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08.03.2019 | Fahrwerk | Nachricht | Onlineartikel

Goodyear entwickelt Reifen zum Fahren und Fliegen

Autor:
Christiane Köllner

Goodyear zeigt in Genf den Konzeptreifen Aero, der Autos beim Fliegen unterstützen kann: hochgeklappt wird der Reifen zum Rotor, die Speichen werden zu Rotorblättern. 

Goodyear hat den Konzeptreifen Aero für autonome, fliegende Autos auf dem Genfer Autosalon vorgestellt. Der Aero funktioniert zum einen wie ein ganz normaler Reifen für ein Auto, das auf der Straße fährt. Zum anderen kann er wie ein Rotor für Auftrieb nach oben sorgen und das Auto fliegen lassen.

"Unternehmen am Mobilitätsmarkt denken auch in die Vertikale, wenn sie die Probleme im städtischen Verkehr und die Überlastung unserer Straßen lösen wollen. Vor diesem Hintergrund hat unsere Arbeit an fortschrittlichen Reifentechnologien und Materialien zu einem Rad geführt, das sowohl als ein traditioneller Reifen auf der Straße als auch als ein Antriebssystem in der Luft dient", so Chris Helsel, Chief Technology Officer bei Goodyear.

Multimodales Design und nicht-pneumatische Struktur

Der Aero basiert auf einem multimodalen Tiltrotorkonzept. Es kann als ein Antriebsstrang dienen und Kräfte in gewohnter Richtung auf und von der Straße übertragen – das heißt für Schub nach vorne sorgen. Es kann darüber hinaus als Antrieb in der Luft dienen und für Schub nach oben sorgen. Mit dem passenden Auto hätten die Pendler von morgen so die Möglichkeit, auf ihrer Fahrt nahtlos von der Straße in die Luft zu wechseln.

Die Speichen des Konzepts sollen dabei helfen, die Last des Fahrzeugs zu tragen. Sie funktionieren außerdem wie Rotorblätter und sorgen für Auftrieb, wenn sich das Rad neigt. Der luftlose Aero basiert auf einer nicht-pneumatischen Struktur, die flexibel genug sei, um Stöße abzudämpfen, wenn das Auto auf der Straße fährt. Sie sei auch stark genug, um so schnell rotieren zu können, dass die Rotorblätter vertikal Auftrieb geben, erklärt Goodyear.

Magnetischer Antrieb und optische Sensorik

Der Aero nutzt Magnetkraft für einen reibungslosen Antrieb. So wird die hohe Rotationsgeschwindigkeit möglich, die notwendig ist, um das Fahrzeug auf der Straße nach vorne zu bewegen, und um es abheben zu lassen und in der Luft anzutreiben, wenn das Rad geneigt ist.

Der Konzeptreifen nutzt lichtbasierte, faseroptische Sensoren, um die Oberfläche der Fahrbahn, den Reifenabrieb und seine eigene strukturelle Unversehrtheit zu überwachen. Darüber hinaus besitzt der Aero einen eingebetteten Prozessor für künstliche Intelligenz, der die von den Sensoren ermittelten Daten mit Informationen aus der Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug und von Fahrzeug zu Infrastruktur kombiniert. Der Prozessor analysiert diese Datenströme, um Handlungsempfehlungen zu geben – etwa dem Fahrzeug zu erlauben, in den Modus zum Fliegen oder Fahren zu wechseln. Darüber hinaus kann er reifenbezogene Probleme identifizieren und lösen, bevor es zu einer Panne kommt.

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Quelle:
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