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Europäische Union und Währungsunion in der Dauerkrise II

Szenarien für die Zukunft des Euro

  • 2022
  • Buch

Über dieses Buch

Die europäischen Integrationsanstrengungen stehen auf der Kippe. Dabei wirkt die Euro-Währungsunion in ihrer jetzigen Verfassung ungewollt eher als ein Des-Integrationsfaktor denn als ein verbindendes Element. Dirk Meyer liefert Zustandsbeschreibungen, Analysen, Hintergründe und Zusammenhänge, die in der Tagespolitik entweder gar nicht zum Tragen kamen oder aber schnell vergessen wurden. Konzepte einer möglichen Umstrukturierung der Währung hin zu einer funktionsfähigen Gemeinschaftswährung bilden einen konstruktiv-zuversichtlich stimmenden Ausblick.

Das Buch ist das Ergebnis einer etwa zehnjährigen Beschäftigung mit der Thematik.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. 1. Einführung

    Dirk Meyer
    Das Kapitel untersucht die strukturellen Probleme der Europäischen Währungsunion, die bereits mit dem Vertrag von Maastricht erkannt wurden. Es beleuchtet die institutionellen Vorkehrungen wie die Nicht-Beistandsklausel und das Verbot der monetären Staatsfinanzierung, die jedoch nicht verhindern konnten, dass die Euro-Krise ab 2010 offenbar wurde. Die Rettungshilfen für Länder wie Griechenland, Irland und Portugal führten zu einer Haftungsvergemeinschaftung und der Errichtung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Die Bankenunion und die Anleiheankaufprogramme der EZB spielten ebenfalls eine zentrale Rolle in der Krisenbewältigung. Das Kapitel diskutiert zudem Reformvorschläge wie Eurobonds, eine Europäische Arbeitslosenversicherung und einen Europäischen Währungsfonds. Es wird auch die Möglichkeit eines Euroaustritts und die Einführung einer Parallelwährung als zukunftsweisende Alternativen erörtert. Die Analyse geht auf die praktischen Probleme und rechtlichen Möglichkeiten eines solchen Schritts ein und schließt mit der Vorstellung von Konzepten zur Stabilisierung und Integration der Währungsunion.
  3. Teil I

    1. Frontmatter

    2. 2. Eurobonds: Eine Weichenstellung für Europa

      Dirk Meyer
      Das Kapitel untersucht die Rolle von Eurobonds als Instrument zur Bewältigung der Euro-Staatsschuldenkrise. Es beleuchtet die politischen und normativen Fragen, die mit der Einführung von Eurobonds verbunden sind, und analysiert die bestehenden Rettungsinstrumente wie den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF). Die rechtlichen Bedenken und die Risiken einer Haftungsvergemeinschaftung werden detailliert dargestellt. Zudem werden verschiedene Vorschläge zur Ausgestaltung von Eurobonds diskutiert, darunter teil- und gesamtschuldnerische Haftung sowie die Möglichkeit von Zinsausgleichen und Stabilitätsanleihen. Der Text hebt die Herausforderungen und Chancen von Eurobonds hervor und betont die Notwendigkeit einer umfassenden haushaltspolitischen Koordinierung und Koordinierung der nationalen Haushalte.
    3. 3. Europäische Sichere Anleihen: Vergemeinschaftung auf Raten

      Dirk Meyer
      Der Beitrag analysiert die Funktionsweise und Vorteile von Europäischen Sicheren Anleihen (ESBies), die als Lösung zur Verbesserung der Finanzstabilität in der Eurozone vorgeschlagen werden. ESBies sollen den Bedarf nach sicheren Anlagen decken und gleichzeitig die enge Verflechtung zwischen Staatenrisiken und Bankenrisiken durchbrechen. Die Anleihen werden durch Diversifikation und Risikoteilung in Tranchen unterschiedlicher Rangfolge strukturiert, wobei die Senior-Tranche als sichere Anleihe und die Junior-Tranche als Sicherheitspuffer dient. Die Analyse zeigt, dass ESBies das Klumpenrisiko mildern und die Verflechtungen zwischen Banken und Staaten lockern könnten, was zu einer stabileren Finanzmarktstabilität führen würde. Allerdings gibt es auch kritische Einwände, wie die Vergemeinschaftung von Risikoprämien und die mögliche Subventionierung durch EU-Institutionen. Der Beitrag diskutiert zudem alternative Maßnahmen zur Gewährleistung der Finanzstabilität, wie die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit der Nichtbeistands-Klausel und die regulatorische Entprivilegierung von Staatsanleihen.
    4. 4. Europäische Arbeitslosenversicherung

