Skip to main content
main-content

09.06.2016 | Fahrzeug-Aerodynamik | Nachricht | Onlineartikel

Honda präsentiert Aerodynamik-Konzept des NSX

Autor:
Andreas Burkert

 

Den NSX hat Honda mithilfe eines Aerodynamik-Konzepts auf maximalen Anpressdruck bei schnellen Fahrten optimiert. Willkommener Nebeneffekt: ein effizientes Wärmemanagement für den Hybrid-Sportantrieb.

Mit dem sogenannten Total Airflow Management wollen die Ingenieure des japanischen Automobilherstellers Honda  sowohl die Kühlung der Komponenten als auch die Aerodynamik des Supersportwagen NSX verbessern. Sie nutzen dazu den Luftstrom um und durch den Honda NSX und verstärken damit nicht nur den Abtrieb, sondern minimieren auch den Luftwiderstand. Auf Basis strömungsdynamischer Simulationen (CFD) und Aerodynamik-Tests an Fahrzeugen im Maßstab 1:40, die in Hondas Windkanalanlage in Ohio durchgeführt wurden, optimierte das Entwicklerteam dazu die Fahrzeugkarosserie.

Oberflächen, Ansaugöffnungen und Luftauslässe sind in Form und Größe so gestaltet, dass der Luftwiderstand reduziert, der Abtrieb verstärkt, die Kühlung optimiert und die entstehende Wärme effizient abgeleitet werden. Die Verteilung des Anpressdrucks zwischen Front und Heck wurde beim NSX sorgfältig abgestimmt. Intensive Forschungs- und Entwicklungsstudien bestätigten, dass ein ungefähr dreimal so hoher Anpressdruck am Heck im Vergleich zur Frontpartie für die optimale Verteilung des Abtriebs sorgt und damit auch im Alltag höchsten Leistungsansprüchen gerecht wird.

Optimaler Anpressdruck

Ein Heckdiffusor, Heckspoiler und schmale Rückleuchten erzeugen laut Hersteller eine starke Anpresskraft und kontrollieren wirksam den hinter dem Fahrzeug durch die Heckwelle entstehenden Luftstrom. Der hohe Anpressdruck des NSX wird ohne zusätzliche aktive Aerodynamik-Anbauteile oder sonstige Aufbauten erzielt. Der Luftstrom durch die Fahrzeugfront wird dazu so geleitet, dass maximaler Anpressdruck bei einem niedrigen Luftwiderstandswert erreicht wird. Zur optimalen Kühlung wird die Luft direkt zu den Lufteinlässen des Mittelmotors geleitet.

Speziell zur Reduzierung von Turbulenzen und Aerodynamikverlusten um die Vorderräder positionierte Luftauslässe kombiniert mit seitlichen Lufteinlässen dienen der Stabilisierung der an den Fahrzeugseiten abströmenden Luft. Diese Lufteinlässe leiten den Luftstrom mit der frei stehenden C-Säule in die seitlichen Lufteinlässe und führen ihn der Motoransaugung, dem Motorraum und den Turboladeluftkühlern zu. Darüber hinaus lenken die seitlichen Lufteinlässe den Luftstrom über das Heck, um den Abtrieb zu erhöhen.

Hocheffizientes Wärmemanagement für Hybrid-Sportantrieb

Ein Teil des Total Airflow Management-Konzepts dient zudem einem hocheffizienten Wärmemanagement zur Kühlung des Hybrid-Sportantriebs. Der NSX verfügt über sieben unterschiedliche primäre Wärmequellen - den 3,5-l-V6-Motor, zwei Turbolader, das Neungang-Doppelkupplungs-Getriebe (DCT), die Stromversorgungseinheit und die Doppelmotoreinheit mit den beiden Elektromotoren. Um all diese Komponenten effizient zu kühlen, wird der Luftstrom durch zehn verschiedene Wärmetauscher geleitet.

Öffnungen an der Fahrzeugfront leiten kühle Frischluft durch die Hauptwärmetauscher im Frontbereich - Frontmotorkühler, Kühler der Doppelmotoreinheit, Kondensator, Getriebekühlung und Hybrid-Antriebseinheit. Die über das Dach und die Heckscheibe abfließende Luft wird zur Kühlung der Getriebekupplung und des Motorraums aufgefangen und umgeleitet.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

Aerodynamik Aerodynamics

Quelle:
Rennwagentechnik

2013 | OriginalPaper | Buchkapitel

Aerodynamik und Fahrstabilität

Quelle:
Hucho - Aerodynamik des Automobils

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

    Bildnachweise