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28.04.2017 | Fachkräftemangel | Schwerpunkt | Online-Artikel

Das Sabbatical ist der neue Dienstwagen

verfasst von: Andrea Amerland

2:30 Min. Lesedauer

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Dem deutschen Mittelstand geht es gut. Eigentlich. Wenn da nur nicht der Fachkräftemangel wäre. Denn der kostet kleineren und mittelständischen Unternehmen ordentlich Geld. Höchste Zeit also, das Recruting zu ändern und Anreize wie das Sabbatical zu setzen.

Die Geschäfte laufen für deutsche Unternehmen so gut wie lange nicht mehr. Das hat das Mittelstandsbarometer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) ergeben, für das 3.000 mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt wurden. 50 Prozent der Unternehmen sind demnach voll zufrieden mit der aktuellen Geschäftsentwicklung. Auch für die Zukunft sind Unternehmer optimistisch gestimmt. 38 Prozent gehen davon aus, dass sich die eigene Geschäftslage im kommenden halben Jahr verbessern wird.

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E-Recruiting in Schweizer KMU

In einer Zeit, die durch Globalisierung sowie schnellen gesellschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Wandel geprägt ist, werden hoch qualifizierte und flexible Humanressourcen zu einem immer wichtigeren Faktor für den Erfolg von Unternehmen.

Ein Drittel aller Mittelständler will neue Jobs schaffen. Aber 78 Prozent haben Probleme, geeignete Mitarbeiter zu finden. Insbesondere der Kraftfahrzeugbau (89 Prozent) und die Elektrotechnik (84 Prozent) haben Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen. Der wirtschaftiche Schaden, der dadurch entsteht, ist enorm. EY beziffert ihn auf 50 Milliarden Euro. 

Recruiting muss digital werden

Doch Jammern löst das Problem nicht. "Recruiting im Zeitalter des digitalen Wandels" macht ein Umdenken in Unternehmen zwingend notwendig, erklärt Thomas Vollmoeller. Arbeitsbedingungen, hierarchische Strukturen sowie Organisationsgrundsätze müssen hinterfragt werden, da sich die Anforderungen an Arbeitgeber verändert haben. So suchen Wissensarbeiter Selbstbestimmung, autonome Arbeitszeitgestaltung und eine sinnstiftende Arbeit, schreibt der Springer-Autor weiter.

Sabbatical und flexible Arbeitsmodelle als Anreiz

In der deutschen Arbeitsrealität sieht es aber zumeist ganz anders aus. Arbeitgeber erwarten zwar eine hohe Flexibilität ihrer Mitarbeiter, sind aber selbst gar nicht flexibel. Diese Lücke zwischen Arbeitnehmeranspruch und Arbeitgeberwirklichkeit wird auch nicht durch hohe Gehälter geschlossen. Nicht nur bei der Arbeitgeberattraktivität gibt es also noch viel Luft nach oben. Auch beim Recruiting müssen sich Unternehmen unbedingt verbessern, ist sich Vollmoeller sicher. Er empfiehlt folgende Maßnahmen:

  • Recruiter sollten verstärkt auf auf digitale Kanäle setzen, um ihre Zielgruppen zu erreichen.
  • Latent Suchende und damit einen großen Teil in Frage kommender Talente erreichen Recruiter besonders gut über berufliche Netzwerke wie Xing oder Linkedin.
  • Active Recruiting – also die proaktive Suche und Ansprache von Kandidaten durch Recruiter – muss in Zeiten des Fachkräftemangels die klassische Stellenanzeige ergänzen. 
  • Referral Management: Empfehlungsmanagement durch die eigenen Mitarbeiter.

Fazit: Derzeit machen Unternehmen die leidvolle Erfahrung, dass sich der Arbeitsmarkt vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt entwickelt hat. Allerdings haben sie ihr Recruiting häufig noch nicht an diesen Paradigmenwechsel angepasst. Eine Stellenanzeige zu schalten, reicht allein nicht mehr aus. Arbeitgeber müssen aktiv nach Talenten suchen und ihre Attraktivität verbessern, indem sie Bewerbern Raum zur Selbstverwirklichung bieten. Denn "das Sabbatical ist gewissermaßen der neue Dienstwagen geworden" und Erreichbarkeit die neue Anwesenheit, betont Vollmoeller. Also sind längere Sonderurlaube wie das Sabbatical oder flexible Arbeitszeitmodelle Schlüssel zum Recruitingerfolg.

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