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European Yearbook of International Economic Law 2020

  • 2022
  • Buch

Über dieses Buch

Band 11 des EYIEL konzentriert sich auf die Rechte und Pflichten von Wirtschaftssubjekten nach internationalem Wirtschaftsrecht. Es befasst sich mit den Verantwortlichkeiten von Wirtschaftssubjekten sowie ihrem Sonderstatus in verschiedenen Teilbereichen des Völkerrechts, darunter Menschenrechte, Korruption, Wettbewerbsrecht, internationales Investitionsrecht, zivilrechtliche Haftung und internationales Sicherheitsrecht. Die Beiträge zu diesem Band unterstreichen daher die Bedeutung des Völkerrechts für die Regulierung von Wirtschaftssubjekten. Darüber hinaus befasst sich EYIEL 11 mit aktuellen Herausforderungen, Entwicklungen sowie Ereignissen im europäischen und internationalen Wirtschaftsrecht wie den Wahlen zum Europäischen Parlament 2019, dem Brexit und dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur. Eine Reihe von Essays über neue Bücher zum internationalen Handels- und Investitionsrecht vervollständigt den Band.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Rights and Obligations of Business Entities under International Economic Law

    1. Frontmatter

    2. The Changing Nature of Corporate Influence in the Making of International Economic Law: Towards “Multistakeholderism”

      Peter Muchlinski
      Dieses Kapitel befasst sich mit der transformierenden Natur des unternehmerischen Einflusses bei der Schaffung des internationalen Wirtschaftsrechts und bewegt sich von traditionellen staatlich fokussierten Modellen hin zu Multi-Stakeholder-Initiativen (MSIs). Darin wird untersucht, wie die wirtschaftliche Globalisierung multinationale Unternehmen durch ihr technisches Fachwissen und ihre Lobbyarbeit gestärkt hat, was zu einem integrativeren Regulierungsrahmen geführt hat. Der Übergang vom "eingebetteten Liberalismus" zum "Neoliberalismus" hat diesen Übergang erleichtert, wobei die multinationalen Konzerne eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des internationalen Wirtschaftsrechts spielen. Das Kapitel untersucht auch die Herausforderungen und Chancen von MSIs und veranschaulicht anhand von Fallstudien ihre Auswirkungen auf die Unternehmensverantwortung und die Menschenrechte. Abschließend wird die Zukunft der MSI im Lichte des zunehmenden Wirtschaftsnationalismus und autoritärer Modelle diskutiert, was auf eine mögliche Verschiebung in Richtung staatlich sanktionierter Unternehmensdominanz hindeutet.
    3. Coming of Age: The System of OECD National Contact Points for Responsible Business Conduct in Its 20 Years

      Ondřej Svoboda
      Dieses Kapitel geht auf die zwei Jahrzehnte dauernde Entwicklung des OECD-Systems der Nationalen Kontaktstellen (NCPs) ein und unterstreicht seine einzigartige Rolle bei der weltweiten Förderung verantwortungsvollen unternehmerischen Verhaltens. Er untersucht die Entwicklung des Systems von seiner Entstehung bis zur Überarbeitung 2011, in der die Sorgfaltspflicht im Bereich der Menschenrechte integriert wurde, und seine aktuellen Herausforderungen wie die ungleiche Leistung und die Notwendigkeit stärkerer Durchsetzungsmechanismen. Das Kapitel untersucht auch den wachsenden Einfluss der nationalen Kontaktstellen bei der Bewältigung von Umwelt- und Klimawandelproblemen und die zunehmende Integration der Erkenntnisse der nationalen Kontaktstellen in die Regierungspolitik und -praxis. Anhand von Fallstudien und politischen Analysen bietet das Kapitel eine kritische Bewertung des NCP-Systems und schlägt Wege für seine zukünftige Entwicklung und Wirksamkeit vor.
    4. Towards a German Supply Chain Act? Comments from a Choice of Law and a Comparative Perspective

      Giesela Rühl
      Das Kapitel befasst sich mit dem geplanten deutschen Lieferkettengesetz, das darauf abzielt, Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen in ihren globalen Lieferketten zur Rechenschaft zu ziehen. Er untersucht die rechtlichen und praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung eines solchen Gesetzes und zieht Vergleiche zu ähnlichen Gesetzen in Frankreich und anderen Ländern. Der Autor argumentiert, dass ein europäischer Ansatz effektiver wäre, und diskutiert die möglichen Implikationen und Grenzen nationaler und europäischer Gesetzgebung bei der Bewältigung von Menschenrechtsfragen in globalen Lieferketten.
    5. An International Economic Law Perspective on the United Nations Convention Against Corruption

