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19.04.2013 | Erneuerbare Energien | Im Fokus | Onlineartikel

Windturbinen wachsen stetig

Autor:
Sabine Voith

Auf der Jahreskonferenz des Europäischen Windenergieverbandes (EWEA) in Wien wurde eine neue Offshore-Windenergieanlage vorgestellt. Sie hat eine Kapazität von vier Megawatt und einen Rotordurchmesser von 130 Metern. Sie wird durch eine Plattformstrategie vertrieben und soll die Industrialisierung der Windsparte voranbringen. Mit vier Megawatt ist sie jedoch nicht die größte Anlage.

Bei der neuen Windturbine, die auf der Konferenz vorgestellt wurde, kommen sämtliche Schlüsseltechnologien der bereits im Markt etablierten Turbinen zum Einsatz. Das Maschinenhaus und der Turm wurden weiterentwickelt. Die Rotorblätter sind aus einem Guss und ohne Klebestellen gefertigt. Sie sind mit einer Länge von 63 Metern die längsten und technologisch am weitesten entwickelten Rotorblätter in der 4-Megawatt-Leistungsklasse.

Wenn das Blatt rotiert, überstreicht es eine Fläche von der Größe von nahezu zwei Fußballfeldern. Aufgrund einer optimierten Ankopplung von Blattkante und -gewinde reagieren aeroelastische Blätter flexibler auf hohe Windlasten und federn diese ähnlich wie Stoßdämpfer bei Autos ab. Dank dieser Technologie können längere Rotorblätter zum Einsatz kommen, was die Windausbeute und damit den Ertrag der Anlage steigert.

Seit Dezember 2012 läuft der Prototyp im dänischen Østerild mit hervorragenden Ergebnissen im Testbetrieb. Die Serienproduktion soll im Jahr 2015 aufgenommen werden. Der deutsche Hersteller geht von einer Steigerung der Energiegewinnung um bis zu 15 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell aus.

Die größte Windturbine der Welt hat jedoch einen Rotordurchmesser von 127 Metern und eine Nennleistung von 7.580 Kilowatt. Es wird erwartet, dass sie 20 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert. Sie ist für den Offshore-Einsatz konzipiert, wird in der Praxis jedoch auf dem Festland eingesetzt. Zahlreich sollen diese großen Turbinen onshore im Windkraftpark "Markbygden Wind Farm" in Schweden zum Einsatz kommen. Das Projekt ist für das Jahr 2020 geplant. Insgesamt soll mit 1.101 Turbinen eine Kapazität von vier Gigawatt auf 450 Quadratkilometern installiert werden, um 12 Terawatt Stunden Strom zu produzieren.

Subventionen obsolet machen

Ein neues Plattformkonzept eines deutschen Herstellers soll die Industrialisierung in der Windbranche in Deutschland voranbringen. Das Konzept orientiert sich an der Automobilindustrie. Nach deren Vorbild werden alle Windturbinen unter dem Dach einer Produktplattform gebündelt. Jede Anlage besteht aus fünf oder sechs Modulen, die innerhalb einer Plattform bei unterschiedlichen Anlagen zum Einsatz kommen. Durch die Standardisierung und Modularisierung sollen Produktions- und Logistikkosten gesenkt werden. Das Ziel: Die Windenergie unabhängig von Subventionen zu machen.

Obwohl die großen Windturbinen mehr Leistung bringen, stehen Unternehmen und Organisationen dem Wachstum auch kritisch gegenüber. Die großen Windturbinen verursachen Lärm und rücken die Einhaltung der Grenzwerte damit mehr in den Mittelpunkt. Auch der Raumplanungsaufwand für größere Windkraftanlagen ist intensiver. Mit der Unsicherheit zukünftiger Entwicklungen der Energieversorgung, darunter auch der Windenergie, befassen sich die Autoren Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jürgen Appelrath, Prof. Dr. Dr. E. h. Henning Kagermann, Dr. Christoph Mayer im Kapitel "Szenarien für das Future Energy Grid".

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