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14.04.2016 | Fahrerassistenz | Nachricht | Onlineartikel

Zweite ATZ-Fahrerassistenztagung: Autonomes Fahren richtig einschätzen

Autor:
Markus Schöttle

"Einige wichtige Fragen sind noch ungelöst", sagte Elmar Frickenstein von BMW in seinem Eröffnungsvortrag auf der ATZ-Fachtagung "Fahrerassistenzsysteme - Von der Assistenz zum automatisierten Fahren".

Im Gesellschaftshaus Palmengarten in Frankfurt am Main gab Elmar Frickenstein im Rahmen seiner Keynote zur 2. Internationalen ATZ-Fahrerassistenztagung eine ehrliche und offene Einschätzung der Herausforderungen auf dem Weg zum automatisierten Fahren. Als langjähriger Leiter Elektrik/Elektronik und jüngst ernannter Bereichsleiter Vollautomatisiertes Fahren und Fahrerassistenz bei der BMW Group weiß Frickenstein mit zu hohen Erwartungen umzugehen: "Vor vier Jahren bin ich mit einem hochautomatisierten Fahrzeug von München nach Ingolstadt gefahren", sagte Frickenstein und ließ keinen Zweifel: "Das wird kommen."

Die Datenflut wird zunehmen

"Wir werden den Weg unbeirrt gehen, dennoch gilt es, sich in iterativen Schritten an die technischen Realisierungen für den Serieneinsatz heranzutasten", betonte Frickenstein. Demnach bleibe es in einigen technischen Disziplinen noch offen, wann sich diese realisieren lassen. "Einige wichtige Fragen sind noch ungelöst", sagte Frickenstein. Die Automobilhersteller seien diesbezüglich abhängig von den Fortschritten und der erfolgreichen Zusammenarbeit mit anderen Branchen, der IT- und Consumer-Elektronik-Industrie. Maschine-Learning und Supercomputer seien für das sichere automatisierte Fahren notwendig. Mit jedem vernetzten Fahrzeug mehr komme in diesem Backend eine gewaltige Datenlast zusammen. Das BMW-Backend verarbeitet beispielsweise aktuell 200 Pings pro Sekunde nur für den Dienst RTTI (Real Time Traffic Information). "Die vernetzte BMW-Flotte ist heute in der Lage 95 Prozent aller Autobahnen abzufahren", berichtete Frickenstein. So sei das Auto Teil der Cloud und liefere ständig Daten. Doch die Datenflut wird laut Frickenstein noch zunehmen. Das Testen der Systeme im Real Traffic werde die IT-Zukunftstechnologie weit vorher benötigen.

Die 2. Internationale ATZ-Fachtagung findet noch bis zum heutigen Donnerstag, 14. April 2016 in Frankfurt am Main statt. Neben der Bandbreite aller relevanten Themen wie Märkte und Nutzer, Sensorik, Komponenten und E/E-Architekturen, legt die ATZ-Tagung dieses Jahr einen Schwerpunkt auf die noch vergleichsweise wenig ausgeprägte Disziplin IT-Security im und um das vernetzte Fahrzeug. Denn eine nicht zu unterschätzende, regelrechte Aufbauarbeit steht der Automobilbranche im Themenfeld Security bevor. 

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