Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Mit dem Vordringen der Ressourcen- und Kompetenzperspektive zeichnet sich seit etwa einem Jahrzehnt ein Umbruch im strategischen Management ab, der fundamentaler ist, als er zumeist dargestellt wird. Wenn, pointiert gesprochen, nicht mehr Produkte auf Märkten, sondern vielmehr die sie hervorbringenden Ressourcen und Kompetenzen den "Stoff darstellen, aus dem die Wettbewerbsvorteile sind", dann wird damit auch ein neues strategisches Weltbild entworfen -ein abstrakteres, mit weniger (konkreten) Handlungsempfehlungen versehenes, das dafür jedoch mit einem größeren Nachhaltigkeitsversprechen ausgestattet ist. Deshalb überrascht es nicht, dass sich diese Perspektive trotz ihrer gestaltungsbezogenen "Unhandlichkeit" in der Praxis dennoch schnell verbreitet und -soweit überschaubar -mindestens die größeren Unternehmen an Kompetenzstrategien arbeiten. So viel versprechend dieses neue strategische Weltbild auch erscheinen mag -noch ist es lückenhaft: Die industrieökonomische Grundlage der Ressourcenkonzepte ist unvollständig und wenig anwendungsfreundlich, und die gestaltungsfreundlicheren Kompetenzansätze kommen bislang fast ohne eine ausgearbeitete theoretische Basis aus. Ein Beispiel mehr also für den in der Managementlehre nur allzu bekannten "Spagat" zwischen Erklärung und Gestaltung. Anspruchs- und verdienstvoll zugleich ist deshalb das Ziel der vorliegenden Arbeit, das darin besteht, ein theoretisch fundiertes Modell zur Beschreibung und Erklärung des Kompetenzaufbaus zu entwickeln. Dazu wird zunächst der Diskussionsstand sorgsam und präzise analysiert und für die eigene Modellbildung aufgearbeitet. Mit dieser problemfokussiert entwickelten "Gesamtschau" auf die ressourcenbasierte Strategieperspektive wird zudem ein echter "added value" für all jene geliefert, die einen fundierten Überblick gewinnen wollen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Konzepte des Strategischen Managements befassen sich mit Aussagen zur nachhaltigen Sicherung des Erfolges von Unternehmen, die im Wettbewerb stehen, und stellen damit das Herzstück der Unternehmensführung dar. Die Vielzahl der von Managern, Unternehmensberatern und Forschern entwickelten Ansätze, Konzepte und Instrumente verweisen auf das dringende Anliegen von Theorie und Praxis, erfolgsgenerierende Muster unternehmerischen Verhaltens zu entdecken und daraus entsprechende Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Forschung zum Strategischen Management hat im Verlauf der Zeit eine Reihe erfolgsrelevanter Faktoren identifiziert, die allerdings teilweise widersprüchlich sind, sich auf unterschiedlichste Theorien stützen und methodisch die gesamte Bandbreite von der großzahligen quantitativen Studie bis hin zur qualitativen Einzelfallbetrachtung beinhalten, so dass „...wir nach einer über dreißigjährigen Entwicklungsgeschichte vor einer Disziplin stehen, die sich durch eine große Uneinheitlichkeit und Meinungsvielfalt auszeichnet“ (Bresser 1998: 3). In den letzten 10 Jahren hat sich ein Perspektivenwechsel vollzogen, der eine Konzentration der Forschungs- und Gestaltungsinteressen auf die Ressourcen und Kernkompetenzen eines Unternehmens als Garanten eines dauerhaften Unternehmenserfolges beinhaltet. Als ein wesentlicher Auslöser dieser Entwicklung lässt sich der 1990 erschienene Artikel “The Core Competence of the Corporation” von Prahalad/Hamel identifizieren, welcher auf ein herausragendes Interesse stieß und die Diskussion um einen Paradigmenwechsel im Strategischen Management vorantrieb.
Hanna Fearns

