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Inhaltsverzeichnis

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Einleitung Erzählen im Kontext neuer Lernkulturen

Einleitung Erzählen im Kontext neuer Lernkulturen

Erzählen stellt eine (alt)bekannte und (alt)bewährte Form der Wissensvermittlung dar, die gegenwärtig in den unterschiedlichsten Zusammenhängen neu operationalisiert wird. Dies gilt auch für den Kontext von Bildung, Wissen und Lernen, wo das Thema Erzählen seit einigen Jahren ebenfalls auf ein erhöhtes Interesse stößt. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei insbesondere auf die Funktion des Erzählens bei der Weitergabe von subjektiven Wissensformationen wie Handlungs- und Erfahrungswissen oder biographisches Wissen, die in einer Zeit der Pluralisierung von Wissensformen und der Individualisierung von Lebensmustern nicht nur in privaten, sondern auch in beruflichen Zusammenhängen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Claudia Fahrenwald

Erzählen vor dem Hintergrund des kulturellen und gesellschaftlichen Wandels

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Kapitel 1. Die Revision der Moderne

In Kapitel 1 werden zunächst der theoretische Bezugsrahmen (1.) sowie das methodische Vorgehen (2.) der Arbeit vorgestellt. Grundsätzlich lässt sich die Arbeit im Kontext der aktuellen Modernisierungsdebatten verorten. Es handelt sich dabei um die kulturwissenschaftliche Debatte um die Postmoderne (1.1), die sozialwissenschaftliche Debatte um die Reflexive Moderne (1.2) sowie das Konzept der Reflexiven Erziehungswissenschaft (1.3). Als methodisches Vorgehen der Arbeit werden daraus im Folgenden die (kulturwissenschaftliche) Methode der Dekonstruktion (2.1) sowie die (sozialwissenschaftliche) Methode der Rekonstruktion (2.2) abgeleitet und anschließend für den vorliegenden Untersuchungszusammenhang in einer Kombination von dekonstruktiven und rekonstruktiven methodischen Elementen zusammengeführt (2.3).
Claudia Fahrenwald

Kapitel 2. Lern- und Bildungsprozesse im Zeichen von Transformation

In Kapitel 2 werden die im Rahmen der aktuellen Modernisierungsdebatten aufgeworfenen Fragestellungen zunächst im Hinblick auf ihre gesellschaftstheoretische Relevanz diskutiert. Es handelt sich dabei für den vorliegenden Untersuchungszusammenhang um die Pluralisierung der Wissensformen (1.), die Individualisierung der Lebensmuster (2.) und die Programmatik des lebenslangen Lernens (3.), die in ihrem komplexen Zusammenspiel den Hintergrund für den gegenwärtigen Wandel der Lernkulturen abgeben.
Claudia Fahrenwald

Kapitel 3. Der narrative turn in den Kultur- und Sozialwissenschaften

Sowohl in den Kultur- als auch in den Sozialwissenschaften ist in den vergangenen Jahren eine Wiederentdeckung des Erzählens als Medium der Wissensgenerierung und des Wissenstransfers zu verzeichnen. Erzählen wird dabei als eine transdisziplinäre Kategorie verstanden, die von der Philosophie, der Geschichtswissenschaft, der Kommunikations- und Literaturwissenschaft, über die Anthropologie, die Soziologie, die Sozialpsychologie und die Pädagogik bis hin zur Organisationstheorie verwendet wird. Es ist in diesem Zusammenhang auch von einem narrative turn in den Kultur- und Sozialwissenschaften die Rede (Kreiswirth 1995; Herman, Jahn & Ryan 2005), der davon ausgeht, dass die „Konstitution, Stabilisierung und Transformation individueller wie kollektiver Identitäten“ (Neumann 2000: 7) prinzipiell auf Erzählen angewiesen ist.
Claudia Fahrenwald

Erzählen als erkenntnis-, subjekt- und lerntheoretische Kategorie

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Kapitel 4. Erzählen als erkenntnistheoretische Kategorie

Im vorliegenden Kapitel geht es zunächst um die Neubewertung des Erzählens als erkenntnistheoretische Kategorie, wie sie gegenwärtig in den Diskursen von Philosophie (1.), Soziologie (2.) und Psychologie (3.) zu finden ist. Erzählen wird auf diese Weise als eine eigenständige Form der Wissensgenerierung und des Wissenstransfers rehabilitiert, die das wissenschaftliche Wissen sowohl auf kultureller, als auch auf gesellschaftlicher und individueller Ebene in sinnvoller Weise ergänzt.
Claudia Fahrenwald

