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12.07.2019 | Fachkräftemangel | Im Fokus | Onlineartikel

Eigene Mitarbeiter zu Talent Scouts machen

Autor:
Steffen Michel

Der Bewerbermarkt ist abgegrast. Klassische Recruiting-Maßnahmen reichen nicht mehr aus. Einer der derzeit vielversprechendsten Ansätze gegen den Fachkräftemangel ist der Einsatz von Mitarbeiter-Empfehlungsprogrammen.​​​​​​​

Qualifizierte IT-Fachkräfte sind Mangelware: Laut einer Bitkom-Studie wuchs die Zahl der offenen IT-Stellen in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich um 49 Prozent. Kein Wunder, dass klassische Stellenanzeigen allein bei vielen Unternehmen nicht mehr zum gewünschten Erfolg führen. Personaler wenden sich daher neuen Recruiting-Wegen zu. Zu den aktuell beliebtesten neuen Ansätzen gehören Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme. Sie zählen mittlerweile zu den Top-5-Kanälen für die Kommunikation von offenen Stellen, wie eine Studie des Karriereportals Monster zeigt. Über ein solches Programm können Unternehmen ihre eigenen Mitarbeiter zu Talent Scouts machen und sie motivieren, ihre Bekannten und Freunde über Vakanzen zu informieren. War die Vermittlung erfolgreich, erhält der entsprechende Mitarbeiter Sachleistungen oder Prämien. 

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Phase der Rekrutierung neuer Mitarbeiter

In diesem und den folgenden Kapiteln beschäftigen wir uns mit den internen und externen Kommunikationsmaßnahmen an den Kontaktpunkten der Arbeitgebermarke. 


Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme senken Recruiting-Kosten

Mit Mitarbeiter-Empfehlungsprogrammen nutzen Unternehmen die Netzwerke ihrer Angestellten. Für gewöhnlich finden sich dort ähnlich denkende und ähnlich qualifizierte Personen. Sprich: Fähige Mitarbeiter kennen andere fähige Menschen. Das gilt natürlich auch in der IT-Branche. Mit großer Wahrscheinlichkeit haben Angestellte in der IT-Abteilung aus Studium, Praktika oder schlicht aufgrund ähnlicher Interessen zahlreiche qualifizierte Kontakte. 

Damit senkt eine solche Initiative auch die Recruiting-Kosten, denn für schwierig zu besetzende Stellen fallen schnell hohe Summen für Headhunter und Annoncen an. Und natürlich verursachen auch die vakanten Stellen immer mehr Kosten, je länger sie unbesetzt bleiben. Mit einer Empfehlung lässt sich dies umgehen oder abmildern. So zeigt die Erfahrung etwa, dass Unternehmen durch Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Initiativen die Time-to-Hire – also die Zeitspanne zwischen Freiwerden einer Stelle und Neubesetzung – um bis zu 50 Prozent senken können. 

Auch auf das Employer Branding können sich Empfehlungsprogramme positiv auswirken. Denn sie motivieren die Belegschaft, auch außerhalb ihres Arbeitsplatzes über ihr Unternehmen zu sprechen. So werden sie zu Markennotschaftern. Ein weiterer Vorteil: Mitarbeiter bieten potenziellen Bewerbern Informationen aus erster Hand. So können diese schon vorab besser abschätzen, ob ihnen Position und Unternehmenskultur zusagen und sie sich eine langfristige Anstellung vorstellen können. 

Mitarbeiter zum Employee Referral motivieren 

Die richtige Kommunikation mit den Mitarbeitern ist entscheidend für den Erfolg eines Mitarbeiter-empfehlen-Mitarbeiter-Programms. Wichtig ist, den Angestellten für ihr Engagement zu danken – nicht nur durch Prämien oder Sachboni bei erfolgreichen Einstellungen. Ein ehrlich gemeintes "Dankeschön", selbst wenn kein Arbeitsvertrag zustande kommt, ist Pflicht. Zudem dürfen Mitarbeiter auch nicht befürchten, dass eine wider Erwarten ungeeignete Empfehlung auf sie zurückfällt. Das heißt: Die Personalabteilung muss klarstellen, dass die Verantwortung für den Kandidaten ab der Bewerbung bei ihr liegt. 

Auch die technische Komponente ist entscheidend, um Mitarbeiter zu aktiven Talent Scouts zu machen. Es gilt, den Empfehlungsprozess so einfach wie möglich zu gestalten, sodass sie immer und überall die Möglichkeit haben, interessante Stellenangebote mit ihren Bekannten zu teilen – etwa indem sie einen Link via E-Mail oder Whatsapp verschicken. Daher ist es wichtig, dass sich die Lösung nahtlos über eine Schnittstelle mit dem E-Recruiting-System des Unternehmens integrieren lässt. Auf diese Weise kann das Programm automatisiert Vakanzen aus dem Bewerbermanagement-System importieren und den Mitarbeitern zum Versenden zur Verfügung stellen. Bewirbt sich ein Kandidat dann über den Link lässt sich außerdem nachverfolgen, welcher Bewerber über welche Empfehlung kam – und wer somit eine Belohnung bekommt. Statistiken, wer bereits wie viele erfolgreiche Empfehlungen abgegeben hat, können der Initiative zudem einen Wettbewerbscharakter verleihen und Mitarbeiter ebenfalls zum Mitmachen motivieren.

Empfehlungsprogramme auch technisch umsetzbar

"Durch Studium, Praktikum und ähnliche Interessen sind die IT-Spezialisten in Ihrem Unternehmen bereits bestens vernetzt und bieten einen persönlichen Kanal zu hochqualifizierten Talenten. Daher sollten Recruiter Mitarbeiter-empfehlen-Mitarbeiter-Programme im Kampf um die begehrten IT-Fachkräfte auf jeden Fall in Betracht ziehen", so Arnim Wahls, CEO und Gründer von Firstbird. Richtig angepackt wirken sich solche Initiativen zudem positiv auf das Employer Branding aus und bergen ein großes Sparpotenzial. Mit einer Lösung, die sich einfach in das Bewerbermanagement-System integrieren lässt, ist auch die technische Umsetzung eines Empfehlungsprogramms heute kein Problem mehr.

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