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Über dieses Buch

Hannes Strobel entwickelt eine arbeitssoziologische Perspektive auf Erreichbarkeit im Arbeitsleben. Der Wandel des Arbeitslebens in vier Dimensionen zwingt Arbeitende zunehmend, Aushandlungsprozesse um ihre Erreichbarkeit zu führen, um eigene Interessen gegenüber den Anforderungen der Arbeitsorganisation zu behaupten. Ein Analysekonzept ermöglicht es, diese Aushandlungsprozesse anhand vieler empirischer Beispiele aus der Automobilindustrie zu untersuchen. Mit dem Begriff der grundlegenden Erreichbarkeit wird eine Kontrastfolie eingeführt, vor deren Hintergrund von einer erweiterten Erreichbarkeit gesprochen werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Seit einigen Jahren wird sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Wissenschaft die zunehmende ständige Erreichbarkeit von Beschäftigten für ihre Arbeit diskutiert. Diese Entwicklung wird in einem engen Zusammenhang mit der Digitalisierung der Arbeitswelt sowie der zunehmenden Verbreitung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) gesehen und aus Sicht der Beschäftigten als ein ambivalentes Phänomen diskutiert. Einerseits werden damit Risiken in Verbindung gebracht, etwa das Auftreten von Stress und mangelnder Erholung oder die Gefahr psychischer Erkrankungen wie Burn-out oder Depression. Andererseits wird auf Chancen verwiesen, etwa die Möglichkeiten wachsender Selbstbestimmung und Flexibilität im Arbeitsalltag.
Hannes Strobel

Kapitel 2. Stand der Forschung zu Erreichbarkeit im Arbeitsleben

Zusammenfassung
Seit einigen Jahren wird über das Phänomen der ständigen Erreichbarkeit im Arbeitsleben diskutiert. Es wird als Begleiterscheinung einer Digitalisierung der Arbeit angesehen, zudem wird ihm ein ambivalenter Charakter bescheinigt: Einerseits wird auf die Chancen für Beschäftigte verwiesen, andererseits vor negativen Folgen gewarnt. Im vorliegenden Kapitel wird der Forschungsstand zum Thema Erreichbarkeit im Arbeitsleben dargestellt.
Hannes Strobel

Kapitel 3. Der Wandel der Arbeitswelt – grundlegende Debatten

Zusammenfassung
Dass sich die arbeitsbezogene Erreichbarkeit von Beschäftigten verändert, steht in Zusammenhang mit allgemeinen Wandlungsprozessen im Arbeitsleben. Diesen widmet sich das folgende Kapitel und betrachtet vier Dimensionen des Wandels, die im Zuge der hier zugrunde liegenden qualitativen Forschung als besonders relevant für die Erreichbarkeitsthematik identifiziert wurden. Die Veränderungen in den verschiedenen Dimensionen werden unter Rückgriff auf grundlegende Debatten der Arbeitssoziologie vorgestellt.
Hannes Strobel

Kapitel 4. Analysekonzept: Aushandlungsprozesse um Erreichbarkeitsmodi

Zusammenfassung
Im vorangegangenen Kapitel wurde der Wandel der Arbeitswelt in seinen unterschiedlichen Dimensionen nachvollzogen und dabei festgestellt, dass sich im Zuge dieser Veränderungen neue Herausforderungen für die Arbeitssubjekte ergeben. Das vorliegende Kapitel will erklären, inwiefern diese Herausforderungen zu neuen Ausprägungen von Erreichbarkeit im Arbeitsleben führen. Bislang stellt Erreichbarkeit oder erweiterte Erreichbarkeit eine Blackbox dar und ohne eigene empirische Erkenntnisse bleibt unklar, was damit genau gemeint ist.
Hannes Strobel

Kapitel 5. Methodisches Vorgehen

Zusammenfassung
Das folgende Kapitel erläutert das methodische Vorgehen der vorliegenden Untersuchung und die getroffenen Forschungsentscheidungen. Zunächst wird das Forschungsfeld der Automobilindustrie vorgestellt und begründet, warum Firma Autoteile als Forschungsbetrieb ausgewählt wurde (5.1). Im Anschluss daran wird der Feldzugang erläutert und auf die Fallauswahl sowie das Sampling eingegangen (5.2). Danach wird die Erhebungsmethodik vorgestellt, die im Wesentlichen auf leitfadengestützten Interviews basiert (5.3), und schließlich die Auswertungsmethodik – eine Kombination aus Inhaltsanalyse und einem an der Grounded Theory angelehnten Vorgehen – erläutert (5.4).
Hannes Strobel