      Cecily Rose
      Das Kapitel vertieft sich in den historischen Kontext der Korruptionsregulierung und unterstreicht den Wandel von einem wirtschaftlichen zu einem strafrechtlichen Ansatz. Er konzentriert sich auf das UNCAC, das umfassendste Anti-Korruptions-Abkommen, und seine Bestimmungen zur Kriminalisierung, Durchsetzung und Prävention. Der Autor reflektiert auch die Beziehung zwischen internationalem Antikorruptionsrecht und internationalem Wirtschaftsrecht und schlägt potenzielle Bereiche für die zukünftige Entwicklung vor. Das Kapitel zeichnet sich durch eine detaillierte Darstellung der Entwicklung der UNCAC und ihrer Auswirkungen auf das internationale Handels- und Investitionsrecht aus.
    6. State Responsibility for Corruption: A Return to Regular Order

      Aloysius P. Llamzon
      Das Kapitel "Staatliche Verantwortung für Korruption: Eine Rückkehr zur normalen Ordnung" untersucht die entscheidende Rolle der staatlichen Verantwortung bei der Korruptionsbekämpfung, insbesondere im Zusammenhang mit internationalen Investitionen und Handelsschiedsgerichten. Er beginnt damit, die zunehmende Sichtbarkeit von Korruptionsfällen in der internationalen Streitbeilegung und die Lücken im Völkerrecht hervorzuheben, die Staaten derzeit von der Haftung für korrupte Handlungen ausnehmen. Der Autor diskutiert den rechtlichen Rahmen, einschließlich des Artikelentwurfs der Internationalen Rechtskommission über staatliche Verantwortung, und untersucht die Nuancen, korruptes Verhalten Staaten zuzuschreiben. Das Kapitel vertieft sich in spezifische Fallstudien wie World Duty Free v Kenya, um die Komplexität und Widersprüchlichkeit der gegenwärtigen Rechtslandschaft zu veranschaulichen. Sie berücksichtigt auch die allgemeineren Auswirkungen der Korruption auf Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftliche Entwicklung. Der Text bietet eine kritische Perspektive auf die Notwendigkeit eines robusteren Rechtsrahmens, um Staaten für Korruption zur Rechenschaft zu ziehen, und betont die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit und der Entwicklung klarer rechtlicher Prinzipien zur Bekämpfung dieses globalen Problems.
    7. Human Rights in International Investment Law

      Barnali Choudhury
      Das Kapitel vertieft sich in die entscheidende Schnittmenge zwischen Menschenrechten und internationalem Investitionsrecht und betont die wachsende gesellschaftliche Forderung nach Unternehmen, die Menschenrechte bei ihren Aktivitäten zu berücksichtigen. Er untersucht kritisch die traditionelle Sicht des internationalen Investitionsrechts als Privatrechtsangelegenheit, getrennt von Menschenrechten, und plädiert für die Aufnahme von Menschenrechtsbestimmungen in Investitionsverträge und Investor-Staat-Verträge. Der Text untersucht die verschiedenen Ansätze der Staaten zur Einbeziehung der Menschenrechte in diese Abkommen, von weichen Verweisen bis hin zu verbindlichen Verpflichtungen, und diskutiert den Nutzen und die Grenzen dieser Bestimmungen. Außerdem werden darin spezifische Menschenrechtsbestimmungen in bemerkenswerten Abkommen wie dem Projekt der Ölpipeline Baku-Tiflis-Ceyhan hervorgehoben und untersucht, wie internationales Recht und nationale Bestimmungen die Berücksichtigung der Menschenrechte in Investitionsstreitigkeiten beeinflussen können. Letztlich spricht sich das Kapitel für einen stärker integrierten Ansatz in Bezug auf Menschenrechte im internationalen Investitionsrecht aus und unterstreicht die Notwendigkeit von Reformen, um den Schutz der Menschenrechte im Investitionskontext zu gewährleisten.
    8. Rights of Action of Business Entities in Regional Economic Systems

