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13.04.2016 | Fahrzeugtechnik | Nachricht | Onlineartikel

Ford testet autonom fahrende Forschungsfahrzeuge mit LiDAR-Sensortechnik

Autor:
Angelina Hofacker

Mit LiDAR-Sensortechnik und 3-D-Karten können Forschungsfahrzeuge von Ford bei Dunkelheit ohne Scheinwerfer fahren. Das Unternehmen gab vor Kurzem Ergebnisse von laufenden Tests in den USA bekannt.

Vor wenigen Tagen habe sich ein autonom fahrendes Ford-Fusion-Hybrid-Forschungsfahrzeug bei Nacht ohne Scheinwerfer auf einer einsamen Wüstenstraße bewährt, gab Ford bekannt. Es habe die selbstständige Fahrt in der Dunkelheit ohne den Einsatz der Scheinwerfer gemeistert. Die Nachtfahrten auf dem Ford Arizona Proving Ground in den USA sollen den nächsten Schritt auf dem Weg des Unternehmens bei der Entwicklung vollständig autonomer Fahrzeuge markieren. Die Tests erfolgen im Rahmen des Smart Mobility Plans von Ford.

Dank LiDAR-Sensorik unabhängig von Lichtverhältnissen

Um bei Dunkelheit zu navigieren, verwenden die Ford-Forschungfahrzeuge den Entwicklern zufolge hochauflösende 3-D-Karten mit umfassenden Informationen über die Straße, Straßenmarkierungen, Geographie, Topographie und über Verkehrsschilder, Gebäude oder Bäume. Das Fahrzeug gleiche die erfassten Impulse des LiDAR-Laser-Sensors in Echtzeit mit der Karte und den Daten des Bordradars ab, um das vollständig autonome Fahren auf der Straße zu ermöglichen. In der Wüste von Arizona überwachten die Ford-Ingenieure laut eigenen Angaben den Praxistest mit Nachtsichtbrillen, innerhalb und außerhalb des Fahrzeugs.

Wie die Ingenieure berichten, wurde im Zuge der Tests gezeigt, dass autonomes Fahren auch ohne Kameras möglich ist, die auf Licht angewiesen sind. Es habe zudem bewiesen werden können, dass die LiDAR-Sensoren von Ford im Zusammenspiel mit der virtuellen Fahrersoftware selbst kurvige Straßen einwandfrei meistern können, um das Auto sicher zu lenken. "Dank LiDAR sind die autonomen Testfahrzeuge weder auf Tageslicht noch auf Kameras und Fahrbahnmarkierungen angewiesen", sagte Jim McBride, Ford Technical Leader for Autonomous Vehicles. So erlaube die LiDAR-Sensorik autonomes Fahren, völlig unabhängig von der jeweils vorherrschenden Lichtsituation.

Bei LiDAR (Light Detection And Ranging) handelt es sich um einen Lasersensor, der die Umgebung bis zu 2,8 Millionen Mal pro Sekunde scannt. LiDAR nutzt Infrarot-Laserlicht bis zu einer Entfernung von rund 200 Metern und erstellt aus den ermittelten Daten eine virtuelle 3-D-Karte zur digitalen Darstellung der Fahrzeugumgebung. Das System funktioniert normalerweise im Zusammenspiel mit Radartechnik und Digitalkameras zur Erkennung weiterer Faktoren im Umfeld des Fahrzeugs.

Ford will Testflotte auf 30 autonome Fahrzeuge erhöhen

Schon seit mehr als zehn Jahren arbeitet Ford laut eigener Aussage an Technologien für autonomes Fahren, mit dem Ziel Fahrzeuge zu entwickeln, die nach internationalem SAE-Standard Level 4 erreichen, das heißt, dass sie keine Interaktion seitens des Fahrers mehr erfordern. In diesem Jahr will Ford seine autonome Fahrzeug-Testflotte in den USA verdreifachen - auf etwa 30 selbstfahrende Fusion Hybrid-Modelle für Straßentests in Kalifornien, Arizona und Michigan.

In Europa will Ford die Kooperation mit der RWTH Aachen für die Entwicklung von HMI-Bedienkonzepten (Human Machine Interface) weiter vorantreiben.

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Handbuch Fahrerassistenzsysteme

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