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22.04.2021 | Fabrikplanung | Interview | Onlineartikel

"Alle Maschinen sollen einen kontinuierlichen Datenfluss generieren"

Autor:
Nadine Winkelmann
2 Min. Lesedauer

Die Digitalisierung des Shop-Floor-Managements ist ein Meilenstein auf dem Weg zur smarten Produktion. Im Interview erläutert Manfred Dietrich konkrete Aufgabenstellungen und Zielsetzungen.

Journal für Oberflächentechnik: Herr Dietrich, was ist unter Shop-Floor-Management zu verstehen?

Manfred Dietrich: Der Begriff wird seit Mitte der 90er-Jahre benutzt und beschreibt eine effektive Art der Produktionssteuerung. Anhand bestimmter Kennzahlen und Einflussgrößen wird das Geschehen vor Ort bewertet und entsprechend gesteuert, um permanent eine Verbesserung der Produktion zu erzielen. Eine wichtige Kennzahl im Shop-Floor-Management ist beispielsweise der OEE, also die Overall Equipment Effectiveness, bei dem die Produktion in Verluste eingeteilt wird. Solche Verluste können zum Beispiel Maschinenstillstände oder die Qualität betreffen. Ist eine Maschine nicht voll ausgelastet, können auch Planungsverluste entstehen. Im Shop-Floor-Management werden diese Verluste näher analysiert und Maßnahmen abgeleitet: In welchen Bereichen muss ich nachsteuern? Was kann ich tun, wenn ich beispielsweise einen Verzug in der Produktion habe? Muss ich vielleicht generell etwas am Produktionsablauf ändern?

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Sollte jedes Unternehmen über ein Shop-Floor-Management verfügen?

Hier spielt vor allem die Größe der Fertigung eine Rolle. In der Regel wird jede Firma, die einen Fertigungsleiter hat, auch in gewisser Weise Shop-Floor-Management betreiben – unabhängig ob diskrete oder prozessorientierte Fertigung. Das klassische Shop-Floor-Management folgt dabei bestimmten Ritualen: So treffen sich Mitarbeiter und Fertigungsleiter meist einmal pro Schicht oder pro Tag, besprechen die aktuellen Kennzahlen der Produktion und beschließen gegebenenfalls weitere Schritte. Aber nicht jede Firma muss hier auf die gleiche Weise vorgehen. Es kommt auch immer darauf an, was man möchte, zum Beispiel mehr Informationen über die Maschinen gewinnen, Planungsprozesse verbessern oder die Produktqualität erhöhen. Sinnvoll ist ein Shop-Floor-Management ab einer Anzahl von etwa 50 Mitarbeitern in der Produktion.

Welche Rolle spielt hier das Thema Digitalisierung?

Die Produktions-Kennzahlen werden in den Meetings meist auf einer Art Tafel präsentiert. Während die Zahlen früher manuell an den Maschinen abgelesen und auf die Tafel übertragen wurden, erfolgt die Datenspeisung heute idealerweise im Sinne von Industrie 4.0 automatisch aus unterschiedlichen Quellen. Datenquellen können beispielsweise die Maschinen selbst, das Qualitäts- oder Energiemanagement oder das ERP-System sein. Auch das Supply-Change-Management (SCM), also die gesamte Lieferkette von der Materialbeschaffung bis zur Logistik, ist ein wichtiger Aspekt im Shop-Floor-Management. Letztendlich sollen alle Maschinen und Prozesse miteinander vernetzt sein, um einen kontinuierlichen Datenfluss zu generieren.

Lesen Sie das vollständige Interview in Ausgabe 4/21 des JOT Journal für Oberflächentechnik.

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