      Patricia Wiater
      Das Kapitel untersucht die historische Entwicklung regionaler Wirtschaftsintegrationssysteme und die Verfahrensrechte, die Unternehmen innerhalb dieses Rahmens gewährt werden. Darin werden die Beweggründe für die Einführung dieser Rechte untersucht, die von der Stärkung privater Akteure bis hin zur Förderung der wirtschaftlichen Integration reichen. Der Text vergleicht auch die Verfahrensweisen und rechtlichen Interpretationen dieser Rechte in verschiedenen Regionen und hebt die gegensätzlichen Ansätze von Gerichten wie dem EuGH und dem EFTA-Gerichtshof hervor. Die Analyse unterstreicht die Dynamik dieser Rechte und die anhaltenden Spannungen zwischen staatlicher Souveränität und der prozessualen Autonomie der Unternehmen.
    9. Can Current Regulation Effectively Manage PMC Conduct and Ensure Accountability?

      Katerina Galai
      Das Kapitel untersucht die regulatorischen Herausforderungen privater Militärunternehmen (PMCs), die in einer komplexen Rechtslandschaft operieren. Er diskutiert die historische Entwicklung von PMCs, die Beschränkungen des geltenden Völkerrechts und die Unzulänglichkeiten freiwilliger Industriestandards. Der Autor bewertet Initiativen wie den Internationalen Verhaltenskodex und das Montreux-Dokument kritisch und hebt ihre Mängel bei der wirksamen Regulierung des Verhaltens von PMC hervor. Der Text untersucht auch das Potenzial rechtsverbindlicher Instrumente und die Rolle nationaler Gerichtsbarkeiten bei der Rechenschaftspflicht von PMCs. Abschließend wird ein hybrider Regulierungsansatz vorgeschlagen, der die Aufsicht über die Branche mit nationalen Rechtsmechanismen kombiniert, um eine robustere Rechenschaftspflicht für PMCs sicherzustellen. Das Kapitel bietet eine nuancierte Perspektive auf die Herausforderungen und zukünftigen Richtungen bei der Regulierung von PMCs und macht es zu einer wertvollen Ressource für Wissenschaftler und Praktiker auf diesem Gebiet.
    10. Dual-Use Export Control: Security and Human Rights Challenges to Multilateralism

      Machiko Kanetake
      Das Kapitel vertieft sich in die Feinheiten der Exportkontrolle mit doppeltem Verwendungszweck, einem Bereich, der durch internationale Standards wie das Wassenaar-Arrangement geregelt wird. Er untersucht die Spannungen zwischen Exportkontrollen und multilateralen Handelsabkommen im Rahmen der WTO und betont die Rolle von Sicherheitsausnahmen. Der Text hebt auch die Herausforderungen hervor, die sich aus der weit gefassten Auslegung nationaler Sicherheitsinteressen und der Notwendigkeit einer Harmonisierung der Regulierung ergeben. Darüber hinaus werden die sich entwickelnden Narrative rund um Exportkontrollen diskutiert - von traditionellen sicherheitsorientierten Ansätzen bis hin zu menschenrechtsorientierten Perspektiven, wie sie durch jüngste EU-Vorschläge verdeutlicht werden. Das Kapitel schließt mit der Betonung der Bedeutung multilateraler Zusammenarbeit bei der Aufrechterhaltung wirksamer Exportkontrollsysteme, trotz der inhärenten Spannungen und Herausforderungen.
  3. Current Challenges, Development and Events in European and International Economic Law

    1. The New European Parliament and Its Role in EU Trade Policy: Reset or Repeat?

      Gijs Berends
      Das Kapitel beginnt mit der Diskussion der Wahlen zum Europäischen Parlament 2019 und beleuchtet den Wandel der politischen Koalitionen und das Ende der Großen Koalition. Anschließend vertieft er sich in die Struktur der EU-Handelspolitik und kategorisiert Initiativen in nichtlegislative, legislative und Vereinbarungen mit externen Partnern. Die Rolle des Europäischen Parlaments bei diesen Initiativen wird untersucht, wobei der Schwerpunkt auf seinen Befugnissen im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren, delegierten Rechtsakten und Handelsabkommen liegt. Das Kapitel untersucht auch die Herausforderungen und Chancen, vor denen das neue Parlament steht, einschließlich des Potenzials für eine handelsfreundliche Koalition und der sich entwickelnden Ansichten politischer Gruppen zur Handelspolitik. Er schließt mit einer Analyse der frühen Maßnahmen der neunten Legislaturperiode, einschließlich der Abstimmungen über Handelsabkommen und der institutionellen Veränderungen, die die Rolle des Parlaments in der Handelspolitik gestärkt haben.
    2. The WTO’s Crisis: Between a Rock and a Hard Place

