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27.06.2017 | Fahrwerk | Nachricht | Onlineartikel

Continental geht mit elektrisch schaltbarem Motorlager in Serie

Autor:
Benjamin Auerbach

Das elektrisch schaltbare Motorlager kommt erstmals in einem Serienfahrzeug zum Einsatz. Die neue Lösung mit einem elektromechanischen Schaltaktuator soll Schwingungen reduzieren und den Fahrkomfort erhöhen.

Für die neue Generation einer Sportlimousine im Premium-Segment hat Continental erstmals ein elektrisch schaltbares Motorlager entwickelt. Diese Innovation stellt das Technologieunternehmen auf der IAA 2017 in Frankfurt vor. Gerade bei Dieselmotoren sei der Zielkonflikt zwischen Komfort und Fahrdynamik eine besondere technische Herausforderung. Den damit verbundenen speziellen Anforderungen an das Lagerungssystem wird seit einigen Jahren mit schaltbaren Motorlagern begegnet. Motorlager verbinden das Antriebsaggregat mit der Karosserie und dämpfen einerseits fahrbahnangeregte Vibrationen des Motors und isolieren andererseits motorangeregte Schwingungen, so dass diese nicht auf die Karosserie und den Fahrzeuginnenraum übertragen werden.

"Eine harte Anbindung, also eine hohe Steifigkeit zwischen Motor und Karosserie, sorgt für eine gute Fahrdynamik. Für maximalen Fahrkomfort hingegen benötigen wir eine geringere Steifigkeit. Diesen Zielkonflikt löst ein schaltbares Motorlager, indem es die erforderliche Steifigkeit durch einen elektromechanischen Schaltaktuator individuell den Erfordernissen anpasst und so extreme Sportlichkeit und höchsten Komfort perfekt vereint", sagt Meinert Holst, Projektleiter bei Conti Tech Vibration Control.

Neuer Konstruktionsansatz

Bisher wurden für die Komfortverbesserung in der Regel pneumatische Schaltaktuatoren eingesetzt, um das Isolationsverhalten zu verbessern. Im neuen Continental-Motorlager wird dagegen ein elektromechanischer Schaltaktuator eingesetzt, der den Anforderungen der neuen Fahrzeuggenerationen Rechnung trägt. "Der Aktuator bewirkt, dass die hydraulischen Eigenschaften des Motorlagers so verändert werden, dass die dynamische Steifigkeit des Lagers im Leerlauf durch einen Tilgungseffekt geringer als die statische Steifigkeit ist und somit die Körperschallübertragung deutlich reduziert wird", erklärt Holst.

Mittels entsprechender Dimensionierung der Komponenten lasse sich die elektromechanische Schaltaktuatorik individuell an die Erfordernisse der Dieselmotoren anpassen. Zudem konnte durch Leichtbauweise das Motorlager etwa 10 Prozent leichter als herkömmliche Varianten umgesetzt werden, was den Kraftstoffverbrauch reduziert.

Die Herausforderungen bei der Entwicklung bestanden sowohl in der Gesamtintegration des elektromechanischen Schaltaktuators in das Motorlagers, als auch in der Abstimmung an die spezifischen Fahrzeugcharakteristika der Sportlimousine. "Wir arbeiten bei unserem Lager mit einem Baukastensystem, in dem wir bestimmte Komponenten auch für die herkömmlichen hydraulischen Motorlager der Benzin-Motoren verwenden können. Gleichzeitig ermöglicht dieses System eine Integration des Schaltaktuators in den sehr begrenzten Bauraum des Motorlagers", sagt Holst.

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Quelle:
Fahrwerkhandbuch

01.02.2015 | Entwicklung | Ausgabe 2/2015

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