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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Die Beschaffung vor allem finanzieller Ressourcen war für Nonprofit-Organisationen (NPOs) lange Jahre kein ernsthaftes Problem. Ohne größeres Zutun wuchs der deutsche Spendenmarkt in der Nachkriegszeit kontinuierlich. Etwa Mitte der achtziger Jahre zeichnete sich aber erstmals ein Wendepunkt in der Entwicklung ab. Zwar stieg Schätzungen zufolge die private Spendenbereitschaft weiterhin an.1 Im Verhältnis zum Staat trat für NPOs jedoch langsam eine veränderte Situation ein. Weltweit kamen neoliberale Tendenzen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik auf. Schlagworte wie ‘Thatcherism’ oder ‘Reaganomics’ kennzeichneten diese Entwicklung. Der Staat zog sich aus angestammten sozialen Aufgabenbereichen zurück und überließ sie entweder dem Markt oder den NPOs, als dem sog. ‘Dritten Sektor’. Dieser Trend wurde gerade in Deutschland durch die Wiedervereinigungsproblematik und die schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte Anfang der neunziger Jahre noch verschärft. Der Staat verfügte über geringere Steuereinnahmen und war bei gleichzeitig steigenden Ausgaben gezwungen, seine Zuschüsse an NPOs zu kürzen.
Michael Urselmann

Kapitel 2. Begriffliche Grundlagen

Zusammenfassung
Der Begriff der Nonprofit-Organisation wurde von der Betriebswirtschaftslehre geprägt. Als die BWL nach der traditionellen Beschäftigung mit erwerbswirtschaftlichen Unternehmungen oder Profit-Organisationen begann, ihren Objektbereich auf nichterwerbswirtschaftliche Gebilde auszudehnen, wurde, in Ermangelung eines positiven Oberbegriffs, die Negativabgrenzung ‘Nonprofit-Organisation’ gewählt.8 Markantes und namensinhärentes Merkmal ist die Nicht-Gewinnorientierung.9 Während bei erwerbswirtschaftlichen Organisationen Formalziele (Gewinn, Rentabilität, Effizienz) dominieren, steht bei nichterwerbswirtschaftlichen Organisationen das Sachziel, die Bedarfsdeckung durch Bereitstellung eines von der Organisationsumwelt akzeptierten Leistungsangebots im Vordergrund.10 Dies muß jedoch nicht heißen, daß Nonprofit-Organisationen keine Überschüsse der Einnahmen über die Ausgaben anstreben.11 Im Gegenteil sind Überschüsse, sofern möglich, zur Ausweitung der Aktivitäten und Rücklagenbildung sogar erwünscht.12 Entscheidend ist, daß Überschüsse nicht dem Individualinteresse von Unternehmern oder Kapitalgebern zugute kommen (Eigenwirtschaftlichkeit), sondern im Interesse des Gemeinwohls reinvestiert werden müssen (Gemeinwirtschaftlichkeit): „Die Gemeinwohlorientierung schließt Gewinnerzielung als Zielsetzung nicht aus; Zweck der Gewinnerzielung ist jedoch nicht die Befriedigung privater, sondern öffentlicher Bedürfnisse.“13 Horak schlägt deshalb den exakteren Begriff ‘Not-Profit-Distributing-Organisation’ bzw. „Nicht-gewinnver-teilende Organisation“ vor.14
Michael Urselmann

Kapitel 3. Das theoretische Design der Untersuchung

Zusammenfassung
Wie bereits im vorangegangenen Abschnitt bemängelt, fehlt es vielen empirischen Untersuchungen im Rahmen der empirischen Erfolgsfaktorenforschung an theoretischer Fundierung und gesichertem wissenschaftlichen Vorgehen.111 Das Theoriedefizit der Erfolgsfaktorenforschung im Speziellen liegt dabei auch im Theoriedefizit der Betriebswirtschaftslehre im Allgemeinen begründet. Der Betriebswirtschaftslehre ist es bis heute nicht gelungen, die Gesamtheit aller gewonnenen Erkenntnisse über die Unternehmung in ein einheitliches homogenes Theoriegebäude zu integrieren. Vielmehr führte sie bislang lediglich zu einem Sammelkorb eklektisch gewonnener Erkenntnisse in Form von theoretischen Ansätzen und Fragmenten.112
Michael Urselmann

