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07.06.2016 | Wissenschaftlicher Beitrag | Ausgabe 3/2016

Raumforschung und Raumordnung 3/2016

Energiesystemtransformation – räumliche Politik und Stromnetzplanung

Zeitschrift:
Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning > Ausgabe 3/2016
Autor:
Dr.-Ing. Jörg Fromme

Zusammenfassung

Die Energiepolitik tendiert dazu, den Ausgleich zwischen der Erzeugung und dem Verbrauch von Energie möglichst großräumig zu organisieren und die Standortwahl für neue Kraftwerke und Speicher dem betriebswirtschaftlichen Kalkül im europaweiten Wettbewerb zu überlassen, wobei Netzkosten ausschließlich von den Stromverbrauchern gezahlt werden. Dies konzentriert die Erzeugung auf Gunststandorte und bedingt einen sehr weitgehenden Ausbau der Übertragungsnetze. In der Zivilgesellschaft werden mit der Energiewende dagegen oft Zielvorstellungen einer verbrauchsnahen Erzeugung und einem eher kleinräumig organisierten Ausgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch verbunden. Von einer solchen „dezentralen Energiewende“ versprechen sich die Befürworter einen verringerten Netzausbaubedarf.
Der Beitrag befasst sich mit den Hintergründen und der Praxis der Planungen zum Ausbau der Übertragungsnetze in Deutschland als einem Kristallisationspunkt für die räumliche Energiepolitik im Bereich der Stromversorgung. Eine besondere Rolle nimmt in dieser Hinsicht die Bedarfsplanung ein. Sie beruht unmittelbar auf energiepolitischen Zielen und Maßnahmen und stellt damit das Bindeglied zwischen Energiepolitik und Netzplanung dar. Die Bundesnetzagentur hat die Sensitivitätsanalyse als ein Instrument etabliert, das dazu dient, politische Handlungsoptionen im Hinblick auf ihre Wirkungen auf den Netzausbaubedarf im laufenden Bedarfsplanverfahren zu überprüfen. Dieses Instrument könnte auch genutzt werden, um auf der Basis fundierter Wirkungsanalysen unterschiedliche Transformationspfade systematisch in die netzplanerische und zugleich energiepolitische Abwägung einzustellen und so einen ganzheitlichen Steuerungsansatz mit integrierter Öffentlichkeitsbeteiligung zu verfolgen.

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