      Dirk Meyer
      Der Beitrag untersucht die Initiative der Europäischen Kommission für eine Europäische Arbeitslosenversicherung (EALV) im Jahr 2013. Diese Initiative zielt darauf ab, die konjunkturellen Ungleichgewichte zwischen den Krisenstaaten und der Kernzone der Eurozone auszugleichen. Der Text diskutiert die normative Frage, ob die EU als föderativer Staatenbund mit einer Fiskal- und Transferunion weiterentwickelt werden sollte, sowie die praktische Umsetzung und Probleme einer EALV. Es werden zwei Modelle zur Ausgestaltung der EALV vorgestellt: Modell I, das auf einem Stabilisierungsfonds basiert, und Modell II, das auf einem speziellen Fonds für Ausgleichszahlungen setzt. Beide Modelle erfordern eine Vertragsänderung des Lissabon-Vertrags. Der Beitrag analysiert die politischen und ökonomischen Herausforderungen, wie die Schwierigkeiten bei der Berechnung der Produktionslücke und die potenzielle Abhängigkeit von nationalen Arbeitsmarktreformen. Zudem wird die Notwendigkeit einer EU-weiten Harmonisierung der sozialen Sicherungssysteme thematisiert. Der Text schließt mit einer kritischen Bewertung der EALV als Schritt hin zu einer Fiskalunion und der Diskussion über die Praktikabilität dauerhafter Transfers.
    5. 5. Europäischer Währungsfonds: Zum Vorschlag der EU-Kommission – Konstrukt lässt weitreichende Freiräume zu

      Dirk Meyer
      Der Fachbeitrag beleuchtet die Reform des Europäischen Währungsfonds (EWF) nach dem Vorschlag der EU-Kommission, der im Dezember 2017 angekündigt wurde. Die Kommission schlägt vor, den EWF als Nachfolger des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) zu etablieren und in das supranationale Gemeinschaftsrecht zu überführen. Der Beitrag analysiert die historische Entwicklung des EWF, beginnend mit den ersten Vorschlägen nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1973 und der Errichtung des Europäischen Währungssystems (EWS) 1979. Besondere Aufmerksamkeit wird der aktuellen Diskussion um den EWF geschenkt, die im Kontext der Finanzmarkt-, Staaten- und Bankenkrisen sowie der Nothilfen für Länder wie Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Zypern steht. Der Fachbeitrag untersucht die möglichen Gefahren und Konfliktlinien, die durch die Reform des EWF entstehen könnten, und beleuchtet die drei prägenden Konfliktlinien im Institutionengefüge der EU: die Verschiebung von Macht und Einfluss von den Nationalstaaten hin zur EU-Kommission und dem EU-Parlament, die Aufhebung der Regelbindung zugunsten einer Politisierung und die Aufhebung des Prinzips der 'bündischen Notstandsfinanzierung gegen konditionierte Auflagen' zugunsten von Transferleistungen. Der Beitrag schließt mit einer kritischen Bewertung der Reformvorschläge und der Auswirkungen auf die Stabilität der Währungsunion.
    6. 6. Europäischer Wiederaufbaufonds – Nothilfe oder dauerhafte Fiskalunion mit gemeinsamen Schulden?

      Dirk Meyer
      Das Kapitel behandelt die Einführung des Europäischen Wiederaufbaufonds im Juli 2020, der durch den Europäischen Rat beschlossen wurde. Dieser Fonds umfasst einen Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) von 1074,3 Milliarden Euro und einen Sonderhaushalt 'Next Generation EU' (NGEU) in Höhe von 750 Milliarden Euro. Die gemeinsame EU-Schuldenaufnahme, die durch die Pandemie begründet wird, stellt einen bedeutenden Strukturbruch dar und führt zu einer zentralistisch gesteuerten Fiskalunion. Die Analyse konzentriert sich auf die Rechtfertigung des Aufbauinstruments durch die EU-Katastrophenschutzrechtsklausel, die Kreditfinanzierung und die gesamtschuldnerische Haftung der Mitgliedstaaten. Besonders hervorzuheben ist die kritische Betrachtung der mangelnden Effektivität der Kontrollen und die potenziellen Gefahren einer dauerhaften Fiskalunion. Der Text bietet eine umfassende Diskussion der politischen und finanziellen Implikationen dieses historischen Schritts der EU.
  4. Teil II

    1. Frontmatter

    2. 7. Schuldenerlass in der Not: Das ESZB als Kreditgeber der letzten Instanz für Staaten?