Kapitel 6. Organisationale Rahmenbedingungen

Zusammenfassung
Wie im vorangegangenen Kapitel gezeigt wurde, handelt es sich bei der vorliegenden Untersuchung um eine Arbeitsfallstudie (vgl. Nies & Sauer 2010: 150), bei der das arbeitsbezogene Handeln von Subjekten im Mittelpunkt steht. Dabei ist ebenfalls von Bedeutung, die betriebliche Einbettung dieses Handelns zu beleuchten. Denn verändern sich die Rahmenbedingungen der Arbeitsorganisation, hat dies auch Auswirkungen auf die Aushandlungsprozesse um Erreichbarkeit auf der Subjektebene.
Hannes Strobel

Kapitel 7. Einzelfalldarstellungen

Zusammenfassung
Das vorliegende Kapitel hat das Ziel nachzuvollziehen, wie Aushandlungsprozesse um Erreichbarkeit ablaufen und woran sich Subjekte darin orientieren. Dabei geht es auch darum, eine Vorstellung von der Vielfalt dieser Aushandlungen in Firma Autoteile zu vermitteln, weshalb einzelne Subjekte und deren Arbeits- und Lebensalltag in den Blick genommen werden. Jede der folgenden sieben Einzelfalldarstellungen konzentriert sich auf eine der im Unternehmen beschäftigten Personen. Das Arbeitshandeln, die Arbeitsorganisation und die Haltungen der Subjekte dazu werden auf der Grundlage der qualitativen Interviews rekonstruiert, die mit den Beschäftigten geführt wurden (siehe Kapitel 5).
Hannes Strobel

Kapitel 8. Der Wandel grundlegender und erweiterter Erreichbarkeit

Zusammenfassung
In der Einleitung zum vorangegangenen Kapitel 7 wurde gefragt, warum eine Analyse von Einzelfällen vorgenommen wird – dies wurde insbesondere damit begründet, dass die Vielfalt der Aushandlungsprozesse um Erreichbarkeit dargestellt werden sollte. Das vorliegende Kapitel fragt nun reziprok, warum eine einzelfallübergreifende Untersuchung wichtig ist. In gewisser Weise fällt deshalb auch die Antwort gegenteilig aus: Im Folgenden soll vor allem das Verbindende in den Vordergrund gestellt werden. Es geht darum, subjektübergreifend die bedeutendsten Aspekte der Aushandlungsprozesse um Erreichbarkeit zu ergründen.
Hannes Strobel

Kapitel 9. Aushandlungsprozesse um Erreichbarkeit – zentrale Erkenntnisse

Zusammenfassung
Schlagzeilen wie „Gehetzt durch ständige Erreichbarkeit“ (Öchsner 2017) in der Süddeutschen Zeitung sind seit einigen Jahren in der medialen Berichterstattung über die Arbeitswelt zu finden. Die vorliegende Arbeit hat solche Berichte zum Anlass genommen, um zu ergründen, was es mit ständiger oder erweiterter Erreichbarkeit auf sich hat, zumal der Blick auf den gegenwärtigen Forschungsstand gezeigt hat, dass dieses Phänomen noch weitestgehend eine Blackbox darstellt (siehe Kapitel 2). Nun aber konnten viele der offenen Fragen beantwortet werden. Ein zentrales empirisches Ergebnis stellt die Unterscheidung zwischen grundlegender und erweiterter Erreichbarkeit dar.
Hannes Strobel

Kapitel 10. Weiterer Forschungsbedarf

Zusammenfassung
In der vorliegenden Arbeit wurde erstmals ein soziologischer Erreichbarkeitsbegriff entworfen und ein Analysekonzept entwickelt, mithilfe dessen Aushandlungsprozesse um Erreichbarkeit im Arbeitsleben untersucht werden können. Auch für weitere Untersuchungen bezüglich der Erreichbarkeit im Arbeitsleben bietet sich dieses Analysekonzept an. Im Folgenden wird der konkrete weitere Forschungsbedarf aufgezeigt und es werden Vorschläge gemacht, mit welchem Fokus weitere qualitative Studien sinnvoll sind.
Hannes Strobel

Kapitel 11. Herausforderungen für die Beschäftigtenvertretung

Zusammenfassung
Das Thema Erreichbarkeit im Arbeitsleben birgt eine Gestaltungsaufgabe für die Arbeitspolitik von betrieblicher Interessenvertretung und Gewerkschaften. Nicht zuletzt die ausgeprägten Beispiele erweiterter Erreichbarkeit, die in der vorliegenden Arbeit zutage treten – etwa die Eskalationserreichbarkeit an Standort 7 von Firma Autoteile – legen einen Regelungsbedarf nahe. Denn Beschäftigte berichten von eindeutigen negativen Belastungsfolgen und die bestehenden Regelungen vermögen daran nichts zu ändern.
Hannes Strobel

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