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24.06.2016 | Fachkräftemangel | Im Fokus | Onlineartikel

IT-Freelancer retten Unternehmen

Autor:
Detlev Spierling

Mangels qualifizierter festangestellter Mitarbeiter setzen Unternehmen in Deutschland zunehmend auf Freiberufler. Das ist insbesondere für das Projektmanagement eine Herausforderung. 

Um fehlende interne Experten zu ersetzen, werden in der IT seit langem freiberufliche Projektarbeiter engagiert. Der Fachkräftemangel als Folge des demografischen Wandels und die zunehmende Aufgabenkomplexität zwingen Arbeitgeber zu dieser alternativen Strategie. 58,7 Prozent der Unternehmer geben an, dass der Mangel an qualifizierten festangestellten Mitarbeitern ein maßgeblicher Faktor hierfür ist. Dies ist ein Ergebnis der Studie "IT-Freiberufler 2016" von IDG Business.

Hinzu kommt noch die allgemeine Tendenz, wachsende Anforderungen immer häufiger mit beschränkten Ressourcen bewältigen zu müssen. Einer anderen Lünendonk-Studie zufolge haben 62 Prozent der IT-Verantwortlichen in großen Unternehmen Schwierigkeiten erfahrenes Personal für ihre IT-Projekte aufzutreiben, berichtete Springer Professional bereits unter der Überschrift "Wie Unternehmen den Fachkräftemangel überbrücken“. Und die Situation in diesem Jahr wird sich noch weiter zuspitzen.

In Deutschland gibt es rund 90.000 selbständige IT-Fachleute

Nach offiziellen Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2014 rund 90.000 IT-Fachleute als Selbständige tätig. "Die Mehrzahl davon – rund 72.000 – erbrachte ihre Dienstleistungen ohne eigene Mitarbeiter, zum Beispiel als Freelancer, während laut etwa jeder fünfte Selbständige weitere Arbeitnehmer angestellt hatte“, heißt es in der Beschäftigtenstatistik "Der Arbeitsmarkt für IT-Fachleute in Deutschland“, die die BfA im März 2016 veröffentlicht hat.

Unklare rechtliche Rahmenbedingungen sind eine Hürde

Werden Personallücken mit einem Freelancer geschlossen, gibt es in Unternehmen allerdings auch Bedenken. Ein wesentlicher Punkt sind unklare rechtliche Rahmenbedingungen. Dies wird auch von Seiten der IT-Freiberufler bestätigt: Mehr als die Hälfte der von IDG Business Befragten sehen die gesetzlichen Vorschriften und Regelungen, beispielsweise zur Scheinselbstständigkeit, als größte Herausforderung ihrer Branche.

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Unpassende Projektanfragen, die nicht mit dem Profil des Freelancers harmonieren, machen jedoch auch einen großen Teile der starken Nachfrage aus. Dies gaben 40,7 Prozent der befragten Freiberufler an. Obwohl viele von ihnen durchschnittlich zwischen 200 und 249 Tage im Jahr projektbezogen arbeitet, falle die hohe Arbeitsbelastung verhältnismäßig wenig ins Gewicht, schwerwiegender sei dagegen der intensive Reiseaufwand sowie die häufige Abwesenheit der externen “Jobnomaden“.

Vertraglich Fallstricke beim Einkauf von Freelancer-Leistungen

Beim Einkauf von Freelancer-Leistungen gab es in den letzten Jahren “eine deutliche Verschiebung“, stellt Christa Weidner in Ihrem Buch "Frei sein“ fest: “Mittlerweile wird der größte Anteil der Leistungen über Agenturen eingekauft. Dies hat zur Folge, dass Freiberufler und Kundenunternehmen kein direktes Vertragsverhältnis miteinander haben. Manchmal liegen sogar mehrere Dienstleister dazwischen. Warum das alles? Weil die Unternehmen – teilweise zu Recht – die Scheinselbstständigkeit des Freiberuflers fürchten. Über den Umweg einer Agentur wollen sie diesem Fallstrick entgehen,“ schreibt die Springer-Autorin.

Im 16. Kapitel ihres Buches auf den Seiten 160-164 hat Weidner die kritischsten Punkte und Fallstricke, die Unternehmen im vertraglichen Dreiecksverhältnis zwischen Auftraggeber, Agentur und Freelancer beachten müssen; übersichtlich dargestellt und erläutert. Dies sind die Loyalitätsverpflichtung, der Ort der Leistungserbringung, Terminvereinbarungen, Rechte an Arbeitsergebnissen, Haftung und Versicherungsschutz, Kündigungsfristen und – aus Freelancer-Sicht – das Zahlungsziel und die Zahlungsmodalitäten.

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