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10.10.2016 | Energieverteilung | Interview | Onlineartikel

"Aus der klassischen Energiewelt neue Lösungen schaffen"

Autor:
Günter Knackfuß
Interviewt wurde:
Dr. Michael Sobotka

ist sich sicher, Herausforderungen der Gateway-Administration können gemeinsam besser und wirtschaftlicher erfüllt werden, da Know-how gebündelt wird und Skaleneffekte greifen.

Wie gebündeltes Know-how aus dem Netz- und Messstellenbetrieb nutzbar gemacht wird, wenn es um die effiziente Gateway-Administration geht, erklärt Dr. Michael Sobotka.

Springer Professional: Worin bestehen die Kernaufgaben der Gateway-Administration?

Michael Sobotka: Der Gateway-Administrator gewährleistet die Sicherheit der intelligenten Messsysteme (iMSys) und der Kommunikation der Messwerte zu den Marktteilnehmern. Er ist die Sicherheitsinstanz in den neuen Strukturen. Ohne den Gateway-Administrator erhält niemand Messwerte aus iMSys. Er alleine hat direkten Zugriff auf das Gateway im iMSys. Er richtet Tarife ein und definiert die Kommunikation mit den Marktteilnehmern. Jeder Marktteilnehmer muss sich gegenüber dem Gateway-Administrator über einen Sicherheitsschlüssel identifizieren. Das gewährleistet eine hohe Sicherheit der Daten und einen ausgezeichneten Schutz vor unbefugtem Zugriff.

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Welche Weichen sollten von den Energieversorgungsunternehmen dafür jetzt gestellt werden?

Die Energieversorgungsunternehmen stehen vor der Frage, selbst Gateway-Administrator zu werden oder sich an einen professionellen Partner zu wenden. Die Aufgaben eines Gateway-Administrators können nicht "nebenbei von der IT" erledigt werden. Dafür sind die gesetzlichen Anforderungen, die Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnikund die neuen Prozesse zu komplex. Der Aufbau der IT, der Sicherheitsstrukturen und des Personals, bedürfen einer präzisen Vorbereitung und großer Sorgfalt. Ohne eine aufwändige Zertifizierung (z.B. nach ISO 27001), wird kein Gateway-Administrator in Betrieb gehen. Die Gateway-Administration ist jedoch nur eine Herausforderung für Energieversorgungsunternehmen. Die Messwerte der iMsys müssen verarbeitet werden. Die Systeme der meisten Unternehmen sind darauf nicht vorbereitet. Dafür werden Meter Data Management Systeme benötigt. Diese nehmen große Datenmengen schnell auf und können sie weiterverarbeiten.

Ihre Gesellschaft bietet eine modulare Lösung an. Welche wesentlichen Leistungen gehören dazu?

GWAdriga bietet modulare Lösungen an, weil die Anforderungen der Kunden sehr individuell sind. So können wir maßgeschneidert zu einem wirtschaftlichen Preis anbieten. Unsere zwei Kernelemente sind die Gateway-Administration und das Meter Data Management. Ergänzend bieten wir datenbasierten Mehrwertdienste an, die unser Leistungsspektrum abrunden. Dazu gehören u. a. Visualisierungslösungen, Plausibilisierung und Ersatzwertbildung, Integration und Verarbeitung ergänzender Daten sowie Steuerung dezentraler Lasten und Einspeiser. Dieses Portfolio werden wir konsequent ausweiten, um mit unserer Expertise der klassischen Energiewelt und der Nähe zu jungen Unternehmen, vollkommen neue, innovative Lösungen zu schaffen.

Wo sehen sie die Knackpunkte bei den einzelnen Prozessen?

Die größte Herausforderung wird in der Verbindung der neuen Prozesse und Systeme mit den bereits bestehenden Prozessen und Systemen liegen. Schließlich müssen einerseits die klassischen Mess- und Kommunikationsprozesse weiterlaufen. Andererseits werden die Weichen für einen neuen Markt gestellt. Wir glauben, dass in iMsys die Zukunft liegt. Es werden sich Geschäftsmodelle entwickeln, die über das gesetzliche Mindestmaß hinaus, einen flächendeckenden Einsatz rentabel machen.

Welche Vorteile bietet die Gateway-Administration ihrer Gesellschaft?

Die Idee zur GWAdriga entstand aus der Überlegung heraus, die neuen Herausforderungen gemeinsam zu schultern. Alle Gründungsgesellschaften von GWAdriga, die EWE, die RheinEnergie und die Westfalen Weser Netz waren sich einig: Eine gemeinsame Gesellschaft wird die Herausforderungen besser erfüllen, weil sie auf das gebündelte Know-how zurückgreift und durch Skaleneffekte wirtschaftlicher arbeitet. Von diesen Vorteilen profitieren auch die Kunden von GWAdriga. Im Vergleich zu anderen Mitbewerbern hat GWAdriga ein Alleinstellungsmerkmal: Die kritische Menge an iMsys für einen gesicherten, wirtschaftlichen Betrieb wird alleine schon durch die Gründungsgesellschaften erreicht (ca. 480.000 iMsys). GWAdriga ist damit, auch auf lange Sicht, ein zuverlässiger Partner für alle Energieversorgungsunternehmen.

Ihr System hat sich bereits in der Praxis etabliert. Welche Erfahrungen können sie vermitteln?

Das System von GWAdriga hat sich in vielen Praxistests bewährt. Wir sehen dem Marktstart 2017 gelassen entgegen. Unser Partner BTC ist eines der innovativsten und erfahrensten Unternehmen im Bereich Gateway-Administration und Meter Data Management. Neben den Tests in den Gründungsgesellschaften hat BTC auch ein umfassendes Know-how aus vielen Tests bei anderen deutschen Energieversorgungsunternehmen. Darüber hinaus verfügen auch unsere Gesellschafter über sehr umfassende praktische Erfahrungen im Bereich Smart Metering.

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