Skip to main content
main-content

04.09.2019 | Energieeffizienz | Im Fokus | Onlineartikel

Automatisierte Gebäudeleittechnik für mehr Energieeffizienz

Autor:
Frank Urbansky

Alle energetisch wichtigen Komponenten der Gebäudeleittechnik lassen sich digitalisieren und damit automatisieren. Das sorgt für mehr Effizienz bei Verwaltung, Wartungsarbeiten und Energieverbräuchen.

Smarte Komponenten sind überall in der Gebäudeleittechnik möglich. "Ein Smart Home-System kann […] nahezu unbegrenzt erweitert werden und erlaubt die Erstellung Gewerke übergreifender Szenarien zur Steigerung der Energieeffizienz, des Komforts oder der Behaglichkeit für den Nutzer", beschreibt dies für die kleinstmögliche Ebene Springer Vieweg-Autor Dirk Bohne in seinem Buchkapitel Energiekonzepte auf Seite 614.

Empfehlung der Redaktion

2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Energiekonzepte

Die Kriterien eines Energiekonzeptes für Gebäude wird basierend auf dem Wärme-, Kälte und Strombedarf für Gebäude erläutert und der Bezug zu den in unterschiedlichen Kapiteln beschriebenen Einzeldarstellungen hergestellt. 


Wie bei allen IT-Systemen sind auch in der Gebäudeleittechnik Soft- und Hardware entscheidend. Deswegen müssen digitalisierte Komponenten der Gebäudeautomation von vornherein bedacht werden. Der Energielieferant und -dienstleister RheinEnergy etwa konzipiert so die Energieversorgung ganzer Wohn- und Mischquartiere. Ebenso werden die Telekommunikation und alle wesentlichen Medien sowie die komplette IT-Infrastruktur gleich mitgeplant.

Erneuerbare Energien voll automatisiert nutzen

Das Fraunhofer ISE plant gerade ein ähnliches Konzept für das Areal einer alten Nähmaschinenfabrik in Kaiserslautern. Die Energieversorgung soll hier über PV-Fassaden und -Dächer erfolgen. Wird mehr Strom produziert als verbraucht, wird dieser in einer großen Quartiersbatterie und in dezentralen Batterien in den einzelnen Gebäuden gespeichert. Damit wird auch eine E-Mobilitätsflotte versorgt, die ebenso zur bidirektionalen Ladung geeignet ist. Sie kann bei Bedarf Strom zwischenspeichern, der später wieder abgerufen wird. Alle Komponenten der Leittechnik des Quartieres sind digitalisiert und übernehmen vollautomatisch die energetischen Produktions-, Speicher- und Ausspeisungsprozesse.

Ein vollends mit digitalisierter Gebäudeautomation bestücktes Gebäude ist der Firmensitz von Phönix Contact in Bad Pyrmont. Erlebbar wird dies auch für die Mitarbeiter. Durch die vollkommene Digitalisierung können sie via App auf jeden Raum, den sie nutzen möchten, zugreifen und hier Temperatur, Licht, Sauerstoffsättigung, Verschattung und ähnliches mehr einstellen. Der Clou dabei: Die Reinigungsroboter, die während der Nacht arbeiten, können zwar keine Treppen steigen, aber dafür den Fahrstuhl ordern und mit ihm in jedes Stockwerk fahren.

Auch die Kaffeemaschinen, die sich auf jeder Etage befinden, werden durch die Gebäudeleittechnik überwacht. Ist Kaffee oder Wasser alle, wird dies geordert – vorbei also die Zeit, als der Lieferant mit Zettel und Stift mehrmals wöchentlich jeden Automaten ablaufen und kontrollieren musste.

Bisher nur wenige Leuchttürme

Doch diese Beispiele sind einige wenige Leuchttürme. Während in der Industrie energetisch via Gebäudeautomation überwachte Hallen schon fast Standard sind, spielt dies bei Verwaltern von Immobilien oder in der Wohnungswirtschaft noch keine große Rolle. Doch selbst wenn solche Systeme verbaut wurden, ist es damit noch nicht getan. "Trotz des Einsatzes moderner Gebäudeautomationssysteme findet nur in seltenen Fällen eine kontinuierliche Kontrolle der gebäudetechnischen Anlagen im Sinne der Sicherstellung oder Erreichung eines energieeffizienten Betriebs statt. […]", beschreiben diesen Missstand die Springer-Autoren Sebastian Herkel, Axel Oliva und Jeannette Wapler in ihrem Buchkapitel Energieperformance in Planung und Betrieb auf Seite 319.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

13.11.2018 | Energie | Im Fokus | Onlineartikel

Neue Konzepte vereinfachen Smart Metering

10.10.2018 | Fassade | Im Fokus | Onlineartikel

Eine Gebäudehülle für Umwelt und Nutzer

06.07.2018 | Energieeffizienz | Infografik | Onlineartikel

Energieeffizientes und barrierefreies Bauen

    Bildnachweise