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15.01.2016 | Fahrzeugsicherheit | Nachricht | Onlineartikel

Ford will Wearables ins Fahrzeug integrieren

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Immer mehr Verbraucher benutzen Smartwatches, Datenbrillen und Fitness-Armbänder. Ford reagiert auf den Boom dieser Wearables mit einem neuen Forschungslabor am US-Stammsitz Dearborn.

Persönliche Technik-Features und Fahrzeug-Technologien sollen immer enger zusammenwachsen. Das ist das Ziel des neuen Forschungslabors für die Integration tragbarer Geräte, sogenannter "Wearables", das Ford jetzt an seinem US-amerikanischen Hauptsitz in Dearborn im Bundesstaat Michigan gegründet hat.

Labor "Automotive Wearables Experience" gegründet

Das neue Labor trägt den Namen "Automotive Wearables Experience" und ist innerhalb des Forschungs- und Innovationszentrums von Ford in Dearborn angesiedelt, wie Ford bekannt gibt. Die Wissenschaftler und Ingenieure arbeiten dort gemeinsam an der Integration von tragbaren Gadgets und Fahrzeugen. Sie beschäftigen sich unter anderem mit der Frage, wie wichtige Gesundheitsinformationen des Fahrers mit Fahrzeug-Technologien wie beispielsweise dem "Fahrspurhalte-Assistent" oder dem "Toter-Winkel-Assistent" (BLIS) verknüpft werden können. Ziel sei es, die Sicherheit der Autofahrer weiter zu verbessern. Die Innovationsforschung rund um die "Wearables" basiert auf dem Plan Ford Smart Mobility, der den Ausbau von Konnektivität, Autonomie, Kundenerlebnis und Datenanalyse fördern soll.

Der Fahrspurhalte-Assistent könnte beispielsweise künftig empfindlicher auf Abweichungen von der korrekten Fahrtrichtung reagieren, sobald die Smartwatch des Fahrers meldet, dass dieser in der vorigen Nacht nicht genügend Schlaf hatte. Ein anderes Beispiel: Falls sich der Puls des Fahrzeuglenkers in dichtem Verkehr beschleunigt und ein "Wearable" dies erfasst, könnte ein System wie die Adaptive Geschwindigkeitsregelanlage automatisch eine größere Mindestdistanz zum vorausfahrenden Auto halten.

"Die Integration moderner tragbarer Geräte und der Fahrzeugsysteme ermöglicht es, genaue biometrische Daten kontinuierlich zu streamen. Damit lassen sich Ansprech-Schwellen und Reaktionen der aktiven Sicherheitssysteme empfindlicher einstellen. Sobald der Fahrer gesundheitliche Probleme zeigt, können die Systeme noch gezielter eingreifen", erklärte Gary Strumolo, in der Forschung und Vorausentwicklung von Ford für Fahrzeugkonstruktion und Infotronik verantwortlich

"Wearables"-Anwendungen auch für automatisiertes Fahren sinnvoll

Funktionen wie das Erfassen der Aufmerksamkeit des Fahrers sowie von Blutdruck, Blutzuckerspiegel, Puls und anderer Werte über ein tragbares Gerät könnten künftig auch in voll-autonomen Fahrzeugen zum Zuge kommen, wie Ford betont. Das neue Forschungslabor von Ford untersuche daher, wie Passagiere eines autonom fahrenden Automobils benachrichtigt werden sollen, falls sie kurzfristig selbst das Steuer übernehmen müssen. Die Bandbreite möglicher Signale reiche vom Vibrations-Alarm am Handgelenk über Signaltöne bis hin zu Leuchtsignalen im Armaturenträger.

Sprachsteuerung für Apps möglich

Ein weiterer Forschungsbereich des neuen "Wearables"-Labors von Ford ist die Sprachsteuerung der Smartwatch-Version der App "MyFord Mobile". Künftig sollen Autofahrer ihren Ford auf Wunsch auch per Smartphone oder Uhr-App starten, ver- und entriegeln sowie zuverlässig lokalisieren können, wie Ford erklärt.

Auch für Datenbrillen entwickelt das Forschungslabor automobile Ideen. Entsprechend ausgestattete Datenbrillen könnten Kunden beispielsweise durch ein Autohaus leiten und mit Informationen zum jeweils betrachteten Modell versorgen. Die Fahrzeuge im Showroom wiederum liefern über "Tags" intelligente Features von technischen Daten bis hin zur virtuellen Testfahrt. 

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