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06.10.2014 | Erneuerbare Energien | Interview | Online-Artikel

Wachstumsmotor Windenergie – wie lange noch?

verfasst von: Günter Knackfuß

3:30 Min. Lesedauer
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Die eno energyGmbH baut Windenergieanlagen und Windparks in ganz Europa. Wir sprachen mit Helmut Lange über den Branchentreff "Rostock Wind", Condition-Monitoring-Systeme und Ausschreibungen für Windkraftanlagen.

Springer für Professionals: Welche Ziele werden mit der Veranstaltung "Rostock Wind" verfolgt?

Helmut Lange: eno hat die Veranstaltung initiiert und 2012 erstmalig durchgeführt, weil es im Nordosten Deutschlands bis dato kein vergleichbares Branchentreffen  für den Bereich Onshore Wind gab. Und das, obwohl Mecklenburg-Vorpommern wesentlich durch die Windindustrie geprägt ist. Rostock Wind funktioniert als unabhängiges Wissensforum  mit einzigartiger Atmosphäre im Rahmen der HanseSail. Wir profitieren aber als Veranstalter natürlich, weil unser Name positiv mit dieser sehr gut angenommenen Veranstaltung in Verbindung gebracht wird. Wir denken in Zukunft an eine weitere Internationalisierung des Events, besonders in Bezug auf die Ostseeanrainer.

In diesem Jahr haben 330 Experten am Forum teilgenommen. Welche Themen standen im Mittelpunkt?

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Eines der zentralen Themen war natürlich die Frage, welche Auswirkungen und Herausforderungen die Verabschiedung des EEG 2014 mit sich bringt. Es wurde außerdem das geplante und in der Regionalplanung verankerte Bürgerbeteiligungsmodell Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt, welches überregional Modellcharakter erlangen dürfte. Daneben ging es um die Zukunft der Stromnetze, nach wie vor ein brandaktuelles Thema,  sowie um die Nutzungsdauer und die Senkung der Lebenszykluskosten von Windenergieanlagen, um nur ein paar der vielen hochinteressanten Themen herauszugreifen.

Ganz oben auf der Agenda der Windenergieanlagen-Betreiber steht Condition-Monitoring-Systeme. Welche Tendenzen zeichnen sich dabei ab?

Es geht um eine präventive Vorsorge, um das Risiko von Ausfällen durch technische Störungen immer weiter zu minimieren. eno ist einer der wenigen Hersteller, die Condition-Monitoring-Systeme (CMS) als Standard in ihre Windenergieanlagen verbauen. Mit zahlreichen Sensoren am Triebstrang, inklusive des Getriebes, wird die Windenergieanlage permanent überwacht. Die permanenten Auswertungen geben den Serviceteams die Möglichkeit, schon im Vorfeld Auffälligkeiten zu beseitigen und einen drohenden Stillstand der Anlage zu vermeiden. Auch der breite Einsatz des CMS trägt zu unseren Spitzenwerten bei der technischen Verfügbarkeit bei. Das ist für den Betreiber bzgl. der Wirtschaftlichkeit eines Projektes essentiell wichtig. 

Deutschland verzeichnet für das 1. Halbjahr einen Rekordzuwachs beim Bau von Windkraftanlagen. Wie hoch ist der Anteil von eno daran?

eno ist als Kleinster der Großen und Größter der Kleinen bekannt und findet seine Daseinsberechtigung in qualitativ-hochwertigen Windenergieanlagen. Zuverlässigkeit, Robustheit und hohe wirtschaftliche Erträge stehen im Vordergrund vor Kostenoptimierung zu Lasten der Lebensdauer einer Anlage. Immerhin soll diese ja über 20 Jahre und ggfs. länger halten. eno hat derzeit einen Marktanteil von rund 2 Prozent.

Warum orientiert sich ihr Unternehmen nach 15 Jahren jetzt mehr auf die Auslandmärkte?

Der deutsche Markt bleibt nach wie vor der wichtigste Markt für uns. Mittlerweile bekommen wir vermehrt Anfragen aus dem Ausland, insbesondere von Kunden, die eine echte, wirtschaftlich-sinnvolle Alternative zu den getriebelosen Premium-Windenergieanlagen suchen. Mit den bereits bestehenden Niederlassungen in Schweden und Frankreich und der gerade neu gegründeten Dependance in UK wird sich die eno Gruppe breiter aufstellen und ist somit nicht mehr so stark abhängig von sich ändernden Rahmenbedingungen und dem Vergütungssystem in einem bestimmten Markt. Wir beobachten die Märkte sehr genau und gehen, besonders als Mittelständler mit begrenzten Ressourcen, den Schritt in einen neuen Auslandsmarkt nur nach eingehender Analyse.

Künftig soll der Bau von Windenergieanlagen per Ausschreibung geregelt werden. Was bedeutet das für die Hersteller?

Das kann in der Konsequenz heißen, dass immer die „billigste Windenergieanlage“ nachgefragt wird. Damit könnte sich der Fokus weg von neuen technischen Innovationen hin zu einem Kostendumpig zu Lasten der Qualität verschieben. Ausschreibungen sind emotionslos und der kleine oder mittelgroße Kunde wird evtl. kein Gehör mehr finden bei den großen Windenergieanlagen-Herstellern. Wir werden auch weiterhin dieses wichtige Klientel ansprechen und Möglichkeiten finden, diesem Kundenkreis attraktive Angebote mit hochwertigen Windenergieanlagen zu unterbreiten.

Das Interview führte Günter Knackfuß, freier Autor, für Springer für Professionals.

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