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01.09.2012 | Ausgabe 3/2012

Zeitschrift für Energiewirtschaft 3/2012

Erneuerbare Energien in Wärmenetzen – eine realistische Perspektive?

Zeitschrift:
Zeitschrift für Energiewirtschaft > Ausgabe 3/2012
Autoren:
Elke Bruns, Matthias Futterlieb, Dörte Ohlhorst, Bernd Wenzel

Zusammenfassung

Im Wärmesektor liegen nach wie vor große Potenziale zur CO2-Minderung durch den Einsatz erneuerbarer Energien brach, die sowohl durch die Substitution fossiler Brennstoffe in Einzelanlagen als auch – womöglich effizienter – durch Wärmenetze erschlossen werden können. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Möglichkeiten die leitungsgebundene Wärmeversorgung für die Erhöhung der Anteile erneuerbarer Energien bietet und welche Restriktionen einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien in diesem Bereich entgegenstehen. Diskutiert werden die technischen, politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die für den Bau und Betrieb von Wärmenetzen mit hohen Anteilen erneuerbarer Wärme relevant sind. Mit erneuerbaren Energien betriebene Wärmenetze stehen nicht nur in Konkurrenz zur Wärmeversorgung mit fossilen Brennstoffen, sondern zudem vor der Frage, unter welchen Voraussetzungen sich die leitungsgebundene Wärmeversorgung überhaupt lohnt.
Ob eine leitungsgebundene Wärmeversorgung sinnvoll und wirtschaftlich ist, hängt von mehreren Faktoren und ihrem Zusammenwirken im Einzelfall ab – sie ist vor dem Hintergrund vielfältiger Rahmenbedingungen zu betrachten. Hierzu gehört ein insgesamt sinkender Wärmebedarf durch steigende Gebäudeenergieeffizienz, gegebenenfalls konkurrierende Gasversorgungsnetze sowie ein komplexes Interessengefüge der beteiligten Akteure. Der in den letzten Jahren realisierte Zubau wurde vorwiegend durch die Förderung von neuen, regenerativ betriebenen Nahwärmenetzen erzielt. Aber selbst bei günstigen Voraussetzungen sind weitere Maßnahmen zu ergreifen, um den Anteil erneuerbarer Energien in der netzgebundenen Wärmeversorgung zu erhöhen. Zu diesem Instrumentenmix gehören zum Beispiel Maßnahmen für eine breite Umsetzung kommunaler Wärmenutzungskonzepte, die Reduktion der Anfangsinvestitionen sowie eine Imageaufwertung der Leitungswärme. Die Möglichkeiten, den Anteil erneuerbarer Energien in bestehenden Fernwärmenetzen deutlich zu erhöhen, werden hingegen als gering eingeschätzt.

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