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30.10.2012 | Erneuerbare Energien | Im Fokus | Onlineartikel

Die erste schwimmende Vertikalachsen-Windturbine

Autor:
Sabine Voith

Im Bereich Offshore-Windenergie wird seit Juni ein neues Forschungsprojekt umgesetzt, das innovative Lösungen für den Windenergiemarkt verspricht: INFLOW, industrialization setup of a floating offshore wind turbine. Erstmalig soll nahe Marseille im Mittelmeer eine schwimmende Vertikalachsen-Windturbine (VAWT) mit neuem Design und in kommerziellem Maßstab errichtet werden. Das Projekt baut auf dem Vorgängerprojekt VERTIWIND auf, das auslaufen wird. Es soll der welterste Offshore-Versuchsstandort mit mehreren schwimmenden Windenergieanlagen entstehen.

"Dieses Projekt stellt einen großen Schritt in Richtung der Kommerzialisierung von schwimmenden Offshore-Windenergieanlagen dar! INFLOW wird die Begrenzung der Anlagenstandorte durch die Wassertiefe überwinden und der Offshore-Windenergie neue Horizonte eröffnen", sagt Projektmanager Migel Harismendy von Technip, ein französischer Anlagenbauer, der das Projekt leitet, in einer gemeinsamen Presseerklärung. Insgesamt sind zehn Projektpartner aus sechs europäischen Ländern beteiligt, unter anderem auch das Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES).

Das Projekt, das von der Europäischen Kommission gefördert wird, läuft vier Jahre. Der VAWT-Prototyp und alle mit ihm verbundenen Prozesse sollen bei diesem Projekt optimiert werden. Ziel ist ein reibungsloser Übergang in eine Industrialisierungsphase, die Mitte 2014 mit einem Offshore-Windpark mit einer Gesamtleistung von 26 MW erzeugt aus 13 Turbinen beginnen soll. In einer zweiten Industrialisierungsphase ab 2016 soll eine Gesamtleistung von 150 MW erreicht werden wie der Projektplan unter www.inflow-fp7.eu zeigt. Die erste Anlage wird im Rahmen des Vorgängerprojekts VERTIWIND erreichtet, eine zweite in der Umsetzungsphase von INFLOW.

Der Unterschied zu bestehenden Offshore-Windparks liegt darin, dass zum einen schwimmende Anlagen eingesetzt werden. Fabian Thalemann, IWES, erklärt: "Schwimmende Anlagen werden dort eingesetzt, wo sich stehende Fundamente aufgrund der Wassertiefe nicht mehr lohnen. Im Mittelmeer fällt der Meeresboden steil ab."

Ein weiterer Unterschied ist, dass bei INFLOW Vertikalachsen-Windturbinen genutzt werden statt herkömmliche Horizontalachsen-Windturbinen. "Die Technologie der VAWTs ist nicht neu, wurde aber seit Jahrzehnten nicht weiterentwickelt. Der Vorteil zu herkömmlichen Anlagen liegt darin, dass schwimmende VAWT aufgrund ihres niedrigen Massenschwerpunktes größere Neigungswinkel im Betrieb aufweisen können und auch einen wesentlich kleineren und damit billigeren Schwimmkörper benötigen. Außerdem können sie aufgrund von fehlendem Getriebe, Windnachführungs- und Blatt-Pitchsystemen in Sachen Preis und geringerem Wartungsaufwand im oft schwer zugänglichen Offshore-Bereich punkten.", so Thalemann.

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2012 | OriginalPaper | Buchkapitel

Wind turbines - design and components

Quelle:
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2012 | OriginalPaper | Buchkapitel

Offshore wind farms

Quelle:
Wind Power Plants

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