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09.02.2016 | Erdgas | Im Fokus | Onlineartikel

Trinkwasserschutz und Fracking sind laut Studie vereinbar

Autor:
Sabine Voith

Eine Studie zu Schiefergas und Schieferöl in Deutschland zeigt, dass Trinkwasserschutz und Fracking vereinbar sind. Entscheidend sind die Standortauswahl und der Stand der Technik.

Erdgas ist als schadstoffarmer fossiler Brennstoff ein Kandidat für einen grünen Energiemix. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sieht in der Förderung inländischen Schiefergases eine Möglichkeit, den Rückgang der Erdgasgewinnung in Deutschland abzufedern. Die Gewinnung von Schiefergas durch Fracking ist jedoch umstritten. Die BGR-Studie „Schieferöl und Schiefergas in Deutschland – Potenziale und Umweltaspekte“ lieferte nun einen neuen Aspekt: Trinkwasserschutz und Fracking sind aus geowissenschaftlicher Sicht vereinbar.

Hydrogeologische Modellierungen für geologische Formationen, die für eine Schieferöl- oder Schiefergasförderung in Betracht kommen, ergaben: Injizierte Fracking-Fluide steigen aus dem tieferen Untergrund nicht in das Grundwasser auf, aus dem das Trinkwasser gewonnen wird. Auch die künstlich durch Fracking erzeugten Risse im Gestein erreichen nicht die zur Trinkwassernutzung geeigneten Grundwasserschichten, so die BGR. Mit der richtigen Standortauswahl und der Einhaltung des Standes der Technik bestehe keine Gefahr für das Grundwasser.

Empfehlung der Redaktion

01.03.2014 | Fachaufsätze | Ausgabe 3/2014

Grundwasserschutz und Fracking

Am 20. Dezember 2013 hat das für Baden-Württemberg zuständige Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau im Regierungspräsidium Freiburg der Firma „Parkyn Energy“ die Erlaubnis bis 2015 verlängert, auf den Erkundungsfeldern Biberach


Geologische Ressourcen beziffert

Neben der Umweltaspekte beim Fracking wurden in der neuen Studie auch die geologischen Ressourcen untersucht. Danach werden die nach heutigem technologischem Stand förderbaren Mengen auf 320 bis 2030 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Schiefergesteinen beziffert. Diese nicht-konventionellen Vorkommen übersteigen deutlich Deutschlands konventionelle Erdgasreserven und -ressourcen inklusive Tight Gas von rund 90 Milliarden Kubikmeter beziehungsweise 110 Milliarden Kubikmeter.

Erstmals hat die BGR im Rahmen der Studie auch die Schieferöl-Ressourcen ermittelt. Danach verfügt Deutschland mit 13 bis 164 Millionen Tonnen über ein Potenzial, das in etwa der Größenordnung der konventionellen Erdölreserven von 31 Millionen Tonnen und den Ressourcen von 20 Millionen Tonnen entspricht.

Größte Potential im norddeutschen Becken

In der Studie wurden alle aus geologischer Sicht relevanten Gesteinsformationen für Schieferöl und Schiefergas erfasst. Die größten Potentiale sind im norddeutschen Becken zu erwarten, vor allem im Posidonienschiefer in einer Tiefe von mehr als 1.000 Metern. Im Buchkapitel „Fossile Energie“ thematisieren die Springer-Autoren Florian Neukirchen und Gunnar Ries das Fracking. Auf Seite 307 gehen sie auf die Frage nach der Gefahr einer Verunreinigung des Grundwassers beim Fracking ein. 

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

Fossile Energie

Quelle:
Die Welt der Rohstoffe

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Anti-Fracking Kampagnen und ihre Mediennutzung

Quelle:
Lobby Work

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