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20.09.2016 | Energiespeicher | Im Fokus | Online-Artikel

Stromspeicher sind Schlüssel zur Energiewende im Eigenheim

verfasst von: Frank Urbansky

2:30 Min. Lesedauer
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Stromspeicher gleichen die fluktuierenden Einspeisungen von Wind- und Sonnenstrom aus. Seit Jahren sinken die Produktionskosten und steigt die Effizienz. Langsam sind die Speicher fit für den Markt.

Traditionelle Stromspeicher beruhen vorrangig auf zwei Technologien. Die ältere ist bleibasiert und kommt in jedem Automobil dieser Welt mit Verbrennungsmotor zum Einsatz. Die zweite ist jünger und stützt sich auf Lithium und dessen salzartige Verbindungen. Lithium ist deutlich leistungsstärker, langlebiger und leichter als Blei, aber eben auch spürbar teurer. Am Markt für Stromspeicher finden sich nach wie vor beide Technologien, auch wenn die Lithium basierten Modelle wegen ihrer Vorteile langsam marktbeherrschend werden. "Aufgrund ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sowie des anzunehmenden starken Kostensenkungspotenzials wird erwartet, dass Lithium-Ionen-Batteriespeicher die derzeit noch dominierenden Blei-Systeme bis 2030 von der führenden Marktposition verdrängt haben werden", schätzen die Springer-Autoren Hendrik Kondziella, Kristina Brod, Thomas Bruckner, Sebastian Olbert und Florian Mes in dem Beitrag "Stromspeicher für die Energiewende – eine akteursbasierte Analyse der zusätzlichen Speicherkosten" auf Seite 181.

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2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Stromspeicher für die „Energiewende“ – eine akteursbasierte Analyse der zusätzlichen Speicherkosten

Die politischen Ziele im Rahmen der Umsetzung der „Energiewende“ in Deutschland sehen den weiteren Zubau erneuerbarer Energien vor, die zu einem überwiegenden Anteil aus fluktuierenden Quellen stammen. Zum Ausgleich der Fluktuationen werden neben dem verstärkten Netzausbau und einer flexiblen Nachfrage auch zusätzliche Speicheroptionen diskutiert. 


Daneben gibt es noch Natrium-Schwefel-Speicher und Redox-flow-Akkumulatoren, die mit Vanadium, Natrium und Zink sowie Brom oder deren Verbindungen arbeiten. Die Kosten für alle diese Speicherformen wurden von diesem Springer-Autorenkollektiv ebenfalls untersucht.

Warum der Durchbruch für Stromspeicher auf sich warten lässt

Bei Nutzern, und hier insbesondere Hausbesitzern eigener Stromerzeugung aus Photovoltaikanlage (PV) oder Blockheizkraftwerk (BHKW), herrscht die Meinung vor, dass die Kosten für einen eigenen Stromspeicher zu hoch seien. Tatsächlich bietet der Markt Systeme im deutlich fünfstelligen Bereich. Aber es gibt auch anschlussfertige Systeme für rund 5.500 Euro. Der Durchbruch lässt dennoch auf sich warten. Und das liegt an den politischen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen.

Insbesondere eine Einspeisevergütung durch das Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) macht einen Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Strom wenig attraktiv. Doch diese Vergütung wird kontinuierlich zurückgefahren. In den nächsten fünf Jahren fallen die ersten Anlagen aus dieser Art der Förderung heraus. Was macht dann die PV-Anlage auf dem Dach? Möglich wäre zwar mit dem neuen EEG 2017 eine regionale Vermarktung im Umkreis von 50 Kilometern. Doch ist dies für einen einzelnen kleinen Stromerzeuger kaum lukrativ. Bei Strompreisen jenseits der 28 Eurocent je Kilowattstunde jedoch lohnt sich der Eigenverbrauch. Der wiederum gelingt aber nur mit einem eigenen Speicher.

Neue Geschäftsmodelle nutzen Eigenverbrauchsquote

Kai-Michael Griese , TimWawer und Robert Böcher schreiben zu diesen Überlegungen in ihrem Beitrag "Suffizienzorientierte Geschäftsmodelle am Beispiel von Stromspeichern" auf Seite 65 in Ausgabe 02/2016 der Zeitschrift für Energiewirtschaft: "Seit Mai 2012 ist in Deutschland mit PV-Anlagen die Netzparität auf Verbraucherebene (grid parity resale) erreicht. Dies bedeutet, dass die Strombezugskosten aus dem Netz der allgemeinen Versorgung über den PV-Stromgestehungskosten liegen. Somit gibt es auf der Mikroebene der individuellen Akteure starke Anreize Stromspeicher zu errichten, um die Eigenverbrauchsquoten zu erhöhen. Diese rechtlichen Vorgaben haben dazu geführt, dass sich in den letzten Jahren vielfältige, innovative Geschäftsmodelle entwickelt haben."

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