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27.05.2019 | Entsorgung | Interview | Onlineartikel

"Eine Entspannung der Deponiesituation kann ich nicht erkennen"

Autor:
Dipl.-Ing. Edgar Freund

Hartmut Haeming, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Deutscher Deponiebetreiber e. V., wurde von der Redaktion der WASSER UND ABFALL zur aktuellen Situation der Deponien in Deutschland befragt.

WASSER UND ABFALL: Die InwesD vertritt die Interessen zahlreicher Deponiebetreiber in Deutschland. Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Gemeinschaft und was unternehmen Sie, um diese Ziele zu erreichen?

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01.05.2019 | Interview | Ausgabe 5/2019

"Eine Entspannung der Deponiesituation kann ich für Deutschland nicht erkennen"

Die Interessengemeinschaft Deutscher Deponiebetreiber e. V. (InwesD) befasst sich deutschlandweit mit der Ablagerung von Siedlungsabfällen. Dies betrifft vor allem Deponien der Klassen 0 bis 3, die sich in den unterschiedlichen Deponiephasen (Planung bis Nachsorge) befinden. Die Redaktion von WASSER UND ABFALL hat Hartmut Haeming, Vorsitzender der InwesD, zur aktuellen Deponiesituation in Deutschland interviewt.


Hartmut Haeming: Erstes Ziel der InwesD war und ist es seit 2004, dem Gründungsjahr, den Deponiebetreibern gleich welcher Herkunft eine Stimme zu geben. Und wir werden gehört. Anders als in anderen Verbänden knüpft InwesD nicht an die jeweilige Organisationsform (öffentlich-rechtlich oder privatrechtlich) seiner Mitglieder an, sondern fördert den organisationsübergreifenden Informationsaustausch. Durch InwesD werden ausschließlich die Belange der Deponien vertreten. In weitergehende politische Diskussionen bringt sich InwesD nur dann ein, wenn Deponieaspekte berührt sind.

InwesD bearbeitet, bewertet und vertritt rechtliche Fragestellungen und abfallrechtliche Entwicklungen, die Deponien betreffen. Sie bearbeitet technische Fragestellungen auf allen Gebieten der Deponieeinrichtung, des Deponiebetriebes, der Nachsorge, der Stilllegung und der Deponiesicherheit und beschäftigt sich mit Fragen der Zwischenlagerung von Abfällen auf Deponien. Außerdem werden steuerrechtliche, finanzrechtliche und vergaberechtliche Fragestellungen aufgegriffen. Sie vertritt ihre Belange gegenüber den Landesbehörden und Bundesbehörden, der Bundesregierung, den Parlamenten und der EU. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesumweltministerium steht dabei im Fokus. Außerdem fördert die InwesD den Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern.

Nach dem Deponieverbot für unbehandelte Siedlungsabfälle hat sich seit dem Jahr 2005 die Deponiesituation in Deutschland deutlich entspannt. Dies betrifft vor allem die seinerzeit vorhandenen Hausmülldeponien, deren Laufzeit sich aufgrund rückläufiger Ablagerungsmengen erheblich verlängert hat. Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Entsorgungssituation?

Eine Entspannung der Deponiesituation kann ich für Deutschland nicht erkennen. Nach dem Deponierungsverbot 2005 hatte sich offenbar in vielen Köpfen zunächst der Gedanke festgesetzt, dass wir keine Deponien mehr benötigen würden. Das hat dazu geführt, dass wir lange Zeit vom Deponiebestand gelebt haben und kaum neues Deponievolumen entstanden ist. Dabei wurde nicht gesehen, dass der mineralische Abfallstrom mit rd. 230 – 240 Mio. t pro Jahr unser weitaus größter Abfallstrom ist und erhebliche Mengen dieses Abfallstroms immer noch deponiert werden müssen. Erst in den letzten Jahren konnte auch durch InwesD ein neues Bewusstsein für Deponiebedarf geschaffen werden. Das hat nicht nur zu Deponiebedarfsanalysen in zahlreichen Bundesländern geführt, sondern auch zur Schaffung neuen Deponieraums. Hier sind wir aber bei weitem noch nicht am Ziel.

Lesen Sie das gesamte Interview mit der Überschrift "Eine Entspannung der Deponiesituation kann ich für Deutschland nicht erkennen" mit Hartmut Haeming in WASSER UND ABFALL | Ausgabe 6/2019.

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