      Jelena Bäumler
      Die Welthandelsorganisation (WTO) kämpft mit einer tiefen Krise, die durch interne Streitigkeiten und externen Druck verschärft wird. Dieses Kapitel geht auf die Kernentwicklungen innerhalb der WTO ein, wie die ins Stocken geratene Doha-Entwicklungsagenda, systemische Verstöße gegen Handelsregeln und die Zerstörung des Berufungsgremiums. Er untersucht auch externe Faktoren wie die Verbreitung präferenzieller Handelsabkommen und die Verlagerung hin zu bilateralen und plurilateralen Handelsverhandlungen. Die Analyse untersucht, ob die WTO im Niedergang oder im Aufstieg begriffen ist, und diskutiert Gründe und Wege aus der Krise. Das Kapitel schließt mit der Betrachtung des Wertes der WTO in der globalen Ordnung und schlägt Mehrheitsentscheidungen als mögliche Lösung zur Überwindung der gegenwärtigen Sackgasse vor.
    3. PPM-Based Trade Measures to Promote Sustainable Farming Systems? What the EU/EFTA-Mercosur Agreements Can Learn from the EFTA-Indonesian Agreement

      Elisabeth Bürgi Bonanomi, Theresa Tribaldos
      Das Kapitel geht der dringenden Notwendigkeit nachhaltiger Nahrungsmittelproduktionssysteme und der Rolle von Handelsabkommen bei ihrer Förderung nach. Er stellt zwei Kategorien von Landwirtschaftssystemen vor - diversifiziert und spezialisiert - und spricht sich für die Anwendung von Zolldifferenzierungen auf der Grundlage von Prozess- und Produktionsmethoden (PPMs) aus, um Anreize für nachhaltige Praktiken zu schaffen. Die Abkommen EU / EFTA-Mercosur und EFTA-Indonesien werden verglichen, wobei letzteres aufgrund seines effektiveren Einsatzes von Handelsmaßnahmen auf PPM-Basis hervorgehoben wird. Der Text diskutiert auch die Herausforderungen und Chancen der Umsetzung solcher Maßnahmen und betont die Notwendigkeit einer nicht diskriminierenden und verhältnismäßigen Gestaltung. Er schließt mit Empfehlungen für zukünftige Handelsabkommen zur besseren Förderung nachhaltiger Landwirtschaftssysteme.
    4. The Mercosur-EU FTA and the Obligation to Implement the Paris Agreement: An Analysis from the Brazilian Perspective

      Alberto do Amaral Jr, Marina Martins Martes
      Das 2019 abgeschlossene Freihandelsabkommen zwischen dem Mercosur und der EU enthält eine Bestimmung, die eine wirksame Umsetzung des Pariser Abkommens verlangt. Dieses Kapitel untersucht den Zusammenhang zwischen Handel und Klimawandel und konzentriert sich dabei auf Brasiliens Verpflichtungen und die potenziellen Auswirkungen des Freihandelsabkommens. Er geht auf die Besonderheiten der Bestimmungen zum Klimawandel innerhalb des Freihandelsabkommens ein, auf den politischen Kontext, der seiner Einbeziehung zugrunde liegt, und auf die Herausforderungen und Chancen, die es für Brasilien bietet. Die Analyse berücksichtigt auch die allgemeineren Auswirkungen des Freihandelsabkommens auf Brasiliens Wirtschaft und Umweltpolitik und unterstreicht die Notwendigkeit fortgesetzter Bemühungen, die Verpflichtungen des Pariser Abkommens inmitten globaler Herausforderungen wie der Pandemie COVID-19 zu erfüllen.
  4. Book Reviews

