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10.07.2020 | Expansion | Im Fokus | Onlineartikel

Fördergeld für Wachstumsprojekte liegt auf der Straße

Autor:
Andreas Franken
4 Min. Lesedauer

Gute Nachrichten für CEOs: Nicht nur für Corona-Soforthilfen und Rettungsschirme stehen derzeit große Summen zur Verfügung, sondern auch für Wachstumsprojekte. Das macht für Unternehmenslenker vieles möglich, um die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen.

Vereinfacht ausgedrückt sind für nachhaltigen Unternehmenserfolg ein gutes Konzept, die richtigen Leute und Geld in ausreichender Menge erforderlich. Letzteres war in den vergangen Jahren der lockeren EZB-Zinspolitik kein unüberwindbar großes Problem, wenn die beiden ersten Punkte erfüllt waren, das heißt, wenn das Konzept und das Führungsteam tatsächlich überzeugt haben. Aber trotz Strafzinsen zeigten sich die Banken bei der Kreditvergabe oftmals zögerlich, denn die Regularien waren bislang sehr streng. 

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Die KfW-Budgets für Wachstumsprojekte waren bislang auf 25 Millionen Euro bei einer Übernahme von 50 Prozent des Bankenrisikos begrenzt. Mittlerweile beläuft sich der Maximalwert auf eine Milliarde bei 90 Prozent Übernahme des Bankenrisikos. Auch wenn die KfW früher 50 Prozent des Bankenrisikos übernommen hat, war die Frage zu beantworten, wer für die anderen 50 Prozent gerade steht. Ohne Eigenkapital oder belastbare Sicherheiten blieb es für das Kapital suchende Unternehmen ein Risiko, sich der Mühen und Kosten für die Entwicklung einer klugen Strategie inklusive der formgerechten Beschreibung für den Unternehmensplan zu unterziehen. In vielen Fällen haben die Banken abgewunken. Das ändert sich nun aber zumindest für zukunftsfähige Unternehmen.

Corona ist Gamechanger - auch bei den Finanzmitteln

Bekanntlich haben nahezu alle Geschäftsmodelle ein Verfallsdatum. Dies liegt an sich ständig verändernden Rahmenbedingungen. Zu diesen Rahmenbedingungen zählen neben dem Verhalten des Wettbewerbs, verändertem Kundenverhalten, neuen zu adaptierenden Technologien auch politische sowie gesetzliche Anpassungen. Die Corona-Krise ist ein Beispiel für ich solch veränderte Rahmenbedingungen. Denn im Zuge der wegen Corona veranlassten Maßnahmen unserer und anderer Regierungen haben sich nicht nur für Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und Restaurants die Rahmenbedingungen auf fatale Weise verändert, sondern auch für viele Branchen mehr. Das Ergebnis ist ein dramatischer Einbruch der Wirtschaftsleistung verbunden mit viel zu vielen Kurzarbeitern und Arbeitslosen.

Allerdings hat die Bundesregierung auch direkt auf zweierlei Weise gegengesteuert, indem sie den Zugang zu Finanzmitteln für zwei wichtige Bereiche deutlich erleichtert hat:

So gibt es mittlerweile viele Rettungsschirme. Der größte Rettungsschirm ist der Wirtschaftsstabilisierungsfonds mit 100 Milliarden Euro für die direkte Staatsrettung von Unternehmen wie die Lufthansa. Weitere 400 Milliarden können in Form von Krediten gewährt werden.

Aber abgesehen von den Rettungsmaßnahmen gibt es auch jede Menge Unternehmen, die eigentlich gut aufgestellt sind und zumindest derzeit nicht gerettet werden müssen. Diese haben nun die Chance, ihr Unternehmen mit vom Staat bereitgestellten Fördermitteln zu optimieren und für die Zukunft stabil aufzustellen. So können beispielsweise zukunftsfähige Strategien mit Kreditbeträgen von bis zu einer Milliarde Euro pro Projekt entwickelt und implementiert werden. Hierfür gilt ein reduzierter Zinssatz von 1,00 bis 2,12 Prozent per anno. Im Bedarfsfall übernimmt die KfW bis zu 90 Prozent Prozent des Bankenrisikos.

Die hochprozentige Bürgschaftsübernahme ist hierbei besonders wichtig und erwähnenswert, da die Banken in dieser Konstellation eben keine Innovationsbremse sein müssen und die Gelder tatsächlich ausgezahlt werden. Bisher war es so, dass die Banken zwar mit Strafzinsen zu einer lockereren Kreditvergabe gedrängt wurden, aber die Basel-Regularien und die BaFin beispielsweise enorm starke Auflagen machten. Mit einer bis zu 90-prozentigen Absicherung der Kreditsumme können die Banken das Geld allerdings endlich dorthin transportieren, wo es benötigt wird, ohne mit den Aufsichtsbehörden in Konflikte zu geraten.

Streng genommen gibt es noch einen dritten Bereich, nämlich den der Unternehmen, die bereits vor der Corona-Krise notleidend waren. Hierfür wurden aber ob der zweifelhaften Zukunftsfähigkeit keine besonderen Programme definiert.

Tür für Wachstum öffnet sich in der Corona-Krise

Man mag über das bisherige Handling der Corona-Krise durch die Bundesregierung denken, was man möchte, aber für Unternehmen mit einer positiven Zukunftsperspektive öffnet sich gerade eine Tür, auch ambitionierte Vorhaben zu stemmen.

Selbstverständlich werden durch diese Maßnahmen zukünftige Generationen belastet und dies kann auch nicht genug bedauert werden, aber mit dieser gezielten Unterstützung zukunftsfähiger Unternehmen werden auch Arbeitsplätze geschaffen und gesichert. Es werden Steuereinkünfte realisiert, die unsere Wirtschaft dringend benötigt.

Geld muss arbeiten. Das heißt, es ist zu investieren, damit hiermit etwas Positives geschieht. Und deshalb waren die Entscheidungen der Bundesregierung, die Unternehmen in Not und die ohne akute Not, aber mit Wachstumsambitionen, möglichst komplikationsfrei und direkt zu unterstützen, sicher richtig und perspektivisch zum Wohle aller.

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