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27.06.2013 | Fahrzeugtechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Carsharing: Free-Floating verhilft zum Durchbruch

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Auch wer kein eigenes Auto besitzt, braucht manchmal eines. Viele nutzen dann Carsharing-Angebote, um schnell und flexibel mobil zu sein. Und es werden immer Menschen, die diese Alternative zum eigenen Auto nutzen. Vor allem Free-Floating-Angebote haben ein großes Wachstumspotenzial.

Der Carsharing-Markt ist mehr denn je von einem überproportionalen Wachstum geprägt. Das geht auch aus dem Carsharing-Barometer des Automotive Institute for Management (AIM) an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht hervor. Die zum dritten Mal erstellte Analyse liefert vor allem Erkenntnisse zu den Einstellungen und zum Nutzungsverhalten deutscher Carsharing-Kunden.

Hohe Nutzungsintensität von Carsharing

Die Ergebnisse der Befragung von über 1200 Carsharing-Nutzern zeigen einen weiterhin zunehmenden Trend zum Carsharing mit einer sehr hohen Nutzungsintensität bei den Carsharing-Kunden, erläutern die Analysten des AIM. Nahezu drei Viertel der Befragten gaben an, gar keinen Pkw zu besitzen. Hiervon wiederum hat jeder Vierte seinen Pkw aufgrund des Umstiegs auf Carsharing abgegeben, insbesondere handelt es sich dabei um Kunden traditioneller, stationsbasierter Anbieter. Für die Zukunft bestehe weiterhin ein sehr deutliches Wachstumspotenzial - sowohl für stationsbasierte als auch für Free-Floating-Angebote, bei denen es keine festen Stationen mehr gibt. Ein weiteres Kennzeichen für einen rasant wachsenden Markt liefert das extrem hohe Anmeldeaufkommen, das bereits in den ersten vier Monaten des Jahres 2013 zu beobachten war, erklärt Professor Dr. Tobias Schäfers vom AIM, einer der Studienleiter.

Besseres Image und Ausbau der Angebote

Gründe für das Wachstum seien, dass Carsharing-Angebote vor allem in Ballungszentren in den bergangenen Jahren deutlich ausgebaut wurden. Auch das Image der Angebote habe sich massiv verändert, woran gerade unkonventionelle und hochwertige (Elektro-) Kleinwagen einen bedeutenden Anteil haben dürften, vermutet das AIM. Während es im Jahr 2011 in den meisten deutschen Städten mit Carsharing-Angebot nur einen oder zwei Anbieter gab, könnten viele Carsharing-Kunden heute bereits aus zwei bis vier unterschiedlichen Angeboten wählen. Entsprechend zeige ein weiteres Ergebnis des aktuellen Carsharing-Barometers, dass knapp 30 Prozent der befragten Carsharing-Kunden mehr als einen Anbieter nutzen, wobei insbesondere Flinkster, DriveNow und car2go beliebte zusätzliche Anbieter zum präferierten Erstanbieter seien.

Free-Floating-Angebote sind cooler

Mit dem Markteinstieg der Automobilhersteller und ihren Free-Floating-Angeboten sei der Wettbewerb deutlich gestiegen. Derartige, häufig mit größeren Fuhrparks ausgestattete Angebote sind stärker auf kürzere Nutzungszyklen ausgelegt und setzen eine größere Anzahl potenzieller Kunden voraus, beschreibt das AIM. Kunden von Free-Floating-Anbietern würden Carsharing häufiger nutzen, dafür aber in deutlich kürzeren Nutzungszeitspannen als solche von stationsbasierten Anbietern. Während die Fahrzeuge bei Letzteren zu 70 Prozent zwischen zwei und vier Stunden gemietet werden, würden Kunden von Free-Floating-Anbietern die gebuchten Fahrzeuge zu 90 Prozent nur bis zu einer Stunde nutzen.

Vor allem die jüngere Menschen nutzen Carsharing. Jeder zweite befragte Carsharing-Kunde ist nach Angaben des AIM zwischen 17 und 39 Jahren alt, wobei Free-Floating-Anbieter ein nochmal deutlich jüngeres Klientel bedienen. Hier ist jeder zweite Kunde jünger als 30 Jahre. Zudem werde stationsbasiertes Carsharing als wertvoller und deutlich preiswerter wahrgenommen, jedoch würden Free-Floating-Kunden ihr Angebot als sehr viel cooler wahrnehmen. Mittlerweile gelte Carsharing als echte Alternative für die individuelle Mobilität. Rund 23,5 Prozent der Nutzer - zumeist von stationsbasierten Anbietern - haben in der Vergangenheit bereits die Anzahl der im Haushalt vorhandenen Autos reduziert, erläutern die Analysten.

Niedrige Preise und einfache Nutzung sind entscheidend

Die beiden wichtigsten Motive für die Carsharing-Nutzung sind niedrige Preise und einfache Handhabung. Das ursprüngliche Nutzungsmotiv des Carsharing, eine geringe Umweltbelastung, sei erst an dritter Stelle für die Carsharing-Nutzung bei den befragten Kunden ausschlaggebend. Ebenso seien Lifestyle-Aspekt relevant. Beim Vergleich der Nutzungsmotive zwischen Nutzern stationsbasierter Anbieter und Free-Floating-Kunden werde deutlich, dass Carsharer bei Free-Floating-Anbietern eine abwechslungsreiche Auswahl an Fahrzeugen stärker vorziehen als Kunden stationsbasierter Anbieter. Dafür sei das Nutzungsmotiv der geringen Umweltbelastung für Nutzer von stationsbasierten Anbietern wichtiger als für die der Herstellerangebote.

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