China plant Rückkehr haptischer Bedienelemente
- 26.02.2026
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Seit Jahren beherrschen Touchdisplays die Fahrzeuginnenräume. Doch langsam nimmt der Gegentrend Fahrt auf. Jetzt plant China eine Einbaupflicht für haptische Knöpfe und Schalter in neuen Fahrzeugen.
Der Trend zu Touchscreens und immer weniger physischen Schaltern in Autos geht chinesischen Behörden zu weit.
mastermilmar / Getty Images / iStock
Die chinesischen Behörden sorgten jüngst mit neuen Vorschriften und Regelungen für Schlagzeilen. Dazu gehörte das Verbot von versenkbaren Türgriffen oder ein Standard für den Energieverbrauch von rein elektrischen Pkw. Jetzt macht China mit einer weiteren Regelung auf sich aufmerksam, einer Maßnahme, die für mehr Verkehrssicherheit sorgen soll. So sieht das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) vor, physische Knöpfe, Tasten und Schalter in Fahrzeug-Cockpits vorzuschreiben. Der Plan geht auf einen vom Ministerium veröffentlichten Entwurf zurück, über den zahlreiche Medien, darunter das chinesische Autonachrichtenportal CarNewsChina.com, berichtet haben.
Konkret soll die chinesische Regierung eine Einbaupflicht für haptische Bedienelemente in neuen Fahrzeugen planen. Den Vorschlag dazu hat das chinesische Wirtschaftsministerium MIIT am 12. Februar 2026 veröffentlicht. Der Entwurf der Regulierung GB4094—2016 "Marking of Automotive Control Components, Indicators, and Signaling Devices" sieht vor, dass bestimmte Funktionen mit eigenen Bedienelementen versehen werden müssen. Die neue Vorschrift soll laut CarNewsChina.com voraussichtlich ab dem 1. Juli 2027 für neu hergestellte Fahrzeuge verbindlich sein.
Das Gebot für die physischen Bedienelemente soll unter anderem die Blinker, Hupe, Gangschaltung, Fensterheber und die Aktivierung der Fahrerassistenzsysteme umfassen. Zudem sollen die effektiven Bedienflächen mindestens 10 x 10 mm groß sein. Dem Bericht zufolge sei die Überprüfung der entsprechenden Vorgaben im Jahr 2023 gestartet. Beteiligt waren Automobilhersteller und Prüfinstitute, darunter das China Automotive Technology and Research Center, Geely, FAW-Volkswagen, BYD und Great Wall Motor.
Touchscreen-Bedienung lenkt stark ab
Schon länger bemängeln Verbraucher und Sicherheitsforscher, unter anderem des ADAC, dass die Touch-Bedienung im Auto die Fahrsicherheit stark beeinträchtigen kann. Auch in Europa gibt es deshalb Bestrebungen, haptische Bedienelemente in die Cockpits zurückzuholen. So hat das European New Car Assessment Programme (Euro NCAP) unlängst reagiert und seine Bewertungskriterien angepasst. Seit diesem Jahr gibt es neue Bewertungen für die Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI). Begutachtet werden die Platzierung, Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit wichtiger Bedienelemente – einschließlich der Verfügbarkeit physischer Tasten für häufig verwendete Funktionen.
Den Trend zu immer weniger Schaltern und Tastern prägte in der Vergangenheit maßgeblich Tesla. So setzt der US-amerikanische Elektroautobauer Tesla fast ausschließlich auf Touchscreen-Bedienoberflächen. Hersteller wie Mercedes-Benz und Volkswagen kehren nun wieder zu haptischen Bedienelementen zurück. Zum Beispiel greift der Mercedes-Benz Elektro-CLA Shooting Brake das Bedienkonzept mit Walze und Wippe wieder auf. Auch VW will beginnend mit dem neuen ID.Polo wieder mehr physische Tasten in den Innenraum bringen, etwa am neu gestalteten Lenkrad oder unter die Leiste für die zentralen Klimafunktionen. Zudem setzt Ferrari im Luce auf einen analogen Innenraum und verzichtet auf Touchscreens.