    1. Frontmatter

    2. Rodrigo Polanco, The Return of the Home State to Investor-State Disputes: Bringing Back Diplomatic Protection?

      Cambridge University Press, 2019, ISBN 9781108628983 Andreas Kulick
      Rodrigo Polancos Kapitel geht der faszinierenden Frage nach, ob diplomatischer Schutz bei Streitigkeiten zwischen Investoren und Staaten aufgrund der zunehmenden Einbeziehung von Heimatstaaten ein Comeback erlebt. Der Autor stellt den herkömmlichen Fokus auf die Gaststaaten in Frage und hebt stattdessen den Einfluss des Heimatstaates in verschiedenen Phasen des Streitbeilegungsprozesses hervor. Anhand einer detaillierten historischen Analyse und empirischer Daten argumentiert Polanco, dass die aktuelle Gegenreaktion gegen Investitionsschiedsgerichtsbarkeit eher eine umfassendere staatliche Wiedererlangung der Kontrolle als eine Rückkehr zum klassischen diplomatischen Schutz signalisiert. Das Kapitel bietet wertvolle Einblicke in die komplexe Dynamik zwischen Heimatstaaten, Gastländern und Investoren und kommt zu dem Schluss, dass die Zukunft des diplomatischen Schutzes im Investitionsrecht aufgrund divergierender Interessen zwischen diesen Akteuren begrenzt ist.
    3. Constantinos Yiallourides, Maritime Disputes and International Law – Disputed Waters and Seabed Resources in Asia and Europe

      Routledge, 2019, ISBN 9780815375203 Joanna Dingwall
      Constantinos Yiallourides "Kapitel vertieft sich in die komplexe Welt der maritimen Streitigkeiten, mit besonderem Schwerpunkt auf dem Ostchinesischen Meer und der Ägäis. Er beginnt mit der Untersuchung des rechtlichen Rahmens der maritimen Grenzziehungen und betont die Rolle der Offshore-Aktivitäten auf dem Meeresboden bei der Gestaltung des Völkerrechts. Der Autor wendet diesen Rahmen dann auf die spezifischen Streitigkeiten im Ostchinesischen Meer und in der Ägäis an und beleuchtet die Herausforderungen und Komplexitäten dieser langjährigen Konflikte. Das Kapitel untersucht auch das Potenzial gemeinsamer Entwicklungsabkommen als pragmatische Lösung für die Ausbeutung von Ressourcen in umkämpften Meeresgebieten. Durch eine detaillierte Analyse der bestehenden Rechtsprechung und Staatspraxis argumentiert Yiallourides, dass zwischenstaatliche Zusammenarbeit zu bedeutsamen Fortschritten bei ansonsten hartnäckigen Streitigkeiten führen kann. Das Kapitel schließt mit dem Vorschlag eines "Teile-und-verwalte-Ansatzes" für gemeinsame Entwicklungssysteme, der einen praktischen Fahrplan zur Lösung dieser komplexen maritimen Konflikte bietet.
    4. Martin Jarrett, Contributory Fault and Investor Misconduct in Investment Arbitration

      Cambridge University Press, 2019, ISBN 9781108630511 Markus P. Beham
      Martin Jarretts Kapitel geht auf das komplexe Problem des Fehlverhaltens von Anlegern bei Investitionsschiedsgerichten ein und beleuchtet den aktuellen Mangel an einheitlicher Rechtsprechung. Er kategorisiert die Regeln des internationalen Investitionsrechts in Zuständigkeit, Zulässigkeit, Haftung und Rechtsbehelfe und führt eine neue Theorie der Kausalität ein. Jarrett argumentiert, dass Schiedsgerichte das Fehlverhalten der Anleger nicht systematisch bekämpft haben, was zu einem Ungleichgewicht in Investitionsverträgen geführt hat. Er schlägt eine Neuformulierung des Gesetzes vor, um die Legitimität der Investitionsschiedsgerichtsbarkeit zu stärken, und schlägt vor, dass Fehlverhalten der Anleger als Verteidigung unter Verletzung von Investitionsverträgen betrachtet werden sollte.
    5. Margaretha Wewerinke-Singh, State Responsibility, Climate Change and Human Rights Under International Law

