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Über dieses Buch

Ethohydraulik agiert an der Schnittstelle zwischen Verhaltensforschung (Ethologie) und dem Strömungsverhalten (Hydraulik). Ethohydraulische Untersuchungen helfen, das hydraulisch-reaktive Verhalten von Wassertieren zu verstehen. Aus den Befunden lassen sich Grenz- und Richtwerte sowie Gestaltungsvorgaben für die Planung wasserbaulicher Anlagen ableiten. In diesem essential geben die Autoren einen Überblick über die Grundlagen und methodischen Ansätze ethohydraulischer Untersuchungen. Zudem werden Einsatzbereiche und aktuelle Weiterentwicklungen aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Ethologie und Hydraulik – wozu wird das benötigt?
Zusammenfassung
Der Mensch nimmt großen Einfluss auf viele in seiner Umwelt ablaufende Prozesse und stellt damit einen maßgebenden Faktor für Veränderungen auf der Erde dar – es ist das Zeitalter des Anthropozän. Auf dem Weg von der Natur- zur Kulturlandschaft wurden Fließgewässer an Nutzungsanforderungen wie z. B. Energieerzeugung, Hochwasserregulierung und Schiffbarkeit angepasst und durch zahlreiche Querbauwerke in viele Segmente unterteilt. Zwar sind viele dieser Bauwerke durch Schleusen, Hebewerke oder entsprechende Beschilderung für Schiffe und Boote passierbar, jedoch geraten aquatische Lebewesen dort oft in eine für sie unpassierbare Sackgasse oder wagen bei Wasserkraftanlagen gar den oft tödlich endenden Weg durch die Turbine.
Boris Lehmann, Katharina Bensing, Beate Adam, Ulrich Schwevers, Jeffrey A. Tuhtan

Kapitel 2. Philosophie und Methode

Fachdisziplin Ethohydraulik – wie geht das?
Zusammenfassung
Im Zentrum ethohydraulischer Untersuchungen stehen Beobachtungen von Wassertieren unter einstellbaren Umweltbedingungen, welche in der Regel in Wasserbaulaboren durchgeführt werden. Aus den Beobachtungen gilt es, charakteristische Verhaltensweisen und deren Ursachen als Befunde abzuleiten. Die Befunde müssen dann sorgfältig für die Praxis validiert und je nach Anwendungsfall in ingenieurfachliche Gestaltungs-, Planungs- und Bemessungsempfehlungen für wasserbauliche Anlagen transferiert werden. Darüber hinaus leisten ethohydraulische Untersuchungen auch einen Beitrag zur Definition der Lebensraumansprüche von Wassertieren in Form von messbaren Grenz- und Schwellenparametern oder gar zu deren sozialen Interaktionen in Form von qualitativen Aussagen (bspw. zum Schwarmverhalten).
Boris Lehmann, Katharina Bensing, Beate Adam, Ulrich Schwevers, Jeffrey A. Tuhtan

Kapitel 3. Beispiele aus der Praxis

Ethohydraulische Befunde – was bedeutet das?
Zusammenfassung
Verhaltensbeobachtungen mit Tieren erfordern generell viel Geduld und Aufmerksamkeit, zumal zu Beginn einer ethohydraulischen Versuchsreihe nicht absehbar ist, welche Reaktionen die Fische auf die ihnen dargebotene Versuchskonstellation zeigen werden. Nicht selten scheinen zudem Beobachtungen zunächst keine schlüssigen und in Hinblick auf die zu beantwortende Fragestellung interpretierbaren Befunde zu ergeben. Erst Wiederholungsversuche mit gleichem Versuchsaufbau und gleichen Randbedingungen (sog. Setup) oder vergleichende Tests mit jeweils nur einem einzigen veränderten Versuchsparameter lassen reproduzierbare, d. h. nach stets dem gleichen Muster ablaufende Verhaltensweisen erkennen, die sich als Antwort der Probanden auf die jeweils gebotene Situation interpretieren lassen.
Boris Lehmann, Katharina Bensing, Beate Adam, Ulrich Schwevers, Jeffrey A. Tuhtan

Backmatter

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