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China plant Rückkehr haptischer Bedienelemente

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Seit Jahren beherrschen Touchdisplays die Fahrzeuginnenräume. Doch langsam nimmt der Gegentrend Fahrt auf. Jetzt plant China eine Einbaupflicht für haptische Knöpfe und Schalter in neuen Fahrzeugen. 

Der Trend zu Touchscreens und immer weniger physischen Schaltern in Autos geht chinesischen Behörden zu weit.


Die chinesischen Behörden sorgten jüngst mit neuen Vorschriften und Regelungen für Schlagzeilen. Dazu gehörte das Verbot von versenkbaren Türgriffen oder ein Standard für den Energieverbrauch von rein elektrischen Pkw. Jetzt macht China mit einer weiteren Regelung auf sich aufmerksam, einer Maßnahme, die für mehr Verkehrssicherheit sorgen soll. So sieht das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) vor, physische Knöpfe, Tasten und Schalter in Fahrzeug-Cockpits vorzuschreiben. Der Plan geht auf einen vom Ministerium veröffentlichten Entwurf zurück, über den zahlreiche Medien, darunter das chinesische Autonachrichtenportal CarNewsChina.com, berichtet haben.

Konkret soll die chinesische Regierung eine Einbaupflicht für haptische Bedienelemente in neuen Fahrzeugen planen. Den Vorschlag dazu hat das chinesische Wirtschaftsministerium MIIT am 12. Februar 2026 veröffentlicht. Der Entwurf der Regulierung GB4094—2016 "Marking of Automotive Control Components, Indicators, and Signaling Devices" sieht vor, dass bestimmte Funktionen mit eigenen Bedienelementen versehen werden müssen. Die neue Vorschrift soll laut CarNewsChina.com voraussichtlich ab dem 1. Juli 2027 für neu hergestellte Fahrzeuge verbindlich sein.

Das Gebot für die physischen Bedienelemente soll unter anderem die Blinker, Hupe, Gangschaltung, Fensterheber und die Aktivierung der Fahrerassistenzsysteme umfassen. Zudem sollen die effektiven Bedienflächen mindestens 10 x 10 mm groß sein. Dem Bericht zufolge sei die Überprüfung der entsprechenden Vorgaben im Jahr 2023 gestartet. Beteiligt waren Automobilhersteller und Prüfinstitute, darunter das China Automotive Technology and Research Center, Geely, FAW-Volkswagen, BYD und Great Wall Motor.

Touchscreen-Bedienung lenkt stark ab

Schon länger bemängeln Verbraucher und Sicherheitsforscher, unter anderem des ADAC, dass die Touch-Bedienung im Auto die Fahrsicherheit stark beeinträchtigen kann. Auch in Europa gibt es deshalb Bestrebungen, haptische Bedienelemente in die Cockpits zurückzuholen. So hat das European New Car Assessment Programme (Euro NCAP) unlängst reagiert und seine Bewertungskriterien angepasst. Seit diesem Jahr gibt es neue Bewertungen für die Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI). Begutachtet werden die Platzierung, Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit wichtiger Bedienelemente  – einschließlich der Verfügbarkeit physischer Tasten für häufig verwendete Funktionen.

Den Trend zu immer weniger Schaltern und Tastern prägte in der Vergangenheit maßgeblich Tesla. So setzt der US-amerikanische Elektroautobauer Tesla fast ausschließlich auf Touchscreen-Bedienoberflächen. Hersteller wie Mercedes-Benz und Volkswagen kehren nun wieder zu haptischen Bedienelementen zurück. Zum Beispiel greift der Mercedes-Benz Elektro-CLA Shooting Brake das Bedienkonzept mit Walze und Wippe wieder auf. Auch VW will beginnend mit dem neuen ID.Polo wieder mehr physische Tasten in den Innenraum bringen, etwa am neu gestalteten Lenkrad oder unter die Leiste für die zentralen Klimafunktionen. Zudem setzt Ferrari im Luce auf einen analogen Innenraum und verzichtet auf Touchscreens.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Neue HMI-Konzepte für eine intuitive Touchbedienung

  • Im Fokus

Der Touchscreen als zentrales Bedien- und Anzeigeelement im Fahrzeug steht dafür in der Kritik, zu sehr von der Fahraufgabe abzulenken. Doch er wird Teil eines HMI-Gesamtkonzepts bleiben, das mit neuen Interaktionsmethoden zum eigenen Assistenten während der Fahrt wird.

"Jede neue Funktion hat Konsequenzen für die Bedienoberfläche und das Interaktionsdesign"

  • Titelthema

Trends wie flexible Formen bis extreme Größen bei Displays oder auch individuell einstellbare Privatsphäre spielen beim Thema HMI eine Rolle. Ebenso wird Licht letzten Endes auch für die Interaktion zwischen Insassen und Fahrzeug sowie Umgebung genutzt - eine denkbar große Spielwiese für die Entwicklung. Interessante Aspekte für die Zukunft sind die sogenannte Gamification oder auch die Frage, wem Daten gehören, meint Heinz Huber von Magna Telemotive.

Control Elements for Driver Assistance Systems

  • Open Access

This chapter describes how controls for driver assistance systems are ergonomically designed. Since driver assistance systems are safety-relevant vehicle functions, distraction-free and intuitive operability is of utmost importance. The first step …

Mensch-Technik-Kooperation und Fahrzeuginnenraum

Kraftfahrzeuge ermöglichen unserer Gesellschaft Mobilität. Mit ihrer Hilfe können Menschen und Güter von einem Ursprungs- zu einem Zielort bewegt und menschliche Bedürfnisse z. B. nach Nahrung, Anerkennung und Selbstverwirklichung gestillt werden. Erreicht werden kann dieses Stillen von Bedürfnissen aber nur durch eine enge Kooperation zwischen Menschen (innerhalb und außerhalb der Fahrzeuge) sowie dem technischen System.

    Bildnachweise
    Navigation per Touchscreen im Fahrzeug/© mastermilmar / Getty Images / iStock, AVL List GmbH/© AVL List GmbH, dSpace, BorgWarner, Smalley, FEV, Xometry Europe GmbH/© Xometry Europe GmbH, The MathWorks Deutschland GmbH/© The MathWorks Deutschland GmbH, HORIBA/© HORIBA, Outokumpu/© Outokumpu, Gentex GmbH/© Gentex GmbH, Ansys, Yokogawa GmbH/© Yokogawa GmbH, Softing Automotive Electronics GmbH/© Softing Automotive Electronics GmbH, measX GmbH & Co. KG, Hirose Electric GmbH/© Hirose Electric GmbH