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15.07.2015 | Erneuerbare Energien | Im Fokus | Online-Artikel

Biogas aus Landschaftspflegegras fördern

verfasst von: Julia Ehl

1:30 Min. Lesedauer
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Landschaftspflegegras kann und sollte zur Biogaserzeugung herangezogen werden, zeigt eine Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Bestehende ökonomische Nachteile lohnt es auszugleichen.

Ende 2014 waren rund 8.000 Biogasanlagen in Deutschland in Betrieb. Als Rohstoff wird bei 55 Prozent Silomais in den Anlagen zur Erzeugung von Bioenergie verwendet. Der weitere Zubau an Biogasanlagen stößt an Grenzen und die Ausbreitung von Monokulturen aus Mais würde aus ästhetischer Sicht als Verlust der Kulturlandschaft gewertet, stellt Dr. Ludwig Leible, Experte für die energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT und Mitautor der Studie "Biogas aus Landschaftspflegegras – Möglichkeiten und Grenzen", fest.

Wettbewerbsnachteilen von Landschaftspflegematerial

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Die Kosten für die Bereitstellung von Landschaftspflegegras für die Nutzung in Biogasanlagen sind deutlich höher als die Kosten für die Verwendung von Mais-, Ganzpflanzen- und Grassilage. Dies liegt zum einen an den geringen Erträgen pro Hektar und zum anderen an den geringeren spezifischen Gaserträgen pro Tonne der Trockensubstanz. Die Autoren der Studie erwarten nicht, dass sich diese Nachteilen durch technologische und strukturelle Anpassungen in naher Zukunft kompensieren lassen. Sie stellen fest, dass insbesondere hinsichtlich der mechanischen Aufbereitung des Landschaftspflegematerials Forschungsbedarf besteht, um eine konkurrenzfähige Biogasausbeute zu erhalten.

Zusätzliche Förderung lohnt sich

Die Wissenschaftler haben in der Studie eine erforderliche Flächenprämie von rund 200 Euro pro Hektar ermittelt, um Landschaftspflegematerial als Biomasse konkurrenzfähig zu machen und damit 20 Prozent des bisherigen Substrats zu ersetzen. Die Autoren der Studie betonen, dass der zusätzliche Förderungsbedarf einen Beitrag zum Erhalt von Streuobstwiesen liefert und die Verbesserung des Landschaftsbildes die Förderung rechtfertigt. Auch Maria Bär, Sandra Seidel und Wolfgang Mayer empfehlen in ihrem Fachartikel "Landschaftspflegematerial als regenerativer Energieträger", erschienen in der Fachzeitschrift Wasser und Abfall, Ausgabe 07-08/2013 die Nutzung von Landschaftspflegematerial und die Intensivierung der Forschungsanstrengungen.

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