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08.08.2017 | Fahrzeugsicherheit | Im Fokus | Onlineartikel

Mit Sicherheit sicher

Autor:
Stefan Schlott

Das Ziel eines Straßenverkehrs ohne Unfalltote gilt weiterhin als wichtige Leitlinie für die Fahrzeugentwicklung. Viele Techniken tragen dazu bei.

Obwohl rechnerisch die Wahrscheinlichkeit einer Kollision steigt, wenn mehr Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, ging mit der Massenmotorisierung der zurückliegenden Jahrzehnte eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit einher. Viele Statistiken belegen, dass in so manchen Staaten, die einen weit geringeren Motorisierungsgrad aufweisen, die Zahl der Verkehrsunfälle und Verkehrsopfer ähnlich hoch oder sogar höher liegen, als in starken Wirtschaftsnationen. Die Gründe dafür sind vielfältig und spiegeln vor allem den technischen Fortschritt. "Bei der passiven Sicherheit von Fahrzeugen wurde viel erreicht", konstatiert denn auch Alexander Heintzel in seinem Editorial Sicherheit durch Automatisierung für die ATZ 7-8/2017. Wichtig sei nun, prädiktiv auf das Unfallgeschehen einzuwirken. Vor allem die Technologiesprünge bei der Entwicklung vom teil- zum hochautomatisierten Fahren ermöglichen kooperative Sicherheitstechniken in Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur.

Was das für die aktuelle und künftige Entwicklung von Rückhaltesystemen wie Sicherheitsgurt und Airbags bedeutet, ist Thema des Artikels Automatisiertes Fahren – Einflüsse auf die Rückhaltesysteme aus der ATZ 7-8/2017. Darin ziehen die Bertrandt-Ingenieure Kai Golowko, Valentin Zimmermann und Dirk Zimmer eine Bilanz des bislang Erreichten und wagen einen Ausblick: "Rückhaltesysteme werden in Zukunft nicht zwingend neu, aber unter anderen Einsatzszenarien und Annahmen ausgelegt", so ihr Fazit. 

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Rückhaltesysteme im Wandel

Will heißen: Die heute verfügbaren Systeme bleiben in ihrer Art erhalten, aber sie werden anders eingesetzt und in ihrer Dimensionierung reduziert. Dieser Übergang wird den Autoren zufolge schrittweise geschehen, denn auch die Übergangszeit vom Individualverkehr hin zum vollautomatisierten Straßenverkehr wird eine konventionelle Umstellung zur Folge haben. Heutige Schutzziele müssen den Autoren zufolge deshalb noch einige Jahre parallel weiterlaufen. „Alles in allem überwiegen die Vorteile unfallvermeidender Systeme bei Weitem die Risiken heutiger Technik bei sogenannter Out-of-Position-Auslösung im Wirkbereich des Insassen. Der Weg ist vorgeschrieben, die Vision Zero wieder ein Stück näher gerückt“, geben sich Golowko, Zimmermann und Zimmer zuversichtlich.

Zu den Altmeistern rund um das Thema Fahrzeugsicherheit zählt zwischenzeitlich Dr. Rodolfo Schöneburg, seit 1999 Centerleiter bei Mercedes-Benz Cars für Fahrzeugsicherheit, Betriebsfestigkeit und Fahrzeugfunktionen. Im  Interview "Bei Crashtests sind wir auf 5 mm genau" für die ATZ 7-8/2017 erläutert Schöneburg die aktuellen Herausforderungen in der Sicherheitsentwicklung. Neben der Vielzahl vorgeschriebener Crashtests seien die Tests mit neuen Antrieben, also Elektro-, Gas- und Brennstoffzellenantriebe, eine große Herausforderung, der das Unternehmen mit dem Bau und der Inbetriebnahme seines neuen Technologiezentrums Fahrzeugsicherheit (TFS) begegnet. In diesem Zusammenhang wirbt Schöneburg einmal mehr für das Zusammenwachsen von aktiven und passiven Sicherheitstechniken zu einem integralen Sicherheitskonzept.

Integrale Sicherheitskonzepte im Kommen

Bei dieser Art der präventiven Sicherheit spielen aktive und passive Systeme zusammen. 

Schöneburg: "Wir nutzen die Sensorik und Aktorik der aktiven Sicherheit, um den Insassenschutz zu verbessern. Wenn zum Beispiel ein ESP-Eingriff mit bestimmten überschrittenen Schwellen erfolgt oder ein Bremsassistent aktiviert wird, sorgen wir dafür, dass der Gurt schon einmal reversibel per Elektromotor gestrafft wird oder die Scheiben und das Schiebedach geschlossen und der Sitz gerade gestellt werden. So werden die Insassen bestmöglich auf den möglichen Unfall vorbereitet."

Vorhangairbag für Nutzfahrzeuge

Dass es auch bei der Entwicklung von Rückhaltesystemen immer wieder Innovationen gibt, zeigen Dan Loftén, Stefan Persson und Reimert Sjöblom in ihrem Artikel Erster Vorhangairbag für Nutzfahrzeuge aus der ATZ 7-8/2017. Überschlagunfälle, so die Scania-Ingenieure, seien bei schweren Nutzfahrzeugen sehr viel häufiger als Seitenkollisionen mit anderen Lastkraftwagen. Solange der Lkw bei einer Seitenkollision nicht umkippt, sei aufgrund der Masse und der Größe des Fahrzeugs kein Vorhangairbag erforderlich. Deshalb wurde das System von Scania speziell für Überschlagunfälle entwickelt und wird bei einer Seitenkollision nicht ausgelöst. Das Vorhangairbagsystem entfaltet seine volle Schutzwirkung bei einem Überschlag konstruktionsbedingt nur, wenn die Insassen angeschnallt sind.

Bei ihren Arbeiten betraten die Schweden in vielen Bereichen Neuland. Denn für Vorhangairbags in Lastkraftwagen gibt es keine gesetzlichen Vorschriften oder Normen. Deshalb wurden bei der Entwicklung des Systems die für Personenkraftwagen gültigen Regelungen herangezogen. Einige dieser Vorgaben wurden an die speziellen Einsatzbedingungen angepasst und einige zusätzliche Prüfverfahren wurden entwickelt, um den speziellen Gegebenheiten bei schweren Nutzfahrzeugen Rechnung zu tragen. "Das System hat das Potenzial, in etwa 45 Prozent der Unfälle, an denen schwere Lkw beteiligt sind, das Verletzungsrisiko zu reduzieren und stellt somit einen wichtigen Fortschritt dar", so die Autoren.

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Fahrzeugsicherheit

Quelle:
Vieweg Handbuch Kraftfahrzeugtechnik

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