Kapitel 5. Erzählen als subjekttheoretische Kategorie

In Kapitel 5 geht es um die Neubewertung des Erzählens als subjekttheoretische Kategorie in den Diskursen von Philosophie, Psychologie und sozialwissenschaftlicher Biographieforschung. Ausgangspunkt ist die Krise des rationalen (Erkenntnis-)Subjekts im Kontext der aktuellen Modernisierungsdebatten. Auf diese Weise gerät der traditionelle Subjektbegriff in eine umfassende Krise (1). In der Psychologie wird der subjekttheoretische Diskurs in erster Linie entlang des Identitätsbegriffs geführt, der in seiner traditionellen Bedeutung von Kontinuität und Kohärenz ebenfalls grundlegend in Frage gestellt wird. Einen möglichen Ausweg aus den Aporien neuzeitlich-modernen wie (post-)modernen Subjektdenkens bietet hier das Theorem der ‚narrativen Identität’, wie es von dem französischen Philosophen Paul Ricoeur in den subjekttheoretischen Diskurs eingeführt wurde.
Claudia Fahrenwald

Kapitel 6. Erzählen als lerntheoretische Kategorie

Im folgenden Kapitel geht es um das Erzählen als lerntheoretische Kategorie. Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Kapiteln gibt es hier keine interdisziplinäre Diskussion, auf die zurückgegriffen werden könnte. Das Kapitel besitzt daher im Rahmen der Arbeit eine heuristische Funktion. Es geht um den Versuch, die bislang dargestellte interdisziplinäre Diskussion zum Thema Erzählen als erkenntnistheoretische und subjekttheoretische Kategorie im Umkreis des aktuellen Lerndiskurses zu verorten, um auf diese Weise eine Grundlage für die Bewertung des Erzählens als bildungstheoretische Kategorie im Kontext neuer Lernkulturen zu gewinnen. Eine Exemplifikation des Erzählens als lerntheoretische Kategorie erfolgt anschließend in Teil III der Arbeit am Beispiel des organisationalen Lernens.
Claudia Fahrenwald

Erzählen im Kontext des organisationalen Lernens

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Kapitel 7. Organisationen als Träger des kulturellen und gesellschaftlichen Wandels

In Teil III der Arbeit wird die bisherige bildungstheoretische Analyse des Erzählens am Beispiel eines konkreten pädagogischen Handlungsfeldes exemplifiziert. Es handelt sich um den Bereich des organisationalen Lernens, der erst seit Kurzem auch in der Pädagogik auf ein verstärktes Interesse stößt. Bislang erfolgte die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Organisation dagegen meist im Bereich von Organisationspsychologie und Organisationssoziologie (Geißler 2000: Vorwort). Nicht zuletzt hat hier die vor gut drei Jahrzehnten eingeleitete sozialwissenschaftliche Wende von der Pädagogik zur Erziehungswissenschaft mit dazu beigetragen, den Faktor Organisation verstärkt in das Bewusstsein pädagogischer Theoretiker wie Praktiker zu rücken (Böttcher & Terhart 2004: 7). Diese Entwicklung wird zum Teil mit der reflexiven Wende in der Erziehungswissenschaft in Zusammenhang gebracht, die mit einer Öffnung für bisher Ausgegrenztes verbunden ist (Geißler 2000: 2).
Claudia Fahrenwald

Kapitel 8. Erzählen im organisationalen Wissensmanagement

Das vorliegende Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema Erzählen im organisationalen Wissensmanagement. Wissensmanagement wird dabei als ein paradigmatischer Ansatz im Bereich neuer organisationaler Lernkulturen verstanden, an dem sich die Auswirkungen des gegenwärtigen kulturellen und gesellschaftlichen Wandels im Kontext von Organisationen in besonderer Weise verdeutlichen lassen. Es wird zunächst in das Thema organisationaler Wandel und organisationales Lernen eingeführt (1.). Anschließend wird das Konzept des organisationalen Lernens näher erläutert (1.1). Die Notwendigkeit zu einer Revision des traditionellen organisationalen Lernbegriffs vor dem Hintergrund eines gewandelten Organisationsverständnisses wird im Folgenden anhand zweier unterschiedlicher lerntheoretischer Modelle aus dem aktuellen organisationstheoretischen Diskurs veranschaulicht: Das erste stammt von der italienischen Organisationssoziologin Silvia Gherardi (Gherardi 1999) (1.2), das zweite von dem Organisationspädagogen Michael Göhlich (Göhlich 2005, 2007) (1.3).
Claudia Fahrenwald

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