      Dirk Meyer
      Das Kapitel beleuchtet die Herausforderungen und Möglichkeiten eines Schuldenerlasses durch das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) als Kreditgeber der letzten Instanz für Staaten, insbesondere im Kontext der COVID-19-Krise. Es untersucht verschiedene Szenarien eines Schuldenerlasses, darunter einen Schuldenerlass in Höhe des 750 Mrd. EUR Wiederaufbauprogramms 'Next Generation EU' und einen Schuldenerlass in Höhe von 60% des BIP des Jahres 2019. Die Analyse umfasst rechtliche und ökonomische Aspekte, einschließlich der Vermeidung von Transferelementen und der Einhaltung von EU-Verträgen. Besonders interessant ist die Diskussion über die Notwendigkeit einer Neuordnung der Währungsunion und die potenziellen Risiken einer dauerhaften Monetisierung von Staatsschulden. Der Beitrag bietet eine tiefgehende Untersuchung der komplexen Dynamiken und Herausforderungen, die mit einem Schuldenerlass verbunden sind, und liefert wertvolle Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen solcher Maßnahmen.
    3. 8. EZB-Schuldverschreibungen: – Ein Instrument bei Inflation und zur Staatenkreditierung

      Dirk Meyer
      Der Fachtext untersucht die Möglichkeiten und Risiken der Emission von Schuldverschreibungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) zur Abschöpfung von Liquidität im Kontext der Inflation und der Staatenkreditierung. Im Anschluss an die Corona-Krise haben die Notenbanken des Eurosystems ihre Anleihekäufe erheblich ausgeweitet, was zu einer signifikanten Zunahme der Geldbasis geführt hat. Um eine Rückführung dieser Liquidität zu ermöglichen, wird die Emission von EZB-Schuldverschreibungen als alternative Möglichkeit analysiert. Der Text beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Erfahrungen anderer Notenbanken, wie der Schweizerischen Nationalbank und der Bank of Korea, die bereits ähnliche Instrumente eingesetzt haben. Besondere Aufmerksamkeit wird den potenziellen Vorteilen und Risiken der Einführung von EZB-Schuldverschreibungen gewidmet, einschließlich der Auswirkungen auf die Geldpolitik, die Kapitalmarktunion und die Stabilität des Finanzsektors. Die Analyse zeigt, dass EZB-Schuldverschreibungen sowohl Chancen als auch Herausforderungen bieten, insbesondere im Hinblick auf die Vermeidung von Krisen und die Sicherstellung der Unabhängigkeit der Geldpolitik.
  5. Teil III

    1. Frontmatter

    2. 9. Rechtliche Möglichkeiten eines Ausscheidens aus dem Euro und die Rückübertragung der Währungssouveränität

      Dirk Meyer
      Das Kapitel beschäftigt sich mit den rechtlichen Möglichkeiten eines Austritts aus dem Euro und der Rückübertragung der Währungssouveränität. Es wird untersucht, welche legalen Varianten eines Verlassens der dritten Stufe der EWU möglich sind und welche weiteren Schritte notwendig wären, um eine eigene nationale Währung zu etablieren. Historische Vergleiche von Währungsunionen und deren Desintegration zeigen strukturelle Bedingungen und Einflussfaktoren auf, die auch für die EWU relevant sind. Besondere Aufmerksamkeit wird den rechtlichen Rahmenbedingungen und den möglichen Konsequenzen eines Austritts geschenkt, wobei auch alternative Szenarien wie die Einführung nationaler Parallelwährungen diskutiert werden. Die Analyse deckt auf, welche rechtlichen und institutionellen Regelungen notwendig wären, um einen geordneten Austritt zu gewährleisten und die Währungssouveränität zurückzugewinnen. Das Kapitel schließt mit der Betonung der Notwendigkeit einer klaren rechtlichen Regelung für den Austritt aus der EWU, um zukünftige Krisen zu vermeiden und die Stabilität der Union zu sichern.
    3. 10. Währungsdenomination: Zur Frage der Schuldwährung in Altverträgen bei Euroaustritt aus deutscher Sicht

