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26.07.2022 | Entrepreneuership | Im Fokus | Online-Artikel

Wie Mitarbeiter zu Unternehmern werden

verfasst von: Andrea Amerland

3 Min. Lesedauer
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Interner Gründergeist ist eine wichtige Säule für Innovationen in Unternehmen. Doch wie lässt sich eine Start-up-Mentalität bei Mitarbeitern entwickeln? Die Management-Forschung hat die wichtigsten Einflussgrößen für Intrapreneurship ermittelt.

Intrapreneure, also Beschäftigte mit Innovationsgeist und Gründerqualitäten, treiben in deutschen Unternehmen die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Produkte wesentlich voran. Sie sichern so den Fortbestand von Firmen und sorgen für Wachstum. Das zeigt der "Global Entrepreneurship Monitor (GEM) Länderbericht Deutschland 2020/21" des RKW Kompetenzzentrums in Kooperation mit dem Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover.

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2021 | OriginalPaper | Buchkapitel

Intrapreneurship

Intrapreneurship als Innovationsansatz – das Kickbox-Modell im Praxiseinsatz

Unternehmertum von fest angestellten Mitarbeitern innerhalb von Unternehmen als Intrapreneure – seit mehr als 30 Jahren gibt es den Begriff des Intrapreneurships und des Intrapreneurs. In diesem Kapitel stellt der Autor den Innovationsansatz als Bottom-up-Unternehmer vor.

Demnach liegt Deutschland im Vergleich der 43 GEM-Länder beim Thema Intrapreneurship auf dem dritten Platz und somit nur knapp hinter Kroatien und Brasilien. Insgesamt geben hierzulande 9,2 Prozent der Beschäftigten an, innerhalb der vergangenen drei Jahre in einer führenden Rolle als Intrapreneurin oder Intrapreneur aktiv gewesen zu sein. 

Was ist ein Intrapreneur?

Der vom US-amerikanischen Politiker Giffort Pinchot im 20. Jahrhundert geprägte Begriff Intrapreneur bezeichnet, so heißt es im Buchkapitel "Intrapreneurship durch Ideenmanagement", Organisationsmitglieder, die

  • unternehmerisch und proaktiv denken,
  • ihre Ideen nicht zur Gründung einer eigenen Organisation nutzen, sondern diese ihrem Arbeitgeber zur Verfügung stellen,
  • gezielt nach Verbesserungspotenzial innerhalb der Organisation suchen,
  • ihre Ideen auch gegen Widerstände durchzusetzen versuchen.

Kennzeichnend für diese Personengruppe in Unternehmen sind ihre Start-up-Qualitäten, die sie aber nicht in einer externen Neugründung ausleben, weil sie weniger risikoaffin sind wie Arbeitnehmer, die den Weg der Selbstständigkeit wählen, hat der GEM-Bericht ermittelt. Nur zwei Prozent der internen Gründer sind demzufolge zwischen 18 und 24 Jahre alt, während es bei den Entrepreneuren 19 Prozent sind. In der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen beläuft sich ihr Anteil hingegen auf 16 Prozent, bei den Entrepreneuren sind es nur neun Prozent. 

Wie Unternehmen von Gründerqualitäten profitieren

Beschäftigte mit Innovations- oder Gründergeist zu rekrutieren oder zu entwickeln, "die dann intrinsisch motiviert Ideen aus einer unternehmerischen Sichtweise heraus" generieren, gehöre zu den lohnenden Aufgaben des Personalmanagements, so Till Suchsland und Martin Kloyer im bereits erwähnten Buchkapitel auf Seite 52: 

  • Das Ziel ist es, Intrapreneurship innerhalb der Organisation zu etablieren.
  • Die Methode ist ein darauf hinführendes Ideenmanagement. 
  • Der Nutzen ist die Steigerung des Anteils gesamtorganisationsbezogener, potenziell wertvollerer Ideen, der aus der Verbreitung unternehmerischen Denkens unter den Beschäftigten resultiert.

Intrapreneure streben unabhängig von Hierarchien oder Funktionsbereich eigenverantwortlich danach, "neue Produkte, Dienstleistungen und Prozesse in Organisationen zu entwickeln, umzusetzen und diese auch gegen mögliche Widerstände zu verteidigen" definiert Benjamin Jäcklin in "Intrapreneurship – Organisationale Innovationen durch Unternehmer im Unternehmen?" auf Seite 32 das Wesensmerkmal interner Gründer. 

Faktoren, die Intrapreneurship positiv beeinflussen

Doch wie lassen sich Beschäftigte in genau diese Richtung weiterentwickeln? Welche Rahmenbedingungen brauchen sie? Jäcklin hat organisationalen Einflussfaktoren von Intrapreneurshipverhalten ermittelt, indem er die vorhandene wissenschaftliche Literatur zum Thema analysiert hat.

Einflussfaktor

Beschreibung

Management Support

Bereitschaft von Führungskräften, unternehmerische Projekte der Beschäftigten aktiv zu unterstützen

Gewährte Handlungsfreiheit

Dezentralisierung von Verantwortung und Gewährung von persönlichem Entscheidungs- und Handlungsspielraum

Transformationale Führung

Führung durch Visionen, Werte und Vorbildfunktion

Eine wesentliche Rolle spiele in jedem Fall die Leistungsmotivation, urteilt Jäcklin. Diese sei der Hauptbeweggrund von Intrapreneuren für ihr unternehmerisches Denken und Handeln, Leistungsmotivation zu fördern hingegen Aufgabe von Führungskräften. Gelinge es, internes Unternehmertum zu fördern, blieben die betriebswirtschaftlichen Erfolgsgrößen nicht aus. Eine unternehmerische Haltung der Beschäftigten erhöhe zudem die Mitarbeiterbindung.

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