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07.11.2018 | Expansion | Im Fokus | Onlineartikel

Der Wachstumsmotor im Mittelstand brummt

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland verzeichnen steigende Umsätze und stehen vor einem neuen Beschäftigungsrekord. Laut des aktuellen KfW-Mittelstandspanels ist der Optimismus der Branche daher groß.

Die Mittelständler in Deutschland erzielten mit einem Umsatzplus von 4,7 Prozent laut des im Oktober veröffentlichten KfW-Mittelstandspanels 2018 (PDF) den größten Anstieg seit sechs Jahren. Im Inland liegen die Umsätze gegenwärtig bei etwa 4.150 Milliarden Euro und damit rund 190 Milliarden über dem Vorjahreswert. Rekordverdächtig ist auch die Eigenkapitalquote der KMU: Mit durchschnittlich 31,2 Prozent im Jahr 2017 lag sie 1,2 Prozent über der von 2016. Diese Zahlen lassen die mittelständischen Unternehmenslenker optimistisch in die Zukunft blicken. Bis zum Jahr 2020 rechnen deutlich mehr Betriebe mit steigenden Umsätzen (34 Prozent) als mit sinkenden Umsätzen (16 Prozent).

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Mittelstand bleibt Rückgrat des Arbeitsmarktes

Auch für den Arbeitsmarkt bleibt der Mittelstand eine der wichtigsten Säulen. Ende 2017 waren 31,3 Millionen Personen in kleinen und mittleren Unternehmen tätig. Das ist ein Anstieg von 418.000 beziehungsweise 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem wollen 15 Prozent der mittelständischen Betriebe ihre Mitarbeiterzahl im laufenden Jahr erhöhen. Etwa zehn Prozent planen aktuell einen Stellenabbau.

Zudem investierten die Unternehmen 2017 erneut mehr Geld. Die insgesamt 211 Milliarden Euro liegen um 3,4 Prozent über den Ausgaben von 2016 und flossen vor allem in neue Anlagen und Bauten. Dieser Bereich erreichte mit Mitteln in Höhe von 176 Milliarden Euro ein Plus von vier Prozent und damit den höchsten Stand seit 2004. Allerdings verteilen sich die getätigten Investitionen auf eine geringere Zahl an Unternehmen: Mit 38 Prozent haben vier Prozent weniger KMU Geld ausgegeben als 2016. Zugleich wuchs aber die durchschnittliche Investitionssumme um 14 Prozent auf 150.000 Euro.

Investitionen sollten auch in die Marke fließen

Um den Unternehmenswert zu erhalten und zu steigern, sind regelmäßige Investitionen auch in die Marke notwendig", erklären Jochen Wolf, Bernd Bergschneider, Herbert Paul und Thomas Zipse im Buchkapitel "Praxistipps zu operativen Kernfunktionen" auf Seite 68.

Während große Unternehmen hier jährliche Ideen-Workshops, Marktforschung und Produktentwicklung durchführten, ließen sich Mittelständler sehr viel mehr von ihrer Intuition leiten, meinen die Springer-Autoren. "Sie sind eher bereit, eine Investition beispielsweise in eine neue Maschine vorzunehmen, als eine Marktforschungsstudie zu finanzieren", sagen Paul und Zipse. Dies sei aber vor allem dann wichtig, wenn es sich um eine Traditionsmarke handelt, die an neue Umwelt- und Marktbedingungen angepasst, oder um eine Marke, die erst geschaffen werden soll.

Plus beim Auslandsgeschäft

Der Blick auf Marke und Image ist auch für Unternehmen essentiell, die über die Landesgrenzen hinweg aktiv sind. Sie steigerten den Umsatz im Auslandsgeschäft 2017 um 30 Milliarden auf insgesamt 577 Milliarden Euro. Dieses Plus wurde fast vollständig von großen Mittelständlern mit mehr als 50 Vollzeitbeschäftigten sowie Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes erwirtschaftet. 

Beim Export dürfen die Mittelständler allerdings nicht die finanziellen Nachteile übersehen, wie Hatto Brenner und Werner Dörfler im Buchkapitel "Die Exportfinanzierung mit Banken" erklären (Seite 39): "Mindestens für die Dauer des Warentransports und der Banküberweisung muss der Exporteur jedes Handelsgeschäft finanzieren. Zusätzlicher Finanzierungsbedarf entsteht, wenn er selber produziert und/oder Zahlungsziele gewähren muss."

KfW fordert mehr Innovationen

Einen kleinen Dämpfer bei den KMU gibt es laut KfW-Analyse bei der Profitabilität. Hier verzeichnet der Mittelstand im Jahr 2017 mit minus 0,1 Prozentpunkten auf 7,2 Prozent erstmals einen leichten Rückgang. Dennoch liegt sie laut Mittelstandspanel weiter auf einem "guten Niveau" und konnte in den vergangenen zwölf Jahren um insgesamt 1,8 Prozentpunkte zulegen. 

Trotz aller positiven Zahlen und der optimistischen Stimmung wünscht sich KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner mehr Engagement im Hinblick auf die sinkende Zahl an Investoren. "Mir wäre es lieber, wenn mehr Unternehmen einen größeren Teil ihrer Gewinne für Innovationen, Digitalisierungsmaßnahmen, neue Geschäftsmodelle oder einen verbesserten Ressourceneinsatz ausgeben würden." Der Mittelstand müsse seine Produktivität gespeist aus Fortschritt wieder mehr in den Blick nehmen. "Der steigende Aufwand für Löhne und Ressourcen erfordert das, will der Mittelstand seine Profitabilität erhalten."

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