      Dirk Meyer
      Das Kapitel beleuchtet die rechtlichen Fragen, die sich bei einem Euroaustritt eines Mitgliedsstaates stellen, insbesondere die Schuldwährung in Altverträgen. Es unterscheidet zwischen Währungsstatut, Schuldstatut und Zahlungsstatut und analysiert die Auswirkungen auf bestehende Verträge. Ein besonderer Fokus liegt auf den rechtlichen Konsequenzen verschiedener Szenarien, wie dem Austritt eines einzelnen Mitgliedsstaates, der Abspaltung einer Währungsunion oder dem chaotischen Zerfall der Eurozone. Zudem werden die Regelungen des internationalen Vertragsrechts und die Anwendung des Währungsstatuts detailliert erörtert. Der Text bietet eine umfassende Darstellung der rechtlichen und praktischen Herausforderungen, die mit einer Währungsumstellung verbunden sind, und liefert wertvolle Einblicke für Experten im Bereich des Wirtschafts- und Vertragsrechts.
    4. 11. Fahrplan eines Euroaustritts: Technische Vorbereitung, rechtliche und praktische Durchführung aus Sicht eines Austrittslandes

      Dirk Meyer
      Der Fachbeitrag untersucht die technischen, rechtlichen und praktischen Herausforderungen eines Euroaustritts aus der Perspektive eines Austrittslandes. Es wird eine detaillierte Road Map vorgestellt, die unter Berücksichtigung bestimmter Ablaufprinzipien die prozessuale Umsetzung eines solchen Austritts ermöglicht. Die Analyse umfasst die technischen Barrieren bei der Einführung einer neuen Währung, rechtliche Aspekte und die Notwendigkeit einer gründlichen Planung und Vorbereitung. Besonderes Augenmerk wird auf die Vermeidung von antizipativen Kapitalbewegungen und die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen gelegt. Der Beitrag beleuchtet auch die ökonomischen und politischen Kosten eines solchen Austritts und die potenziellen Gefahren eines Austrittswettlaufs und einer Desintegrationsinflation. Abschließend werden logistische Herausforderungen und Lösungsansätze für die Umsetzung der Währungsreform diskutiert.
    5. 12. Griechenlands Austritt aus dem Euro: Ein Ablaufszenario

      Dirk Meyer
      Der Beitrag untersucht die rechtlichen und ökonomischen Aspekte eines möglichen Austritts Griechenlands aus dem Euro im Sommer 2015. Es wird analysiert, ob die Bedingungen für ein drittes Hilfsprogramm erfüllt waren und welche Folgen ein Zahlungsausfall für Griechenland und die Eurozone gehabt hätte. Dabei werden verschiedene Szenarien betrachtet, darunter die Einführung einer Notwährung (‚Geuro‘) und die Emission einer vermögensfundierten Neä Drachmä. Die Analyse zeigt, dass ein Austritt Griechenlands aus dem Euro sowohl kurzfristige Krisen als auch langfristige Stabilisierungseffekte hätte haben können. Besondere Aufmerksamkeit wird den ökonomischen und politischen Herausforderungen gewidmet, die ein solcher Schritt mit sich gebracht hätte.
    6. 13. Der Fortbestand der Europäischen Währungsunion wird durch Italien infrage gestellt

      Dirk Meyer
      Der Beitrag untersucht die Bedrohung der Europäischen Währungsunion durch Italien, das mit einem Anteil von 16,9% des Eurozonen-BIP und einer hohen Staatsverschuldung von 154,8% ein zentrales Risiko darstellt. Die italienische Wirtschaft weist ein geringes Wachstum und hohe Schulden auf, was die Tragfähigkeit der Staatsschulden infrage stellt. Besonders problematisch sind die italienischen TARGET-Defizite und das ANFA-Abkommen, das den Erwerb von Staatsanleihen durch nationale Notenbanken ermöglicht. Diese Mechanismen führen zu einer asymmetrischen Geldschöpfung und gefährden die Stabilität der Eurozone. Zudem wird die mangelnde Motivation der italienischen Politik zur Einhaltung der Fiskalregeln kritisiert, was das Vertrauen in die Eurozone untergräbt. Der Beitrag diskutiert verschiedene Handlungsoptionen, darunter eine Transferunion, eine strikte Anwendung des Fiskalpakts oder die Einführung einer Parallelwährung. Jede Option birgt erhebliche Risiken für die Stabilität der Eurozone und der EU. Die Analyse zeigt, dass die Zukunft der Währungsunion stark von den politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen Italiens abhängt.
    7. 14. Mini-Bots: Ein “Liro” als Parallelwährung für Italien?