2. Die ressourcen- und kompetenzbasierte Strategieperspektive

Zusammenfassung
Als vielbeachteter Gegenentwurf zum Marktansatz hat sich in der Strategieforschung der letzten 10 Jahre die ressourcenorientierte Perspektive etabliert, welche die Relevanz unternehmensspezifischer Ressourcen für die Entstehung langfristiger Wettbewerbsvorteile betont: Der kritisierten Perspektivenverengung im Strategischen Management durch die Konzentration auf den Absatzmarkt wird bei der Entwicklung dieser neuen Konzepte die Relevanz einzigartiger, wertvoller Ressourcen für den Unternehmenserfolg und die Notwendigkeit ihrer Berücksichtigung bei der Strategieformulierung gegenübergestellt.
Hanna Fearns

3. Entwicklungsbedarf und Entwicklungsmöglichkeiten für die Kompetenzperspektive: Neue Wege der Debatte

Zusammenfassung
Die bisherigen Ausführungen haben gezeigt, dass eine umfassende Auseinandersetzung mit der Frage des Aufbaus von Kernkompetenzen die Berücksichtigung der strukturellen und prozessualen Dimensionen von Kompetenzen erfordert. Deutlich wurde bei der geführten Diskussion, dass ein theoretischer Überbau, welcher dieses Phänomen mit seinen vielfältigen Facetten erklären kann, bislang nicht vorliegt. Vielmehr sind es Einzelbeiträge und Überlegungen unterschiedlicher Disziplinen, welche sich dem Forschungsgegenstand auf verschiedene Weise zu nähern versuchen. Um die Komplexität des Kompetenzaufbaus in einem theoretischen Modell zu erfassen, ist eine Theorie erforderlich, welche die strukturelle und prozessuale Dimension und die damit aufgeworfenen Fragestellungen gleichermaßen erfassen bzw. erklären kann und dabei das Unternehmen sowie die innerhalb und außerhalb des Unternehmens ablaufenden Prozesse berücksichtigt. Für die Entwicklung eines solchen Erklärungsmodells muss also eine theoretische Basis gefunden werden, von der aus der Prozess des Kernkompetenzaufbaus beleuchtet werden kann:
„On which disciplines should we primarily draw? Should economics still be a dominant source of inspiration or are there dangers associated with relying to much on economics?“ (Foss 1997b: 346).
Hanna Fearns

4. Das Evolutionsmodell der Kompetenzen

Zusammenfassung
Die Erklärung des Kompetenzaufbaus in Unternehmen durch ein evolutionstheoretisch fundiertes Modell stellt in der Literatur Neuland dar.80 Auf der Basis der bislang aufgezeigten Potentiale einer evolutionstheoretischen Betrachtung wird im Folgenden ein Modell der Kompetenzevolution erarbeitet, das gemäß der Zielsetzung dieser Arbeit das Phänomen des Kompetenzaufbaus in Unternehmen beschreibt, erklärt und theoretisch fundierte Gestaltungsempfehlungen erlaubt.
Hanna Fearns

5. Schlussbemerkungen: Kritische Betrachtung der Leistungen und Konsequenzen des Gesamtmodells

Zusammenfassung
Das Schlusskapitel der Arbeit dient zwei unterschiedlichen Themenbereichen: Zunächst werden in Abschnitt 5.1. die Leistungen des Evolutionsmodells zusammengefasst und ihre Konsequenzen im theoretischen Kontext kritisch reflektiert. Anschließend werden in Abschnitt 5.2. komplementär zu dieser theoretischen Auseinandersetzung die Konsequenzen des Evolutionsmodells für die Praxis des Strategischen Managements in Unternehmen diskutiert. Damit wird die in der Arbeit grundsätzlich angelegte, v.a. in Kapitel 4 herausgearbeitete Beziehung des theoretischen Modells zur Praxis nochmals konkretisiert, indem die Implikationen des Modells zur Entwicklung von Gestaltungsempfehlungen für das Kompetenzmanagement herangezogen werden. Die Gestaltungsimplikationen werden dabei in Form von zentralen Fragen an die Unternehmensführung formuliert, deren Antworten keine rezepthafte und aufgabenorientierte Handlungsanweisung an das Kompetenzmanagement beinhalten, sondern dem Praktiker die Reflexion über die wesentlichen Faktoren des Kernkompetenzaufbaus ermöglichen sollen.
Hanna Fearns

6. Literaturverzeichnis

Ohne Zusammenfassung
Hanna Fearns
Weitere Informationen