globale) Kommunikations- und Informationstechnologie ist ohne Energie undenkbar; für Infrastruktur und Dienstleistungen ist Energie wesentlich – sei es für die Verkehrssysteme, das Gesundheitswesen, Wasser und Abwasser oder Sicherheits- und Notfallsysteme wie die Feuerwehr.
  3. 2. Energiegrundversorgung als sozialpolitischer Verantwortungsbereich von Unternehmen – eine Kontextualisierung

    Martin Gibson-Kunze
    Zusammenfassung
    Die Frage nach der sozialpolitischen Rolle von Energiegrundversorgungsunternehmen im Kontext von Energiearmut berührt Themen und wissenschaftliche Debatten, die normalerweise wenig Berührungspunkte haben. Das Thema Energiearmut ist zunächst einmal relevant aus Sicht der Armutsforschung und betrifft ganz grundsätzlich Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe, von Merkmalen spezifischer vulnerabler Gruppen und Fragen der sozialstaatlichen Absicherung. Gleichzeitig betreten – vermittelt über Liberalisierungspolitiken – mit Energieunternehmen Akteure die Arena, die formal keinen sozialstaatlichen Auftrag haben, sondern zuallererst gewinnorientierte Teilnehmer eines liberalisierten, auf Wettbewerb ausgerichteten Marktes sind.
  4. 3. Methodische Anlage der Untersuchung

    Martin Gibson-Kunze
    Zusammenfassung
    Im Anschluss an die im zweiten Kapitel skizzierte Gegenstandskonzeption sowie die Darstellung des theoretischen Bezugsrahmens wird in diesem Kapitel die methodische Anlage der Studie vorgestellt. Dazu wird zunächst das Forschungsdesign erläutert. Der qualitative mehrebenenanalytische Zugang umfasst dabei eine Dokumentenanalyse (Gesetzestexte, Positionspapiere, Leitbilder etc.) und Expert*inneninterviews (aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft), die mittels der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet worden sind.
  5. 4. Politikfeldanalyse – Energiegrundversorgung im regulierenden Wohlfahrtsstaat

    Martin Gibson-Kunze
    Zusammenfassung
    Mit der Liberalisierung von Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge verändern sich die Rahmenbedingungen der Grundversorgung im Hinblick auf deren Gewährleistung und Erbringung. Am Beispiel des deutschen Energiemarktes erfolgt in diesem Kapitel eine Analyse dieser neuen Bedingungen für vulnerable Haushalte. Dazu werden zunächst die Hintergründe der öffentlichen Energiegrundversorgung in Deutschland und Großbritannien im Kontext europäischer Liberalisierungspolitik dargestellt und in einem zweiten Schritt die unterschiedlichen Positionen zur Energiegrundversorgung von Energiewirtschaft, Politik und Verbraucherschutz kontrastierend analysiert.
  6. 5. Unternehmensfallstudien – Die sozialpolitische Rolle von Unternehmen

    Martin Gibson-Kunze
    Zusammenfassung
    Die Liberalisierung des Energiemarktes hat zu einer grundlegenden Veränderung der Rahmenbedingungen der Grundversorgung mit Strom geführt, im Speziellen der Gewährleistung und Erbringung dieses öffentlichen und existenziellen Gutes. Infolgedessen sind Energieunternehmen unter Wettbewerbsbedingungen zur Grundversorgung vulnerabler Haushalte verpflichtet. Der Fokus dieses Kapitels liegt auf der vergleichenden Analyse der Deutungs- und Handlungsmuster von kommunalen und privaten Energieunternehmen in Deutschland und Großbritannien im Hinblick auf soziale Probleme bei der Energiegrundversorgung vulnerabler Haushalte.
  7. 6. Unternehmen als Adressaten der Sozialen Frage – Bilanz und Perspektiven

    Martin Gibson-Kunze
    Zusammenfassung
    Entlang von sechs Kapiteln steht im Mittelpunkt dieser Arbeit die Frage, inwiefern Energiearmut vor dem Hintergrund der Liberalisierung des Energiesektors in Europa sowohl auf Ebene der Energieunternehmen als auch innerhalb des nationalstaatlich ausgestalteten Politikfeldes wahrgenommen und adressiert wird.
  8. Backmatter

Titel
Energiearmut im regulierenden Wohlfahrtsstaat
Verfasst von
Martin Gibson-Kunze
Copyright-Jahr
2025
Electronic ISBN
978-3-658-50553-0
Print ISBN
978-3-658-50552-3
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-50553-0

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