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12.08.2019 | Ergonomie + HMI | Nachricht | Onlineartikel

Faurecia bekämpft mit Sitz und Armlehne die Reisekrankheit

Autor:
Christiane Köllner

Mit dem automatisierten Fahren rückt die Reisekrankheit zunehmend in den Fokus der Autobranche. Faurecia hat daher ein spezielles Sitzsystem und eine Origami-Armlehne entwickelt, um der Kinetose vorzubeugen. 

Faurecia arbeitet an Sitzkonzepten, die aktiv den Symptomen der Reisekrankheit oder Kinetose vorbeugen sollen. "Übelkeit durch Reisekrankheit ist für viele Insassen ein belastendes Problem", sagt Christian Neyrinck, Manager Innovation Germany bei Faurecia. Mit dem Advanced-Versatile-Structure-Sitz (AVS) und der Origami-Armlehne will das Unternehmen nun Maßnahmen zur Vorbeugung von Reisekrankheit für empfindliche Beifahrer zum Einsatz bringen. Der Wandel hin zu autonomen Fahrweisen und Ridesharing mache diese Lösungen immer notwendiger, so der Zulieferer.

Der AVS-Sitz soll es Passagieren ermöglichen, während der Fahrt eine bequeme, zurückgelehnte Position einzunehmen. Durch eine zusätzliche Lehnen-Kopf-Verstellung wird der Oberkörper des Beifahrers soweit aufgerichtet, dass die Umgebung auch bei Konzentration auf zum Beispiel einen Bildschirm peripher wahrgenommen wird und sich das Gehirn somit deutlich leichter auf eine Bewegungsveränderung einstellen kann. Faurecia arbeitet zudem mit medizinisch-wissenschaftlicher Unterstützung daran, optische Informationen durch künstlich erzeugte visuelle oder taktile Reize zu ersetzen – so könne auch bei extremeren Liegepositionen aktiv der entstehenden Reisekrankheit vorgebeugt werden. Der AVS-Sitz soll der in der nächsten Fahrzeuggeneration erstmals in Erscheinung treten.

Lesen auf Augenhöhe während der Fahrt

Bei Faurecia hat man zudem eine sogenannte Origami-Armlehne entwickelt, die speziell auf das Leseerlebnis von Beifahrern während der Fahrt zugeschnitten ist: Diese aufklappbare Armstütze, die zusammengeklappt als Tablet-Hülle dienen kann, bringt durch eine Falttechnik die Arme vor dem Körper in eine erhöhte Position. Dadurch kann der Beifahrer auf Augenhöhe Bücher lesen oder Filme schauen, ohne dass die Arme ermüden oder sich der Nacken verspannt. Die gleichzeitige Aufnahme von Umgebungsinformationen soll dabei einem sensorischen Missmatch vorbeugen. 

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