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Über dieses Buch

Andrea Maurer stellt erstmals die erkenntnistheoretischen Grundlagen und die Geschichte des Programms der ‚erklärenden Soziologie‘ umfassend dar – im Mittelpunkt stehen die Logik handlungsbasierter Erklärungen und deren aktuelle Vertreter und Werkzeuge. Die Autorin erörtert kritisch die Umsetzung und Reichweite des Forschungsprogramms am Beispiel der Frage sozialer Ordnungsbildung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einleitung

Das Erklären sozialer Sachverhalte wie ungleicher Verteilungen, sozialer Positionsgefüge, das Auftreten von Krisen und sozialer Stabilität usw. zählt zu den zentralen Aufgaben der Soziologie. Von deren Gründervätern: Max Weber und Émile Durkheim, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Erklären sozialer Regelmäßigkeiten bzw. Tatbestände als das wesentliche Merkmal der neu zu begründenden Soziologie benannt (Weber 1985 [1922]: 1; Durkheim 1999 [1895]: 105 ff.). Beide haben dafür eine eigenständige Methodologie aufgelegt.

Andrea Maurer

Chapter 2. Grundlegung der erklärenden Soziologie in der Idee rationaler Theorie und Praxis

Als erklärende Soziologie wird hier ein spezifisches, methodologisch fundiertes Programm innerhalb der Soziologie verstanden. Es ist durch die Grundvorstellung verbunden, soziale Ereignisse oder Prozesse durch allgemeine Aussagen über kausale Zusammenhänge zu erklären. In diesem Sinne wird das Programm durchaus von VertreterInnen verschiedener Theorieschulen oder Teildisziplinen betrieben.

Andrea Maurer

Chapter 3. Institutionalisierung der erklärenden Soziologie nach 1945

Der Wiederaufbau der Soziologie nach dem Ausbluten während des Nationalsozialismus und dem II. Weltkrieg war nicht unwesentlich durch die unterschiedlichen biografischen Erfahrungen bestimmt. Verfolgte und Vertriebene, gebliebene Eliten und diejenigen, die als Schüler und Studenten die Schreckensjahre miterlebt hatten, standen sich gegenüber.

Andrea Maurer

Chapter 4. Modelle handlungsbasierter Erklärungen in der Soziologie

Erklären in der Soziologie erfolgt durch die Angabe kausaler Wirkungszusammenhänge, in denen die Ursachen für das Auftreten bestimmter soziale Phänomene (Regelmäßigkeiten, Prozessdynamiken, unerwartete Ereignisse) angegeben werden. Tiefenerklärungen sind solche Ursache-Wirkungszusammenhänge, in denendie Ursachen auf einer Ebene unterhalb des zu erklärenden Phänomens liegen. Können für diese Mikroebene nachvollziehbare – weil zum Beispiel verständliche und objektiv oder auch subjektiv richtige – Gründe angegeben werden, dann ist das zu erklärende Phänomen auf der Makroebene auch verstanden.

Andrea Maurer

Chapter 5. Erklären mit Mechanismen

In der Soziologie findet sich der Begriff Mechanismus durchaus vielfältig und häufig verwendet (Mayntz 2004; Kalter, Kroneberg 2014). Norbert Elias (1976 [1939]) hat etwa den Königsmechanismus offengelegt, Ökonomen analysieren den Konkurrenz- und Preismechanismus auf Märkten, Heinrich Popitz (1992) hat die Mechanismen der Machtbildung dargestellt usw. (vgl. Maurer 2016).

Andrea Maurer

Chapter 6. Soziale Ordnungsbildung

Die moderne Sozialtheorie im Geiste der Aufklärung hat die wissenschaftliche Beschäftigung mit sozialen Ordnungsformen eingeleitet, indem sie von vernunftbegabten, logisch denkenden Individuen ausgehend Vorteile und Probleme eines sozialen Zusammenlebens beschreibt und analysiert (vgl. ausführlich Kap. 2). Die modernen Gesellschaftslehren und die Soziologie haben sich in diese Tradition auf vielfältige Art und Weise eingereiht. Durkheim, indem er die allgemeine Grundlegung des Sozialen in geteilten Gruppenvorstellungen gesehen hat, die den einzelnen Individuen als etwas objektiv Gegebenes entgegentreten und so gesellschaftliche Regeln setzen, die gleichwohl bei schnellem Wandel Anomie hervorrufen.

Andrea Maurer

Chapter 7. Ausblick

In der Soziologie wechseln Themen und Theorien nur allzu oft und allzu schnell, ohne dass daraus theoretische Konsequenzen oder Erkenntniszuwächse folgen würden. Das be- und verhindert eine Integration und Weiterführung des Theorien- und des empirischen Wissensbestandes. Ein wesentlicher Grund für diesen unbefriedigenden Zustand ist die nach wie vor offene Frage, ob und wie die Soziologie als erklärende Wissenschaft angelegt und ausgebaut werden könnte.

Andrea Maurer

Backmatter

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