Zum Inhalt

Abwanderung nach Osteuropa bringt Firmen wenig

  • 02.03.2026
  • Expansion
  • Nachricht
  • Online-Artikel

Aktivieren Sie unsere intelligente Suche, um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.

search-config
loading …

Viele deutsche Industriefirmen verlagern ihre Produktion ins Ausland. Beliebt sind die mittel- und osteuropäischen Länder. Doch die Einsparungen dort sind offenbar häufig niedriger als erhofft.

Stößt ein Unternehmen an seine Wachstumsgrenzen, könnte die Expansion ins Ausland der nächste Schritt sein. Doch dieser sollte gut überlegt werden.


Die Abwanderung nach Mittel- und Osteuropa bringt der bedrängten deutschen Industrie nicht viel. Laut einer Analyse der Beratung Strategy& sind die Einsparungen dort vergleichsweise niedrig, zudem gibt es weitere Nachteile.

Dazu zählen die Autoren eine ganze Reihe von Faktoren: im Vergleich mit Deutschland noch größeren Fachkräftemangel, mangelnde Automatisierung sowie einen starken Anstieg der Arbeitskosten in den vergangenen Jahren. Tatsächlich niedrigere Kosten und bessere Bedingungen bieten demnach asiatische Länder.

Anlass der Studie sind die vermehrten Investitionen deutscher Industrieunternehmen in den östlichen Nachbarländern. Abgesehen von den hohen Energiepreisen sind laut Stategy& die Arbeitskosten in Deutschland um 30 Prozent höher als im EU-Schnitt. Die Begeisterung für China ist in vielen Chefetagen in den vergangenen Jahren stark abgekühlt.

Daher konzentrieren sich etliche Unternehmen nun vermehrt auf die nähere Umgebung, im Management-Jargon als "nearshoring" bekannt. Die zwei beliebtesten Länder zwischen 2015 und 2024 waren demnach Polen und Tschechien. 

Verlagerung nach Osteuropa spart weniger als erhofft

Doch die Hoffnung auf größere Einsparungen wird der Studie zufolge in Mittel- und Osteuropa häufig enttäuscht. Zu den Nachteilen der Region zählen die Autoren unter anderem, dass die Arbeitskosten in den vergangenen Jahren dreieinhalbmal so schnell gestiegen seien wie die Produktivität.

Der Mangel an Fachkräften für die Industrie ist demnach noch um 16 Prozent größer als in Deutschland, und die Energiepreise in der Region haben sich laut Strategy& innerhalb von fünf Jahren nahezu verdreifacht. "CEOs können sich nicht mehr auf den Standort als alleinstehenden Wettbewerbsvorteil verlassen", sagte Studienautor Michael Weiß an die Adresse von Firmenchefs. 

Asiatische Wettbewerbsvorteile: Billige Energie, mehr Roboter

Tatsächlich wettbewerbsfähiger sind demnach etliche asiatische Länder von China bis Malaysia, insbesondere wegen im Vergleich zu Europa sehr niedriger Energiepreise. In China sind die durchschnittlichen Gehälter demnach zwar nur noch zehn Prozent niedriger als in Deutschland, doch ist auch die Produktivität dort laut Strategy& wegen schneller Automatisierung und des massenhaften Einsatzes von Robotern in den Fabriken schnell gewachsen, während sie in Deutschland stagnierte.

Strategy& ist das Beratungsunternehmen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pwc.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Auswahl und Eintritt in globale Märkte

Dieses Kapitel konzentriert sich auf zwei wichtige Entscheidungen: wie die vielversprechendsten geografischen Märkte ausgewählt werden und welche Markteintrittsmethode am geeignetsten ist. Der erste Teil des Kapitels beschreibt daher, wie …

Internationale Expansion im Mittelstand

Bei schrumpfenden europäischen und wachsenden internationalen Märkten stellt sich die Frage der Internationalisierung für immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen. Wo investieren? Wie beginnen? Was beachten? Die ersten Schritte der Internationalisierung oder der Erweiterung der internationalen Tätigkeit werden hier geschildert.

    Bildnachweise
    Expansion/© vege / Fotolia, Schmalkalden/© Schmalkalden, NTT Data/© NTT Data, Verlagsgruppe Beltz/© Verlagsgruppe Beltz, ibo Software GmbH/© ibo Software GmbH, Sovero/© Sovero, Axians Infoma GmbH/© Axians Infoma GmbH, genua GmbH/© genua GmbH, Prosoz Herten GmbH/© Prosoz Herten GmbH, Stormshield/© Stormshield, MACH AG/© MACH AG, OEDIV KG/© OEDIV KG, Rundstedt & Partner GmbH/© Rundstedt & Partner GmbH, Doxee AT GmbH/© Doxee AT GmbH , Governikus GmbH & Co. KG/© Governikus GmbH & Co. KG, Vendosoft/© Vendosoft, givve Bezahlkarte - digitale Effizienz trifft menschliche Nähe/© givve