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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

A. Einleitung

Zusammenfassung
„Der Zaun, der Germanisten und Juristen in ihrer Arbeit voneinander trennt, ist hoch. Selten wagt es heute ein Gelehrter, sich mit Gegenständen zu beschäftigen, für die eine andere Fachwissenschaft als zuständig gilt. Über diesem Takt, der in Wahrheit oft Feigheit ist, bleiben leicht Forschungsfelder unbearbeitet, auf denen bei gemeinsamer Arbeit viel zu ernten wäre“1, so treffend beschreibt der Jurist Hans Hattenhauer das Dilemma des interdisziplinären (Nicht)zusammenaibeitens von Sprach- und Rechtswissenschaftlern. Doch jeder Gartenzaun verfügt auch über eine Gartentür, durch die man wechselseitig das jeweilige Nachbargrundstück betreten und sich darin umschauen kann. Die vorliegende Arbeit soll aufzeigen, welchen Vorteil Germanisten und Juristen aus der Benutzung dieser Gartentür und aus dem Betreten des Nachbargrundstückes ziehen können. Eine fachübergreifende Zusammenarbeit ist heute wichtiger denn je, denn die Rechtsordnung tangiert alle Lebensbereiche und hat eine besondere Beziehung zur Kommunikation und zur Sprache überhaupt. Nur mittels Sprache ist es möglich, bestimmte Rechtsnormen festzuschreiben. Dabei ist es unwesentlich, ob diese Rechtsnormen zum Privatrecht gehören, das die Ausgestaltung der Rechtsbeziehungen zwischen den Bürgern auf einer Ebene der Gleichordnung regelt, oder ob es sich um öffentlich rechtliche Normen handelt, die das Verhältnis des Staates und seiner Institutionen als Hoheitsträger zu den Bürgern im Rahmen eines Über-/ Unterordnungsverhältnisses regeln.
Birgit Eckardt

B. Einführung in die Fachsprachenforschung

Zusammenfassung
Die moderne Fachsprachenforschung ist eine jüngere Teildisziplin der Linguistik, die zu Beginn der dreißiger Jahre in das Blickfeld der Forschung geriet. Am Beginn steht die Dissertation Eugen Wüsters, „die die moderne Terminologieforschung begründete und die wohl auch mit dazu beigetragen haben dürfte, dass lange Fachsprache überhaupt weitgehend mit Terminologie gleichgesetzt wurde.“6 Die Terminologieforschung wurde in dem Maße notwendig, wie sich die Bedürfnisse der modernen Naturwissenschaften und der industriellen Technik weiterentwickelten.
Birgit Eckardt

C. Ausgewählte Aspekte der juristischen Methodenlehre

Zusammenfassung
Zuvor soll jedoch auf einige wenige Aspekte der juristischen Methodenlehre verwiesen werden, die vor allem für die nachfolgende empirische Untersuchung von Bedeutung sind. Die Rechtswissenschaft ist „als diejenige Wissenschaft vom Recht gekennzeichnet, die sich mit ihm vornehmlich unter dem normativen Aspekt und daher mit dem „Sinn“ von Normen befaßt. Es geht ihr um die normative Geltung und um den Sinngehalt von Normen des positiven Rechts mit Einschluß der in den Urteilen der Gerichte enthaltenen Entscheidungsmaximen.“60 Normative Geltung meint dabei die „Maßgeblichkeit oder Verbindlichkeit einer Verhaltensanforderung oder eines Maßstabes, an dem sich menschliches Verhalten messen lassen muß“61. Im Gegensatz dazu steht die faktische Geltung einer Norm, unter der man ihre „Effizienz oder die Chance ihrer Durchsetzbarkeit“62 versteht.
Birgit Eckardt

D. Die sprachliche Charakterisierung der Fachsprache des Rechts

Zusammenfassung
Der Ursprung der Fachsprachenentwicklung liegt in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung, die sich bereits sehr früh durchsetzte. Die ersten Spezialisierungen fanden in der Heilkunde, im Waffenbau und im Jagdwesen statt. Als älteste Fachsprachen dieser Art gelten die Sprache des Bauern und des Fischers. Teile dieser Sprachen sind uns bruchstückhaft durch die mittelalterliche Literatur in Form von Lehrgedichten, Bauernpraktiken und Zunftverordnungen überliefert: „Anfangs entwickelten sich einzelne Termini und schließlich Fachwortschätze, die sich durch Fachbezogenheit der ihnen zugeordneten Wörter und Wendungen auszeichneten. Man schuf entweder neue Ausdrücke, gab neue Bedeutungen oder bewahrte alte Wörter als Fachwörter weiter.“80
Birgit Eckardt

