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17.09.2012 | Energietechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Energiesparendes Elektro-Fluggerät mit 18 Rotoren

Autor:
Andreas Burkert
2 Min. Lesedauer

An einem neuartigen Fluggerät wird ein energiesparender Elektroantrieb erprobt. Gesteuert werden soll der Volocopter mit Hilfe eines Navigations- und Steuerungssystems, das seine Daten von einem mehrfach redundanten Multi-Sensorsystem bezieht.

Sechs Konsortiumsmitglieder entwickeln unter der Leitung des Unternehmens e-volo ein neuartiges Fluggerät. Der Volocopter wird von einem Piloten gesteuert und ist als Zweisitzer konzipiert. Im Gegensatz zu einem Helikopter wird er nicht von einem oder zwei, sondern von bis zu 18 horizontalen Rotoren angetrieben. Ein weiterer wesentlicher Unterschied und Vorteil: Der Antrieb ist elektrisch. Diese Antriebsart ist ausgesprochen leise, umweltschonend und führt zudem zu einer signifikanten Senkung der Flugkosten. Die Akkus sollen eine Flugzeit bis zu einer Stunde ermöglichen, dabei fallen Energiekosten von weniger als zehn Euro an. Erreicht wird damit bei einem Gesamtgewicht bis zu 450 kg eine Flughöhe von 2000 m, eine Geschwindigkeit bis zu 100 km/h.

Zudem ist es ein ausgesprochen sicheres Fluggerät: Selbst wenn mehrere Motoren ausfallen, kann es noch sicher landen, und selbst im allergrößten Notfall kann es mit einem Fallschirm zu Boden segeln. Nach dem Flugbetrieb lässt es sich platzsparend verstauen, denn der Volocopter kann kompakt in Einzelteile zerlegt werden. Anscheinend ein sehr zukunftsfähiges Gesamtkonzept, denn in diesem Jahr konnte der Volocopter bereits den Charles Lindbergh-Preis auf der AERO Luftfahrtmesse in Friedrichshafen gewinnen, mit dem bedeutende Fortschritte in der Luftfahrt gewürdigt werden.

Am Institut für Angewandte Forschung (IAF) der Hochschule Karlsruhe werden zum einen die Navigationskomponenten entwickelt, also die Algorithmen und das optimale Sensordesign zur Bestimmung von Position, Geschwindigkeit und zur Orientierung des Volocopters. Die Daten dazu liefert ein mehrfach redundantes Multi-Sensorsystem. Zum anderen auch die Komponenten des Steuerungssystems, das – basierend auf aktueller Flugposition, Geschwindigkeit und Orientierung des Volokopters – die jeweilige Drehzahl der bis zu 18 Rotoren in Abhängigkeit der Kursvorgaben über den Steuerknüppel des Piloten regelt.

An der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft werden Navigations- und Steuerungssystem für ein neuartiges bemanntes Fluggerät entwickelt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit zwei Millionen Euro gefördert. Am Institut können über die ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie)-Fördermittel nun u. a. zwei wissenschaftliche Mitarbeiter für dieses Forschungsprojekt eingestellt werden.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2012 | OriginalPaper | Buchkapitel

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Quelle:
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01.04.2007 | Editorial | Ausgabe 4/2007

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