Kapitel 4. Das empirische Design der Untersuchung

Zusammenfassung
Die mit Hilfe des Forschungsmodells abgeleiteten Untersuchungshypothesen sollen nun empirisch überprüft werden. Als erstes stellt sich die Frage nach der Grundgesamtheit der Untersuchung. Da Erfolgsfaktoren im Fundraising von Nonprofit-Organistionen ermittelt werden sollen, scheint es sich zunächst anzubieten, sämtliche deutsche NPOs im Sinne obiger Definition als Grundgesamtheit zu definieren. Dabei tritt jedoch das Problem auf, daß es in Deutschland keine lückenlose Aufstellung, geschweige denn Dokumentation aller NPOs gibt, die eine entsprechende Auswahlbasis491 (bzw. Stichprobenrahmen) abgeben würde. Theoretisch könnten zwar die deutschen Finanzämter eine solche Aufstellung liefern, schließlich muß jede Organisation bei dem für sie zuständigen Finanzamt die Gemeinnützigkeitsanerkennung beantragen, um steuerabzugsfähige Spendenquittungen ausstellen zu dürfen. In einer großen Anfrage der SPD Bundestagsfraktion über „Humanitäres Spendenwesen in der Bundesrepublik Deutschland“ wurde die Bundesregierung 1994 deshalb u.a. gebeten, eine bundeseinheitliche Zusammenstellung und statistische Aufbereitung der jedem Finanzamt diesbezüglich vorliegenden Daten einzuführen. Die Anfrage wurde jedoch mit Hinweis auf den nicht unerheblichen verwaltungstechnischen Mehraufwand abgelehnt.492 Unabhängig davon hat das Deutsche Spendeninstitut Krefeld (DSK) zwischenzeitlich mit dem Register Deutscher Spendenorganisationen (RDS) die Grundlage für eine, über das Internet allgemein zugängliche, Dokumentation von NPOs gelegt. Bislang ist jedoch mit etwa 5.000 Organisationen erst ein Bruchteil der deutschen NPOs erfaßt.
Michael Urselmann

Kapitel 5. Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung

Zusammenfassung
Insgesamt wurden 106 Interviews durchgeführt.505 Aus folgenden Gründen waren 11 Interviews davon unbrauchbar:
  • Das jährliche Einnahmevolumen der Organisation war geringer als 1 Mio. DM.
  • Die Organisation wurde erst 1995 gegründet, so daß für den Untersuchungszeitraum (1991–1995) nur ein Wert vorlag, der keine Rückschlüsse auf Entwicklungen zuließ.
  • Die Organisation weigerte sich, quantitative Angaben über die Höhe ihrer Einnahmen zu machen.
Michael Urselmann

Kapitel 6. Implikationen der Untersuchung

Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Erfolgsfaktoren im Fundraising von Nonprofit-Organisationen möglichst umfassend zu analysieren und Schlüsselfaktoren zu ermitteln. Der vermutete Einfluß der meist aus dem kommerziellen Bereich übertragenen potentiellen Erfolgsfaktoren konnte dabei in vielen Fällen bestätigt werden. Die gewählte Vorgehensweise einer theoretisch fundierten Hypothesenfindung, die die empirschen Ergebnisse der bisherigen Erfolgsfaktorenforschung einbezieht, hat sich somit bewährt. Dies scheint auch zu rechtfertigen, daß - entsprechend dem Forschungsmodell - den NPOs Handlungsempfehlungen und konkrete Gestaltungsvorschläge zur Professionalisierung ihres Fundraisings an die Hand gegeben werden sollen.
Michael Urselmann

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