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Über dieses Buch

Die schulischen Förderprogramme für Lernende mit mathematischen Potenzialen fokussiert in Deutschland noch immer zum großen Teil diejenigen Lernenden, die bereits durch stabil gute Leistungen auffallen. Unter Annahme des partizipativen und dynamischen Potenzialbegriffs können jedoch potenzialförderliche Unterrichtskonzepte etabliert werden, die es einer größeren Anzahl von Lernenden ermöglicht, ihre Potenziale zu entwickeln und zu stabilisieren. Dieses Buch beschäftigt sich mit der für den potenzialförderlichen Unterricht notwendigen Expertise von Lehrkräften. Dazu wird ein gegenstandsspezifisches Design-Research-Projekt durchgeführt, das sowohl die Expertise von Lehrkräften differenziert beschreibt und rekonstruiert, als auch eine Fortbildung zur mathematischen Potenzialförderung entwickelt. Durch die empirischen Analysen können drei zentrale Leitkategorien als strukturgebendes Element der Expertise von Lehrkräften rekonstruiert werden, die ihr Denken und Wahrnehmen leiten. Die daraus resultierenden Diagnose- und Förderpraktiken tragen maßgeblich zu einem tieferen Verständnis der Expertise bei und ermöglichen die Entwicklung konkreter gegenstandsspezifischer Designelemente für die Fortbildung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
„In Mathe bin ich Deko.“ Ein mit diesem Spruch bedrucktes Shirt ist bei einem großen deutschen Versandhandel in der Rubrik „Bekleidung für Mädchen“ erwerblich. Es ist ein alltäglicher Hinweis darauf, wie es um das Image des Fachs Mathematik steht bzw. wie gängig es ist sich seiner mittleren bis schwachen Leistungen in diesem Fach zu rühmen. Dies gilt insbesondere für die Mädchen, deren Anteil in der MINT-Branche noch immer unterdurchschnittlich ist (Institut der Deutschen Wirtschaft 2020, S. 64 f.).
Kim-Alexandra Rösike

Kapitel 2. Mathematische Potenziale von Lernenden – Konzeptualisierungen und Implikationen für den Unterricht

Zusammenfassung
Seit vielen Jahren versuchen Mathematikdidaktik und Unterrichtspraxis, mathematische Potenziale, Begabungen und Talente zu identifizieren und zu fördern. Dabei werden unterschiedliche Konzeptualisierungen und Begrifflichkeiten genutzt, häufig nicht ganz trennscharf. Frühe Konzeptualisierungen von Begabung und Talent haben sich zuweilen missverständlich herausgestellt, wenn sie gedeutet werden als rein statisch und unbeeinflussbar.
Kim-Alexandra Rösike

Kapitel 3. Professionelle Expertise von Lehrkräften und ihre gegenstandsbezogene Ausdifferenzierung

Zusammenfassung
Wie konstituiert sich die professionelle Expertise von Lehrkräften? Dieser Frage sind seit mehr als 40 Jahren Forschende weltweit nachgegangen. Wie Ewald Terhart im Vorwort zum Reprint von Rainer Brommes 1992 veröffentlichter Habilitationsschrift „Der Lehrer als Experte“ herausstellte, legte Bromme mit seiner Habilitationsschrift für Deutschland den Grundstein für ein neues Nachdenken über die Profession der Lehrkräfte, ihr Professionswissen und die Professionalisierung in Fort- und Weiterbildung (Terhart im Vorwort zum Reprint, 2014, Bromme 1992).
Kim-Alexandra Rösike

Kapitel 4. Erkenntnisinteresse und Struktur der Forschungsarbeit

Zusammenfassung
Kapitel 2 dieser Arbeit hat zeigt, dass für die mathematische Potenzialförderung auf Unterrichtsebene substanzielle Vorarbeiten gibt, die nicht nur den partizipativen und dynamischen Potenzialbegriff theoretisch und empirisch fundieren, sondern auch die Prinzipien für eine unterrichtliche Ausgestaltung und ihre möglichen Wirkungen und Hindernisse im Lehr-Lern-Prozess. Kapitel 3 hat eine erste Spezifizierung vorgenommen, was Lehrkräfte lernen müssen, um entsprechende Unterrichtskonzepte umzusetzen. Auf dieser theoretischen Basis lassen sich die weiteren Entwicklungsinteressen und Forschungsfragen formulieren, die die weitere Arbeit leiten.
Kim-Alexandra Rösike

