Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Die Energieversorgung ist weltweit im Umbruch. Die aktuelle Zufriedenheitsforschung hat neue Wege eröffnet, den Einfluss alternativer Versorgungsstrukturen auf die Lebensqualität zu untersuchen. Relevante Zusammenhänge umfassen einerseits Auswirkungen auf Umwelt und Klima, Sicherheitsrisiken und die von Energieanlagen ausgehenden Belästigungen und andererseits die Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Energie. Heinz Welsch stellt den Einfluss dieser Faktoren auf das subjektive Wohlergehen anhand der neuesten Forschungsliteratur dar und zieht die Zufriedenheitsforschung für eine vergleichende Bewertung alternativer Versorgungstechnologien heran.

​Der Autor:

Dr. Heinz Welsch ist Professor im Ruhestand für Volkswirtschaftslehre an der Universität Oldenburg. Er lehrte Umwelt-, Ressourcen- und Energieökonomik sowie Verhaltensökonomik und veröffentlichte zahlreiche Forschungsarbeiten auf diesen Gebieten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung: Lebensqualität als Maßstab der Energiepolitik

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist die Energieversorgung weltweit im Umbruch. Insbesondere geht es dabei um den Ersatz fossiler Energieträger (Kohle, Öl und Gas) durch erneuerbare Energien (Solar- und Windenergie sowie Biomasse). Verschiedene Formen der Energieversorgung sind mit unterschiedlichen Nutzen, Kosten, Risiken und Umweltbelastungen verbunden und beeinflussen dadurch die Lebensqualität. Daten über die allgemeine Lebenszufriedenheit werden zunehmend zur Messung der Lebensqualität herangezogen. Sie machen es möglich, den Zusammenhang zwischen Energieversorgung und Lebensqualität zu erfassen und liefern damit eine Grundlage für die Beurteilung energiepolitischer Maßnahmen zum Umbau des Energiesystems.
Heinz Welsch

Kapitel 2. Umweltbelastung und Klimawandel

Zusammenfassung
Energiebedingte Umweltbelastungen und der Klimawandel sind wichtige Einflusskanäle, durch die die Energieversorgung potenziell auf das subjektive Wohlergehen einwirkt. Die relevanten Umweltbelastungen bestehen vorwiegend aus Luftverschmutzung, die auf allen Stufen der Energieumwandlungskette von der Förderung und Verarbeitung der fossilen Primärenergieträger (Kohle, Mineralöl, Erdgas) bis zur Erzeugung und Nutzung der Endenergie anfällt. Der Klimawandel hat einen potenziellen Einfluss auf das Wohlergehen, indem er Klimaparameter wie etwa Temperatur oder Niederschläge und die Häufigkeit und Stärke von Extremereignissen (Stürme, Starkregen, Dürren, Waldbrände) verändert.
Heinz Welsch

Kapitel 3. Nuklearunfälle und Risikowahrnehmung

Zusammenfassung
In der Geschichte der zivilen Kernenergienutzung gab es zwei Unfälle der höchsten Kategorie: Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011. Diese führten zu hoher radioaktiver Belastung und zu immensen materiellen Schäden. Neben diesen objektiven Folgen können Nuklearunfälle die Lebensqualität durch psychologische Auswirkungen beeinflussen. Ferner kann die Nutzung der Kernenergie die Lebenszufriedenheit nicht nur durch tatsächliche Unfälle, sondern auch durch das empfundene Risiko solcher Unfälle beeinträchtigen. Tatsächliche Nuklearkatastrophen können die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit von Unfällen und des potenziellen Schadensausmaßes verändern.
Heinz Welsch

Kapitel 4. Nachbarschaftseffekte erneuerbarer Energieanlagen

Zusammenfassung
Die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien ist in den letzten Jahrzehnten massiv ausgebaut worden. Der Ausbau erneuerbarer Energien hat teilweise zu Widerstand auf lokaler Ebene geführt. Dies wirft die Frage nach den Auswirkungen auf das subjektive Wohlergehen auf. Wind-, Solar- und Biomasseanlagen können das Wohlergehen durch visuelle, akustische und Geruchsbelästigungen in der Nachbarschaft beeinträchtigen. Da erneuerbare Energieanlagen überwiegend in einem Zeitraum gebaut wurden, für den Daten zum subjektiven Wohlergehen vorliegen, ist es möglich, zu ermitteln, ob und inwieweit Auswirkungen auf das Wohlergehen aufgrund von Gewöhnungseffekten vorübergehender Natur sind.
Heinz Welsch

Kapitel 5. Erschwinglichkeit von Energie

Zusammenfassung
Neben der Umwelt- und Klimafreundlichkeit sowie den Sicherheitsrisiken von Energieversorgungsanlagen ist die Erschwinglichkeit von Energie eines der wesentlichen Ziele der Energiepolitik. Die Erschwinglichkeit ist jüngst im Zuge der Energiewende verstärkt zum Gegenstand öffentlicher Debatten geworden, da erneuerbare Energien tendenziell teurer als die Energieversorgung aus konventionellen Quellen waren beziehungsweise sind. Insbesondere ist die sogenannte Energiearmut thematisiert worden, das heißt der Umstand, dass Menschen sich eine unverzichtbare Mindestmenge an Energie nicht oder nur schwer leisten können. Der Zusammenhang zwischen der Erschwinglichkeit von Energie und dem subjektiven Wohlergehen ist in jüngeren Forschungsarbeiten untersucht worden.
Heinz Welsch

Kapitel 6. Energieversorgungsstruktur

Zusammenfassung
Der Zugang zu Energie und ihre Erschwinglichkeit tragen zum menschlichen Wohlergehen bei. Gleichzeitig beeinträchtigt die Energieversorgung durch ihre Umwelt- und Klimaauswirkungen, die mit ihr verbundenen Sicherheitsrisiken und durch Nachbarschaftseffekte das Wohlergehen. Da die Energieversorgung aus fossilen Brennstoffen, Kernenergie und erneuerbaren Energien jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf das Wohlergehen haben, kommt es für die Energiepolitik darauf an, die verschiedenen Auswirkungen gegeneinander abzuwägen und eine per Saldo angemessene Energieversorgungsstruktur zu wählen. Die Lebenszufriedenheitsforschung kann dazu beitragen.
Heinz Welsch

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise