Skip to main content
main-content

29.01.2016 | Energieverteilung | Im Fokus | Onlineartikel

Ausgezeichnetes Supraleiter-Projekt

Autor:
Julia Ehl

Das weltweit längste Supraleiterkabel in der Essener Innenstadt hat sich im realen Betrieb bewährt. Das Modellprojekt AmpaCity wurde mit dem Innovationspreis für Klima und Umwelt ausgezeichnet.

Die künftige Energieversorgung von Innenstädten wird im Praxistest des Modellprojekts AmpaCity seit Inbetriebnahme am 30. April 2014 getestet. Die Zwischenbilanz der Projektpartner nach 180 Tagen Betriebszeit des Supraleiters in der Essener Innenstadt fiel bereits sehr positiv aus. Jetzt wurde AmpaCity und mit Ihnen die Projektpartner RWE als Netzbetreiber, der Kabelhersteller Nexans, der Energiekabel und einen supraleitenden Kurzschluss-Strombegrenzer lieferte, der Projektträger Jülich und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das den Feldversuch wissenschaftlich begleitet, mit dem Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) in der Kategorie „Umweltfreundliche Technologie“ ausgezeichnet. Das Preisgeld des vom Bundesumweltministeriums und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie ausgelobten Preises beläuft sich auf 25.000 Euro.

Empfehlung der Redaktion

2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

Supraleiter

Bei vielen Metallen beobachtet man etwas Erstaunliches, wenn man sie auf sehr niedrige Temperaturen abkühlt: Ihr elektrischer Widerstand nimmt schlagartig ab und ist praktisch nicht mehr messbar, so dass sie sich wie perfekte elektrische Leiter verha


„Mit AmpaCity konnten wir zeigen, dass die Hochtemperatur-Supraleitung den Weg von einer Nobelpreis-würdigen Idee hin zur wirtschaftlichen Anwendung zurückgelegt hat“, fasst Professor Mathias Noe vom KIT die Erfolgsgeschichte zusammen. Durch die einen Kilometer lange Hochtemperatur-Supraleitung in der Essener Innenstadt wurden bisher rund 35 Millionen Kilowattstunden Strom übertragen. Dies entspricht einer Energielieferung an 10.000 Haushalte.

Einsatz von Hochspannungskabeln reduzieren

Der Feldversuch zeigt, dass der Einsatz eines Supraleiters Vorteile gegenüber der Versorgung durch Hochspannungskabel hat. Das moderne Supraleiterkabel überträgt eine fünfmal höhere Strommenge pro Kabelquerschnitt. Die Netzstruktur kann vereinfacht und Umspannstationen zurückgebaut werden. Die Projektpartner des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit 5,9 Millionen Euro geförderten Projekts sind sich darüber einig, eine Umstellung auf Supraleiter im innerstädtischen Bereich führt mittelfristig zu mehr Effizienz, schlankeren Netzen und niedrigeren Betriebs- und Instandhaltungskosten bei einem geringeren Flächenverbrauch.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.