      Hart Publishing, 2019, ISBN 9781509918447 Julian Scheu
      Margaretha Wewerinke-Singh geht in ihrem Kapitel der komplizierten Beziehung zwischen staatlicher Verantwortung, Klimawandel und völkerrechtlichen Menschenrechten nach. Es beginnt mit der Untersuchung des wegweisenden Urgenda-Falles, in dem der Oberste Gerichtshof der Niederlande die Regierung beauftragte, die Treibhausgasemissionen zu verringern, und damit einen Präzedenzfall für Klimawandelprozesse schuf. Wewerinke-Singh argumentiert, dass Menschenrechtsstandards die Rechenschaftspflicht für Klimaschutzmaßnahmen verbessern können und damit Lücken in unserem Verständnis dieses komplexen Themas schließen. Das Kapitel seziert akribisch das Völkerrecht, das Klimaschutzrecht und das Gesetz der staatlichen Verantwortung und bietet eine klare Struktur, die den Leser durch diese miteinander verbundenen Felder führt. Es betont die Bedeutung der Integration rechtlicher Rahmenbedingungen, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen, und legt nahe, dass Menschenrechtsnormen die Auslegung von Klimaschutzverträgen beeinflussen können. Der Autor untersucht auch die Zuschreibung klimawandelbedingten Verhaltens an Staaten und die Feststellung von Menschenrechtsverletzungen infolge des Klimawandels. Im gesamten Kapitel betont Wewerinke-Singh das Potenzial rechtlicher Klimaprozesse zur Gestaltung der globalen Klima- und Energiepolitik und macht es zu einem Pflichtlektüre für diejenigen, die sich für die rechtlichen Dimensionen des Klimawandels und der Menschenrechte interessieren.
    6. Prabhash Ranjan, India and Bilateral Investment Treaties. Refusal, Acceptance, Backlash

      Oxford University Press, 2019, ISBN 9780199493746 Silvia Steininger
      Prabhash Ranjans Kapitel befasst sich mit Indiens komplexen Beziehungen zu bilateralen Investitionsabkommen (BITs) und verfolgt seine Entwicklung durch drei unterschiedliche Phasen: anfängliche Ablehnung, spätere Akzeptanz und schließlich Gegenreaktion. Der Autor untersucht sorgfältig Indiens Wirtschaftspolitik und Vertragspraktiken, von Nehrus pragmatischem Wirtschaftsnationalismus über den Wirtschaftsliberalismus der 1990er Jahre bis hin zur kritischen Neubewertung der BIT nach 2011. Ranjan stellt die Vorstellung in Frage, dass Investitionsabkommen Staaten wie Indien auferlegt werden, und argumentiert, dass Indiens Engagement bewusst und strategisch war. Das Kapitel bietet zudem eine detaillierte empirische Analyse der indischen BITs, wobei die wichtigsten Bestimmungen und die Auswirkungen von Fällen der Beilegung von Streitigkeiten zwischen Investoren und Staaten (ISDS) hervorgehoben werden. Er schließt mit einer Vision für ein neues Modell des im Investitionsrecht verankerten Liberalismus, wobei die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes betont wird, der sowohl die Rechte ausländischer Investoren als auch die nationale Souveränität respektiert.
    7. Julien Fouret, Rémy Gerbay and Gloria M. Alvarez, The ICSID Convention, Regulations and Rules: A Practical Commentary

      Edward Elgar, 2019, ISBN 9781786435231 Christian J. Tams
      Das Kapitel bietet eine gründliche Analyse des ICSID-Übereinkommens, der Verordnungen und Regeln, liefert detaillierte Erläuterungen der 74 Bestimmungen des Übereinkommens und zusammengefasste Einsichten in die Verwaltungs- und Finanzvorschriften, die institutionellen Regeln und die Schiedsrichterregeln. Zu den bemerkenswerten Beiträgen gehören Diskussionen über indirekte Rechtsentscheidungen, die Zuständigkeit von Gerichten für Widerklagen und die Staatsangehörigkeit von Unternehmen. Der Kommentar beleuchtet auch praktische Aspekte wie Schiedsrichterherausforderungen und Verfahrensanforderungen und bietet gelegentlich faszinierende historische Zusammenhänge. Dieser umfassende Leitfaden soll ein praktischer Begleiter für Fachleute sein, die sich mit der Komplexität der Investitionsschiedsgerichtsbarkeit auseinandersetzen.
Titel
European Yearbook of International Economic Law 2020
Herausgegeben von
Prof. Dr. Marc Bungenberg
Prof. Dr. Markus Krajewski
Prof. Dr. Christian J. Tams
Prof. Dr. Jörg Philipp Terhechte
Prof. Dr. Andreas R. Ziegler
Copyright-Jahr
2022
Electronic ISBN
978-3-030-59071-0
Print ISBN
978-3-030-59070-3
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-030-59071-0

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    Bildnachweise
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