      Dirk Meyer
      Das Kapitel beleuchtet die Idee der Einführung von Mini-Bots als Parallelwährung in Italien, um die Haushaltsdefizite zu finanzieren und die Abhängigkeit von EU-Haushaltsregeln zu verringern. Die ehemalige italienische Regierung aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung hatte im September 2019 Pläne zur Aufkündigung der EU-Defizitregeln und zur Einführung von Mini-Bots als staatliche Schuldscheine. Diese sollten offene Lieferantenrechnungen und andere Verpflichtungen des Staates begleichen und gleichzeitig die Wirtschaft ankurbeln. Die Einführung von Mini-Bots, auch bekannt als „Liro“, würde eine Art Zweitwährung neben dem Euro darstellen und könnte sowohl Vorteile wie Exportanreize als auch erhebliche Risiken wie Inflation und eine Verschärfung der Schuldenkrise mit sich bringen. Die Analyse geht auch auf historische Beispiele von Parallelwährungen ein und diskutiert die möglichen Konsequenzen für die Eurozone und die EU. Insgesamt zeigt der Text die komplexen Herausforderungen und Risiken, die mit der Einführung einer Parallelwährung verbunden sind, und betont die Notwendigkeit einer sorgfältigen Abwägung der politischen und ökonomischen Implikationen.
  6. Teil IV

    1. Frontmatter

    2. 15. Parallelwährungen als Lissabon-konforme Krisenlösung

      Dirk Meyer
      Der Fachbeitrag behandelt die Krise der Europäischen Währungsunion und die Notwendigkeit einer Reform. Es wird argumentiert, dass die Einführung nationaler Parallelwährungen neben dem Euro eine Lösung darstellen könnte, um die ökonomischen Divergenzen zwischen den Mitgliedstaaten zu bewältigen und die Stabilität der Eurozone zu gewährleisten. Das Konzept der Parallelwährungen wird als eine Möglichkeit vorgestellt, die die Vorteile einer gemeinsamen Währung mit den Anpassungsmöglichkeiten nationaler Währungen verbindet. Es wird diskutiert, wie dieses Konzept die politischen und ökonomischen Herausforderungen der Eurozone adressieren könnte und welche Vorteile es gegenüber anderen Lösungsansätzen bietet. Die Einführung nationaler Währungen parallel zum Euro würde den Mitgliedstaaten mehr Flexibilität geben, ohne die politischen und wirtschaftlichen Risiken eines vollständigen Austritts aus der Eurozone in Kauf nehmen zu müssen. Die Analyse untersucht auch die rechtlichen und praktischen Aspekte der Umsetzung dieses Konzepts und wie es in den bestehenden EU-Verträgen verankert werden könnte.
    3. 16. Gemeinschaftswährung mit Kaufkraftgarantie auf Kapitalbasis: Das Konzept eines Kapitalfundierten Hart-Euro

      Dirk Meyer
      Der Fachtext behandelt das Konzept eines Kapitalfundierten Hart-Euro, der als Alternative zum bestehenden Eurosystem dienen soll. Die Idee basiert auf der historischen Idee des kompensierten Golddollars und zielt darauf ab, eine Währung mit konstanter Kaufkraft und Werthaltigkeit zu schaffen. Die Kapitalfundierung soll durch den Erwerb von Anteilen an einem Aktienindex wie dem Euro Stoxx 50 erfolgen, wodurch die Währung an die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Vermögens korreliert ist. Der Text diskutiert die Vorteile und Herausforderungen eines solchen Systems, insbesondere im Hinblick auf die Inflationssicherung und die Geldpolitik. Weiterhin wird die mögliche Einführung des KHE als Parallelwährung zum Euro und die damit verbundenen Transformationsprozesse der Geldordnung detailliert beschrieben. Die Besonderheiten des KHE liegen in seiner Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, die sowohl eine staatliche als auch eine private Emission ermöglichen. Der Text schließt mit einer Diskussion über die möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik und die Rolle der Zentralbanken in einem solchen System.
  7. Backmatter

Titel
Europäische Union und Währungsunion in der Dauerkrise II
Verfasst von
Prof. Dr. Dirk Meyer
Copyright-Jahr
2022
Electronic ISBN
978-3-658-35713-9
Print ISBN
978-3-658-35712-2
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-35713-9

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    Bildnachweise
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