E. Der soziolinguistische Ansatz und die Varietäten des Deutschen

Zusammenfassung
Der Begriff „Soziolinguistik“ ist auf den ersten Blick durch eine „diffuse Offenheit“171 gekennzeichnet, die hauptsächlich durch das vielseitig verwendendbare Bestimmungswort hervorgerufen wird. Anfangs wurde die Soziolinguistik oft als Alternative zur neuen strukturellen Linguistik empfunden, denn „in der abstrakten Linguistik mit ihrem Modell des „idealen Sprechers/ Hörers“ war eigentlich kein Platz für sprachliche Alltagsprobleme gewesen“.172 Die Soziolinguistik hingegen bot all jenen Fragen Raum, „die man als Sprecher einer konkreten Sprachgemeinschaft schon immer behandelt wissen wollte“.173
Birgit Eckardt

F. Das Familienrecht

Zusammenfassung
Das Familienrecht umfaßt die Gesamtheit der in bezug auf Ehe und Verwandtschaft geltenden Rechtsregeln sowie das Rechtsinstitut238 der Vormundschaft, obwohl dieses Rechtsinstitut nur bedingt zur Familie gehört.239 Das Familienrecht gliedert sich folglich in das Ehe-, Verwandtschafts- und Vormundschaftsrecht.240
Birgit Eckardt

G. Empirische Untersuchung zur Fachsprache des Rechts dargestellt am Beispiel des Ehescheidungsrechts

Ohne Zusammenfassung
Birgit Eckardt

H. Sprachpflegerische Aspekte der Fachsprache des Rechts unter Berücksichtigung der Ergebnisse der empirischen Untersuchung

Zusammenfassung
Wie die empirische Untersuchung gezeigt hat, treten im gerichtlichen Ehescheidungsverfahren zahlreiche Kommunikationsstörungen sowohl zwischen Anwalt und Mandanten als auch zwischen Richter und Parteien auf. Die Analyse hat weiterhin gezeigt, daß ein Teil dieser Probleme in der Natur des Gerichtsprozesses begründet liegt: „Die gerichtliche Entscheidung bezieht nur den rechtlich relevanten, weil subsumtionsfähigen Teil des Streits ein und übersetzt dadurch komplexe Wirklichkeit in entscheidbare Sachverhalte. Die von den Betroffenen erlebte tatsächliche soziale Wirklichkeit mit all den vielen persönlichen Problemen wird dabei in großen Teilen ausgeblendet. Gerade diese sind es aber, die die Beteiligten am meisten und in allererster Linie beschäftigen.“513 Auf diese emotionalen Probleme, die sich sprachlich oft als Kommunikationsschwierigkeiten auf der Beziehungsebene niederschlagen, nimmt das gerichtliche Verfahren keine Rücksicht: „Gerichtliche Entscheidungen bedingen ein Entweder-Oder. Was die eine Partei gewinnt, ist gleichzeitig der Verlust der anderen („Null-Summen-Spiel“). Ein Ergebnis, welches die Interessen beider Seiten fördert („Win-Win-Situation“), ist nicht möglich. Das ist angelegt im Strukturprinzip des gerichtlichen Verfahrens, bei dem es dem Inhalt nach um die Durchsetzung von durch Gesetze bestimmte Positionen geht.“514 Diese Vorgehensweise stellt zwar formaljuristisch den Rechtsfrieden wieder her, bei den Streitparteien bleibt jedoch oft ein schaler Beigeschmack zurück. Sie haben nicht selten das Gefühl, daß ihre eigentlichen Probleme nur unzureichend thematisert und eine Entscheidung über ihre Köpfe hinweg getroffen wurde: „In der familienrichterlichen Praxis ist dieses Dilemma häufig Grund für - teilweise massive - Auseinandersetzungen über von der persönlichen Ebene auf die juristische Sachebene verlagerte Streitthemen; ausgelöst durch den nicht thematisierten, darunterliegenden und die eigentliche Ursache des Streits bildenden Konflikt.
Birgit Eckardt

J. Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassung
Die Zahl der Ehescheidungen in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Noch nie sind in einem Jahr so viele Ehen geschieden worden wie im Jahr 1997. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ließen sich 1997 187.802 Paare scheiden. Das sind 12.252 Scheidungen oder sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Von der Scheidung ihrer Eltern betroffen waren dabei 163.112 minderjährige Kinder. Das entspricht einer Steigerung von fest zehn Prozent im Vergleich zu 1996.556
Birgit Eckardt

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