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Über dieses Buch

Diese Einführung in die Ethnografie wendet sich an alle Sozialwissenschaftler*innen, die ethnografisch forschen wollen. Ethnografie ist im strikten Sinne als Feldforschung zu verstehen. Ethnografisch Forschende müssen sich hinaus in die Sozialwelt wagen. Aus diesem Grund ist Ethnografie immer zuerst teilnehmende Beobachtung. Zugleich lässt sich diese im Rückgriff auf den empirischen Werkzeugkoffer durch eine Vielzahl an methodischen Zugängen erweitern. Wichtig ist zudem die Konzentration auf den Gegenstand beim Schreiben. In dem Buch werden entlang der typischen Stationen des Forschungsprozesses die Herausforderungen der ethnografischen Feldarbeit dargestellt. Die Einführung möchte gleichzeitig praktisch sein, indem konkrete Umsetzungsperspektiven aufgezeigt werden. Am Ende sollten Leser und Leserin soweit vorbereitet sein, um ein eigenes Ethnografieprojekt durchführen zu können.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Ethnografische Entdeckungsreise

Ethnografie begibt sich auf Entdeckungsreisen in soziale Welten als ein Wagnis beobachtender und intellektueller Aneignung. Die Sozialwelt da draußen ist der Forschung als eigene Wirklichkeit längst vorgegeben. Ethnografie zielt auf ein Kennenlernen, Erforschen und Verstehen der Kulturen, in denen Menschen ihr Leben führen.
Stefan Thomas

Kapitel 2. Theoretische Hintergründe

Das Reisen in unbekannte Länder und das Interesse an den Anderen reicht tief in die Menschheitsgeschichte zurück (Wax 1971, S. 21 ff.). Zu einer eigenständigen Methode hat sich das wissenschaftliche Schreiben über Kulturen und soziale Gruppen erst in jüngster Zeit entwickelt. Gegenüber den anderen Methoden der Sozialforschung zeichnet sich Ethnografie insbesondere durch die direkte Begegnung der Menschen im Feld aus.
Stefan Thomas

Kapitel 3. Fragestellung und Forschungsdesign

Die Fragestellung ist zu Beginn eines ethnografischen Forschungsprojekts festzulegen. Diese Vorabfestlegung ist wichtig, weil die zentralen Pflöcke des Forschungsdesigns erst mit einer Fragestellung in der Hand eingeschlagen werden können. Mit dem Design einer Studie, dem Masterplan, sind alle inhaltlichen und methodischen Entscheidungen gemeint, die im Projektverlauf zu treffen sind. Angesichts des Anspruchs der Ethnografie, in einer offenen Haltung dem sich sukzessive entschleiernden Untersuchungsgegenstand gegenüberzutreten, wäre es jedoch verkehrt, alle Methoden im Vorhinein auswählen zu wollen.
Stefan Thomas

Kapitel 4. Ethnografische Datenerhebung

Zum Abenteuer der Ethnografie gehört die Entdeckung fremder Sozialwelten durch Feldforschung. Die Zerstreuung des Ethnografen in den Ereignissen seines Forschungsfeldes stellt – neben der schreibenden Verdichtung des Erfahrenen – die eine Seite des ethnografischen Forschungsprozesses dar: sich in der Welt umhertreiben, durch die Straßen flanieren, mit den Menschen reden sowie Situationen in Erfahrung bringen, die für das Verstehen des sozialen Handelns der Menschen bedeutsam sind.
Stefan Thomas

Kapitel 5. Beobachtungsprotokolle und Feldnotizen

Zum Abenteuer der Entdeckung fremder Sozialwelten gehört in der Ethnografie die schreibende Aneignung von Welt. Neben der Zerstreuung in der Vieldeutigkeit, Unabgeschlossenheit und Unendlichkeit der Wirklichkeit ist die Konzentration auf Gegenstand und Erfahrung bedeutsam. Ganz ähnlich spricht Marcus Clifford im Hinblick auf die Felderfahrung von „displacement“, während es zur intellektuellen Bemächtigung einer „focused, disciplined attention“ bedarf (1997, S. 186).
Stefan Thomas

Kapitel 6. Ethnografische Datenauswertung

Das Grundrüstzeug für die Auswertung von Daten ist trivial: Lesen, Denken und Schreiben. Es gibt keine Methoden und kein Werkzeug, die dem Ethnografen diese Arbeit abnehmen könnten – auch nicht der Computer. Der qualitative Sozialforscher steht vor der Aufgabe, die Wirklichkeit in ihrem Kopf auszulegen, theoretisch auf den Begriff zu bringen und durch Niederschreiben festzuhalten (etwa Wolcott 1995, S. 233).
Stefan Thomas

Kapitel 7. Schreiben des ethnografischen Berichts

Am Ende des ethnografischen Forschungsprozesses steht das Schreiben des Forschungsberichts. Ohne Schreiben wäre die ganze Feldarbeit, das Nach-draußen-Gehen in die Sozialwelt, sinnlos, weil es keine Ergebnisse gäbe. Und erst im Schreiben findet der Feldforscher als Wissenschaftler zu sich selbst zurück.
Stefan Thomas

Kapitel 8. Schlussbetrachtungen

Ethnografie hat sich in den deutschsprachigen Sozialwissenschaften den ihr gebührenden Platz erobert, als anerkanntes und etabliertes Verfahren, das auch in den grundlagenwissenschaftlichen Förderlinien von Drittmittelprogrammen eine Chance hat. Obwohl Interviews und konservative Formen der Datenaufzeichnung vorherrschen, kann der Ethnografie fast schon der Status einer Trendmethode zugeschrieben werden. Der Erfahrungsfundus der Feldforschung bildet nicht mehr nur den Referenzrahmen zur methodologischen Selbstvergewisserung qualitativer Methodik. Das besondere Innovationspotential begründet sich eben daraus, dass sich diese nicht auf die eine Methode verpflichten lässt.
Stefan Thomas

Backmatter

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