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30.07.2015 | Erneuerbare Energien | Im Fokus | Onlineartikel

Erdwärmekraftwerke in kleiner Leistungsklasse rechnen sich

Autor:
Sabine Voith
2 Min. Lesedauer

Sie gehen schnell ans Netz, sind gut zu transportieren, skalierbar und zuverlässig. Das sind die Vorteile kleiner modularer Geothermieanlagen. In Kenia wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von 55 Megawatt installiert.

Für ein innovatives Geschäftsmodell und den globalen Technologieansatz für Geothermieanlagen in kleinen Leistungsgrößen in geothermischen Regionen hoher Enthalpie war ein englisches Unternehmen bereits für den europäischen Geothermie-Award 2015 im Rahmen der Messe GeoTHERM in Offenburg nominiert.

Das Unternehmen möchte die Entwicklung von Geothermienutzung in Kenia mit seiner modularen Anlage vorantreiben. Bis heute sind insgesamt zehn Anlagen in Kenia in Betrieb gegangen mit einer installierten Gesamtleistung von 55 Megawatt. Die ersten Anlagen wurden bereits 2013 angeschlossen, die letzten fünf Anlagen mit einer Leistung von je fünf Megawatt gingen nacheinander zwischen Januar und Juni ans Netz.

Modulare Kleinanlage für schnellen Ertrag

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Die kleinen modularen Anlagen können schneller ans Netz gehen und bringen dadurch schneller Ertrag als Geothermie-Anlagen in großem Maßstab. Bei großen Anlagen liegen meist Jahre zwischen der Projektplanung und dem Netzanschluss. Die Kleinanlagen werden werksseitig vorgefertigt und können daher vor Ort in wenigen Monaten installiert werden.

Die Leistungsgröße reicht von 3,2 bis zehn Megawatt elektrisch pro Einheit. Der modulare Aufbau erlaubt eine große Skalierbarkeit. Transportiert werden die Einheiten in Standard-Containern. Die Anlagen werden wie fast alle hydrothermale Systeme mit hoher Enthalpie zur Stromerzeugung genutzt. Der Betrieb kann mit einer eigens vom Hersteller entwickelten Software extern überwacht werden.

Stromerzeugung aus Geothermie beträgt in Kenia 30 Prozent

Die erste Anlage in Kenia zeigt seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2012 einen zuverlässigen Betrieb mit einer Verfügbarkeit von 97 Prozent. Den Beitrag der Geothermie zur nationalen Stromerzeugung in Kenia beziffert Springer-Autor Richard Zahoransky im Buchkapitel "Nutzung geothermischer Energie" auf 30 Prozent. Die Philippinen, El Salvador, Nicaragua und Indonesien weisen eine ähnliche Nutzung auf. Die USA gewinnen am meisten elektrische Energie aus Geothermie und verfügen mit "The Geysers" über die größte Geothermieanlage weltweit. Der Hersteller der kleinen Erdwärmekraftwerke plant weitere Projekte in Asien und Afrika.

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Nutzung geothermischer Energie

Quelle:
Energietechnik

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Energieversorgung

Quelle:
Umweltgeologie
    Bildnachweise