Kapitel 5. Methodischer Rahmen der Arbeit: Design-Research auf Professionalisierungsebene

Zusammenfassung
Die vorliegende Forschungsarbeit ist methodologisch im Forschungsprogramm von Design-Research auf Professionalisierungsebene verortet, das parallel zu diesem Dissertationsprojekt im DZLM (Deutschen Zentrum für Lehrerbildung Mathematik) ausgearbeitet wurde. Das Forschungsprogramm wird als methodologischer Rahmen im Folgenden kurz skizziert, ebenso der Forschungskontext des Projekts DoMath und des DZLM, bevor die Methoden der Datenerhebung und Methoden der Datenauswertung vorgestellt werden.
Kim-Alexandra Rösike

Kapitel 6. Entwicklungsprozess und -produkt der Arbeit: Fortbildungsdesign zur Potenzialförderung

Zusammenfassung
Design-Research-Projekte zielen stets auf Entwicklungs- und Forschungsprodukte. Zu den Entwicklungsprodukten gehört (1) der spezifizierte und strukturierte Fortbildungsgegenstand, (2) die konkretisierten Design-Prinzipien und (3) der konkrete Prototyp für Fortbildungskonzept und -material. Während (1) der spezifizierte und strukturierte Fortbildungsgegenstand in Kapitel 2 und 3 theoretisch dargestellt wurde und in Kapitel 9 im Anschluss an die Empirie aufgegriffen wird, bilden (2) die Design-Prinzipien und (3) das Fortbildungskonzept auch einen wichtigen Forschungskontext, der vor dem Empiriekapiteln hier vorgestellt werden soll.
Kim-Alexandra Rösike

Kapitel 7. Kategoriengeleitetes, prozessbezogenes Diagnostizieren mathematischer Potenziale

Zusammenfassung
Diagnosepraktiken für mathematische Potenziale, die den partizipativen und dynamischen Potenzialbegriff in kategorialer Form zugrunde legen, sollte neben den unterschiedlichen Facetten mathematischer Potenziale auch den Lern- und Bearbeitungsprozess der Lernenden in den Blick nehmen. In Zyklus 1 des Projekts „DoMath – Dortmunder Schulprojekte zum Heben mathematischer Interessen und Potenziale“ wurde dieses Verständnis von Diagnose und den entsprechenden Diagnosegegenständen und –perspektiven bereits als Basis des Fortbildungsgegenstands etabliert.
Kim-Alexandra Rösike

Kapitel 8. Leitkategorien für das Wahrnehmen und Denken bei Diagnose- und Förderpraktiken

Zusammenfassung
Durch die qualitativen Analysen der unterschiedlichen Diagnosepraktiken und ihrer inhaltlichen Fokussierung, bzw. der anschließend anvisierten Förderimpulse zeigte sich in Kapitel 7, dass die Lehrkräfte sehr unterschiedliche Aspekte mathematischer Potenziale wahrnehmen. In diesem Kapitel wird diese Beobachtung differenzierter untersucht.
Kim-Alexandra Rösike

Kapitel 9. Fazit und Ausblick

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die erarbeiteten Forschungs- und Entwicklungsprodukte noch einmal zusammengefasst und diskutiert. Zunächst erfolgt eine Darstellung der Entwicklungs- und Forschungsprodukte und sowie ihre Einordnung in den bestehenden theoretischen Hintergrund. Abschließend werden die Grenzen der Forschungsarbeit abgesteckt und ein Desiderat für anschließende Forschungsvorhaben formuliert, bevor Implikationen für die Fortbildungsebene, sowie die Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gezogen werden.
Kim-Alexandra Rösike

Backmatter

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