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18.08.2020 | Fahrzeugsicherheit | Infografik | Onlineartikel

Verkehrsunfälle sind zu einem Drittel Geschwindigkeitsunfälle

Autor:
Christiane Köllner
2:30 Min. Lesedauer

Nicht angepasste Geschwindigkeit spielt eine große Rolle bei tödlichen Verkehrsunfällen. 2019 wurden laut Destatis 963 Menschen bei Geschwindigkeitsunfällen getötet – damit starb alle neun Stunden ein Mensch. 

32 Prozent der Menschen, die bei einem Verkehrsunfall 2019 ums Leben kamen, waren in einen Unfall verwickelt, bei dem die Polizei mindestens einer Fahrzeug führenden Person nicht angepasste Geschwindigkeit vorwarf, sogenannte Geschwindigkeitsunfälle. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) mitgeteilt. Demnach wurden insgesamt 963 Menschen im vergangenen Jahr bei Geschwindigkeitsunfällen getötet, 53.687 wurden verletzt und von diesen erlitten 13.769 Personen schwere Verletzungen.

Nicht angepasste Geschwindigkeit problematisch 

Laut Destatis starben im vergangenen Jahr bei Geschwindigkeitsunfällen 24 Menschen je 1.000 Unfälle mit Personenschaden. Bei allen Unfällen mit Personenschaden waren es zehn Getötete je 1.000 Unfälle. Auch die Zahl der Schwerverletzten bei Geschwindigkeitsunfällen sei mit 345 je 1.000 Unfälle mit Personenschaden überdurchschnittlich hoch gewesen, so die Behörde. Bei allen Unfällen mit Personenschaden waren es durchschnittlich 217 Schwerverletzte je 1.000 Unfälle. 

Zudem registrierte die Polizei 2019 in 41.173 Fällen nicht angepasste Geschwindigkeit (unter anderem bei besonderen Wetterbedingungen wie etwa Nässe oder Nebel) als Ursache eines Unfalls mit Personenschaden. 2.130-mal überschritten Fahrer dabei die zulässige Höchstgeschwindigkeit. 

Insgesamt weniger Verkehrstote

Im Vergleich zu 2010 sei die Zahl der Verkehrstoten insgesamt im Jahr 2019 um 16,5 Prozent auf 3.046 gesunken, so Destatis. Dies zeige sich auch bei den bei Geschwindigkeitsunfällen: Während im Jahr 2010 noch 1.441 Menschen bei Geschwindigkeitsunfällen ums Leben kamen, waren es im vergangenen Jahr 33,2 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor. Aber dennoch starb 2019 laut Destatis alle neun Stunden ein Mensch bei einem Geschwindigkeitsunfall in Deutschland.

Umfragen: Tempo-Drosselung für Autos?

In der Debatte zur Verringerung von Verkehrsunfällen spielt das Thema Tempolimit eine immer größere Rolle. So limitiert Volvo bei seinen Neuwagen die Höchstgeschwindigkeit zum Modelljahr 2021 auf 180 km/h. Die Mehrheit der deutschen Autohalter begrüßt diese Entscheidung, wie eine Umfrage im Mai 2020 unter 1.041 Autohaltern von AutoScout24 und Innofact herausgefunden hat. Insgesamt seien laut Umfrage 60 Prozent der deutschen Autofahrer für eine Abriegelung der Geschwindigkeit bei Neuwagen auf 180 km/h, 41 Prozent sprechen sich dagegen aus. Vor allem Frauen sind für die Drosselung: 67 Prozent fordern diese für Neuwagen, aber nur 52 Prozent der Männer. Neben der Unfallvermeidung begründen viele ihre Einstellung auch mit der Verminderung des Abgasausstoßes bei höheren Geschwindigkeiten. 

Die Motorjournalisten sind in der Tempolimit-Diskussion uneins. Rund die Hälfte der im VdM Verband der Motorjournalisten engagierten Mitglieder können sich ein Tempolimit auf Autobahnen vorstellen. Das ergab eine Umfrage, die der Verband im Juni unter seinen rund 420 Mitgliedern durchgeführt hat. Falls es zu einem Tempolimit käme, so die weitere Frage, wären bei gut drei Prozent der Befragten Tempo 120 km/h akzeptabel, fast 33 Prozent plädieren für Tempo 130 km/h, 17 Prozent für 140 km/h und fast 50 Prozent für Tempo 150. 

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Quelle:
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