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26.03.2018 | Fahrwerk | Nachricht | Onlineartikel

Echtzeitüberwachung erkennt Rissschäden an Lkw-Fahrwerken

Autor:
Christiane Köllner

Bremer Wissenschaftler entwickeln mit Schwarzmüller, Hella und Idem Telematics eine Echtzeit-Überwachung für Trailer-Fahrwerke. Ein auf Rissbildung ausgerichtetes Sensor-Netzwerk soll die Sicherheit für Nutzfahrzeuge erhöhen.

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Werkstofforientierte Technologien (IWT) arbeiten gemeinsam mit Forschern des Instituts für Theoretische Elektrotechnik und Mikroelektronik (ITEM) der Universität Bremen in einem dreijährigen Projekt an der Entwicklung eines elektronischen Überwachungssystems zur frühzeitigen Erkennung von Rissschäden im Fahrbetrieb von Nutzfahrzeuggespannen. Ziel des Projekts sei, die Sicherheit für Nutzfahrzeuge zu erhöhen. Dazu sollen die Fahrwerke künftig im Fahrbetrieb durch ein Sensor-Netzwerk überwacht werden.

Sensorisches Echtzeitüberwachungssystem für Lkw-Trailer

"Nicht erkannte Rissschäden können nicht nur erhebliche Kosten durch Reparatur und Ausfälle mit sich bringen. Im schlimmsten Fall kann es zu gefährlichen Unfällen kommen", so Professor Karl-Ludwig Krieger, Leiter der Forschungsgruppe "Elektronische Fahrzeug- und Mobilitätssysteme". Um Rissschäden frühzeitig zu erkennen, wollen die Wissenschaftler gemeinsam mit dem Fahrzeughersteller Schwarzmüller, der Firma Hella Fahrzeugkomponenten sowie dem Unternehmen Idem Telematics ein sensorisches Echtzeitüberwachungssystem für Lkw-Trailer entwickeln.

Seit 2016 arbeiten die Wissenschaftler an der Entwicklung des Systems. Grundlegend dafür seien auch Kenntnisse über die Rissbildung. Mithilfe der Auswertung sogenannter Körperschallsignale ließe sich die Rissentstehung erkennen. Derzeit führen Wissenschaftler an der MPA Bremen Ermüdungsversuche an Großbauteilen in Form echter Lkw-Fahrwerke durch, um die Signale zu detektieren. Insgesamt vier Sensoren überwachen den Achsbereich des Lkw-Trailers, während dieser in einer Prüfmaschine belastet wird. "In unseren Versuchen müssen wir eindeutige Körperschallsignale identifizieren. Im echten Fahrbetrieb müssen die Signale auch aus Hintergrundgeräuschen heraus eindeutig erkennbar sein", so Dr.-Ing Andree Irretier, Leiter der Abteilung Metallische Werkstoffe und Bauteile der MPA Bremen. "Nur wenn das gewährleistet ist, kann die Rissbildung zukünftig auch in Echtzeit erkannt und an das angeschlossene Netzwerk übermittelt werden".

Vielfältig einsetzbar

Ein elektronisches System soll die detektierten Rissschäden klassifizieren und die Informationen über eine Trailertelematik an das Service- und Reparaturmanagement des Herstellers oder des Logistikbetriebs übermitteln. Dadurch ließe sich die Reparaturabwicklung vereinfachen und beschleunigen. Auch für die Umsetzung neuer Leichtbaukonzepte im Güterverkehr biete das Trailer-Überwachungssystem Potenzial. Der modulare Ansatz des Systems soll weitere Einsatzmöglichkeiten eröffnen. Überall dort, wo es in der Industrie zu Ermüdungsrissen komme, sei ein zukünftiger Einsatz denkbar. So könnte zukünftig dank Echtzeitüberwachung die Standsicherheit von Windkraftanlagen erhöht oder die Schadensanfälligkeit von Hafenkränen verringert werden.

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