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14.04.2015 | Fahrzeugtechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Elektromobilität: BMW führender deutscher Anbieter

Autor:
Markus Bereszewski

Nach der neuesten ZSW-Studie erzielt BMW mit dem i3 als erster "deutscher Autobauer attraktive Absatzzahlen auf dem E-Mobilitätsmarkt". Gut 740.000 Elektroautos sind derzeit weltweit zugelassen. Die Wachstumsrate liegt bei 76 Prozent. Deutschland hinkt hinterher.

Die Elektromobilität nimmt langsam Fahrt auf - zumindest in einigen Märkten. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) taxiert den weltweiten Bestand Anfang 2015 auf gut 740.000 Elektroautos. 320.000 davon wurden 2014 zugelassen, sodass die Zuwachsrate rund 76 Prozent beträgt. Deutschland landet beim Bestand mit 29.600 Autos auf Platz 7 und bei den Neuzulassungen mit 11.700 auf Platz 8. In absoluten Zahlen bemessen liegt die USA bei den Zuwächsen mit 117.000 E-Pkw (Bestand 290.000) auf Platz 1. Bei den prozentualen Zuwächsen konnte sich China mit rund 120 Prozent auszeichnen und landet damit bei einem Bestand von knapp 100.000 Autos mit elektrischem Antrieb. Diese Marke hat Japan überschritten und landet damit knapp vor China auf Platz 2, allerdings nur mit 45 Prozent Wachstum 2014.

Norwegen weiterhin Vorreiter

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Norwegen behält derweil die Vorreiterrolle. Zwar liegt das Wachstum mit 113 Prozent knapp hinter China, aber mit den derzeit gut 43.400 E-Autos beträgt der Anteil der Elektromobilität bei den Skandinaviern 1,6 Prozent der insgesamt 2,64 Millionen zugelassenen Pkw. Zum Vergleich: In Deutschland sind es gerade einmal 0,07 Prozent.

i3 rund 15.000 Mal verkauft

Die erfolgreichsten Hersteller sind Nissan, General Motors (GM), Toyota, Mitsubishi und Tesla. So wurden laut ZSW-Berechnungen seit 2010 insgesamt über 150.000 Nissan Leaf zugelassen. Der Bestand Chevrolet Volt von GM ist auf 75.000 angewachsen, während der Toyota Prius Plug-in-Hybrid mehr als 60.000 Mal verkauft wurde und der Tesla Models S rund 50.000 Mal. Vom erst seit einem guten Jahr im Markt angebotenen i3 verkaufte BMW knapp 15.000 Exemplare. Das ist ein im Vergleich zu den Spitzenreitern 57.000 Nissan Leaf, 28.000 Tesla Model S und 26.000 Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid sehr respektables Ergebnis.

Zwei Milliarden Euro Umsatz mit Fahrzeug-Akkus

Die E-Mobilität wird für Zulieferer langsam attraktiv. ZSW geht von Umsätzen in Höhe von zwei Milliarden Euro allein mit Lithium-Ionen-Zellen aus. Bei anhaltenden Wachstumsraten soll dieses Volumen bis 2020 auf 15 Milliarden Euro steigen, rechnet Professor Werner Tillmetz, ZSW-Vorstand und Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien. "Und dann beginne die Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen erst so richtig", heißt es dazu in der Pressemitteilung. Bereits deutlich früher - nämlich in wenigen Monaten - soll dem Experten zufolge die Hürde von einer Million E-Fahrzeuge weltweit genommen werden.

"Mit Elektrofahrzeugen aktuell kein Geld zu verdienen"

Die ZSW-Studie belegt einmal mehr, dass die Elektromobilität kein Selbstläufer ist. Marktanreizprogramme, wie im Artikel "Einflussfaktoren auf die Nachfrage nach Elektroautos" aus der Zeitschrift e&i Elektrotechnik und Informationstechnik 01-02-2011 beschrieben, bilden in allen führenden Ländern die Basis des Erfolgs. Und auch die Vorbehalte der potenziellen Käufer beispielsweise in Bezug auf Sicherheit, Reichweite und Kosten lassen sich nicht von heute auf morgen ausräumen, auch wenn Anbieter zunehmend umschwenken und statt auf ökologische Vernunft vielmehr auf Fahrspaß als Verkaufsargument setzen. Doch die Anbieter benötigen steigende Stückzahlen und eine stärkere Durchdringung des Marktes mit E-Fahrzeugen. "Branchenweit besteht die Problematik, dass man aktuell mit den geringen Volumen bei Elektrofahrzeugen kein Geld verdienen kann", erklärt Bernd Mahr, Executive Vice President der Hybrid Electric Vehicle Unit bei Continental, im aktuellen Interview der MTZ 5-2015. Er rechnet mit einer Penetrationsrate elektrifizierter Antriebe im deutschen Markt von 20 Prozent im Jahr 2025.

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